In dieser Hausarbeit liegt der Fokus auf der Stewardship- und Prinzipal-Agenten-Theorie. Im Verlauf wird neben allgemeinen Erklärungen zu den Theorien auch die Rolle des Vertrauens in den beiden Ansätzen erörtert. Nach einem Vergleich der beiden Theorien und den Auswirkungen der Theorien auf die Gestaltung der Corporate Governance wird im zweiten Teil der Arbeit
anhand des Praxisbeispiels Wirecard erläutert, wie die Theoriegrundlagen angewendet wurden und welche Mechanismen zum Versagen der Corporate Governance in diesem Fall beitrugen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Prinzipal-Agenten Theorie
3. Stewardship Theorie
4. Prinzipal-Agenten Theorie vs. Stewardship Theorie – die Unterschiede
5. Auswirkungen der Theorien auf die Gestaltung der Corporate Governance
5.1. Publizitätspflicht
5.2. Aufsichtsgremien
5.3. Vergütungssystem der Unternehmensführung
5.4. Präambel des Deutschen Corporate Governance Kodex
6. Praxisbeispiel Wirecard
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen der Corporate Governance durch eine vergleichende Analyse der Prinzipal-Agenten-Theorie und der Stewardship-Theorie, um deren Einfluss auf die Unternehmenssteuerung und die praktische Relevanz anhand des Wirecard-Skandals aufzuzeigen.
- Gegenüberstellung von Prinzipal-Agenten-Theorie und Stewardship-Theorie
- Analyse der Rolle von Vertrauen und Kontrollmechanismen
- Einfluss der Theorien auf gesetzliche Publizitätspflichten und Aufsichtsgremien
- Auswirkungen auf Vergütungssysteme der Unternehmensführung
- Kritische Aufarbeitung des Wirecard-Versagens im Kontext der Corporate Governance
Auszug aus dem Buch
2. Prinzipal-Agenten Theorie
Die Prinzipal-Agenten Theorie geht zurück auf die Ökonomen Berle und Means aus dem Jahre 1932 (Berle und Means 1932). Die Theorie geht von einer Informationsasymmetrie aus welche zwischen Prinzipal (dem Beauftragter, Aktionär/Kapitalgeber) und Agenten (dem Beauftragten, Unternehmensleitung) existiert. Die Ökonomen unterstellen, dass es auf Seiten der Agenten zu versteckten opportunen Handlungen, zum Schaden der Prinzipals kommt. Es herrscht die Grundannahme, dass die Trennung von Kontrolle und Eigentum zu potenziellen Interessenskonflikten führt. Durch das Auseinanderfallen der Entscheidungs- und Risikoträgerfunktion, stellt nach dem Modell des homo oeconomicus das rationale Verhalten von Prinzipal und Agent ein Problem dar, wenn die Interessen in Bezug auf Risiko, Wachstum, Zeit o.ä. verschieden sind.
Kommt es zu opportunistischen Handlungen auf Seiten des Agenten, kann es ohne geeignete Kontrollinstrumente zu einem nicht erfüllen der Interessen auf Prinzipal Seite kommen. Wenn Eigentümer eines Unternehmens die Arbeit an das Management delegieren, entstehen Probleme von Informationsasymmetrie. Es kommt zu versteckten Eigenschaften, Informationen und Verhaltensweisen (Offenhammer 2014)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit motiviert das Thema durch aktuelle Unternehmenskandale und definiert Corporate Governance als notwendigen Rahmen zur Begrenzung opportunistischen Verhaltens.
2. Prinzipal-Agenten Theorie: Es wird die ökonomische Theorie erläutert, die auf der Trennung von Eigentum und Kontrolle sowie daraus resultierender Informationsasymmetrie basiert.
3. Stewardship Theorie: Dieses Kapitel stellt einen Gegenentwurf vor, der von intrinsisch motivierten Akteuren ausgeht, die im Sinne des Unternehmens handeln.
4. Prinzipal-Agenten Theorie vs. Stewardship Theorie – die Unterschiede: Die Ansätze werden anhand von Faktoren wie Menschenbild, Motivationsstruktur und Leistungsmaßstäben direkt einander gegenübergestellt.
5. Auswirkungen der Theorien auf die Gestaltung der Corporate Governance: Hier wird untersucht, wie die beiden Theorien konkrete gesetzliche Regelungen und Strukturen wie Publizitätspflichten und Aufsichtsratsfunktionen geformt haben.
6. Praxisbeispiel Wirecard: Anhand des Zusammenbruchs der Wirecard AG wird kritisch evaluiert, warum bestehende Corporate Governance Mechanismen das Versagen der Unternehmensführung nicht verhindern konnten.
7. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Synthese, wonach die Theorien in der Praxis in Mischformen auftreten und ständige Anpassungen der Governance-Mechanismen erfordern.
Schlüsselwörter
Corporate Governance, Prinzipal-Agenten-Theorie, Stewardship-Theorie, Wirecard, Informationsasymmetrie, Aufsichtsrat, Publizitätspflicht, Unternehmensführung, Opportunismus, Vertrauen, Corporate Governance Kodex, Finanzbetrug, Stakeholder, Shareholder-Value, Compliance
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die theoretischen Fundamente der Corporate Governance und deren praktische Auswirkungen auf die Unternehmensüberwachung.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen die gegensätzlichen Ansätze der Prinzipal-Agenten-Theorie und der Stewardship-Theorie sowie deren Einfluss auf Governance-Strukturen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Unterschiede zwischen den beiden Organisationstheorien aufzuzeigen und zu analysieren, wie diese die Gestaltung von Unternehmen und deren Aufsicht beeinflussen.
Welcher wissenschaftliche Ansatz wird verfolgt?
Die Arbeit nutzt eine komparative Literaturanalyse der theoretischen Ansätze kombiniert mit einer Fallstudie zum Wirecard-Skandal.
Welche Inhalte bilden den Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Vorstellung der beiden Konzepte, den direkten Vergleich der Modelle und die Untersuchung von deren praktischen Auswirkungen auf Governance-Mechanismen.
Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit maßgeblich?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Informationsasymmetrie, Kontrolle, Vertrauen, Integrität und die Rolle des Aufsichtsrats.
Wie unterscheidet sich die Stewardship-Theorie vom Prinzipal-Agenten-Modell hinsichtlich des Menschenbildes?
Während die Prinzipal-Agenten-Theorie vom homo oeconomicus und individuellem Opportunismus ausgeht, unterstellt die Stewardship-Theorie den Managern ein pro-organisatorisches Verhalten und intrinsische Motivation.
Warum konnte der Wirecard-Skandal laut der Arbeit trotz bestehender Regeln geschehen?
Die Arbeit weist auf ein systemisches Versagen der Kontrollinstanzen und individuelle betrügerische Aktivitäten des Managements hin, die durch die bestehenden Überwachungsmechanismen nicht vollständig abgedeckt wurden.
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- Anonym (Author), 2022, Wirtschaftsethik und Corporate Governance. Theorien der Corporate Governance, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1305625