Diese formative Evaluation überprüft die potentiellen Auswirkungen durch den Einsatz einer Moodle-Lernumgebung an einer Krankenpflegefachschule in Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Hierbei werden die Schüler*innen gebeten, ihre Selbstlernkompetenz vor und nach der Nutzung der Moodle-Lernumgebung einzuschätzen. Diese Befragung erfolgte mithilfe eines Fragebogens über Lime-Survey und wurde online über die Moodle-Lernumgebung in der Unterrichtszeit bearbeitet, um eine höhere Teilnahmequote zu erreichen. Die vorliegende Arbeit gibt anfangs einen theoretischen Einblick in die Moodle-Umgebung, dem Lebenslangen Lernen sowie der Selbstlernkompetenz. Anschließend wird der Forschungsprozess näher erläutert und die Ergebnisse werden vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Lernen in der Moodle-LU
2.2 Lebenslanges Lernen
2.3 Selbstlernkompetenz
2.4 Stand der Forschung inklusive Entwicklung der Hypothesen
3. Methodisches Vorgehen der empirischen Arbeit
3.1 Ausgangslage der Evaluation
3.2 Operationalisierung von Begriffen
3.3 Entwicklung des Fragebogens und Erhebungsphase
3.4 Auswertung des Fragebogens
3.5 Einschränkungen der vorliegenden Evaluation
4. Diskussion der Ergebnisse
4.1 Vorstellung der Ergebnisse
4.2. Diskussion der Ergebnisse
5. Fazit und Ausblick
6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit evaluiert die Auswirkungen des digitalen Moodle-Lernangebots auf die Selbstlernkompetenz (SLK) von Auszubildenden in der Krankenpflege, um Verbesserungspotenziale für das Blended-Learning-Setting identifizieren zu können.
- Analyse des Konzepts des lebenslangen Lernens (LLL) in der Pflegeausbildung.
- Untersuchung der Rolle der Selbstlernkompetenz bei der Nutzung digitaler Lernplattformen.
- Empirische Überprüfung von Hypothesen zur Korrelation zwischen Moodle-Nutzungsintensität und Lernkompetenzzuwachs.
- Bewertung der Akzeptanz und des Nutzens digitaler Zusatzmaterialien in der Krankenpflegeausbildung.
- Ableitung von Empfehlungen für die Gestaltung offener Lernumgebungen.
Auszug aus dem Buch
2.2 Lebenslanges Lernen
Durch ökonomische und gesellschaftliche Veränderungen wird das frühere Auswendiglernen von Inhalten und die Anhäufung von vollständigem Wissen zunehmend problematisch. Nicht mehr (kurzlebiges) Fachwissen, sondern Kenntnisse zur Wissenserweiterung sollen erworben werden (Arnold, 2003b, S. 3–4). „Kompetenzerfolge korrelieren nicht mit der Verweildauer in bewachten Lernprozessen, sondern mit der Intensität erlebter Selbstwirksamkeit, Selbststeuerung und Selbstverantwortung – der grundlegenden Substanzen des vielfach beschworenen lebenslangen Lernens.“ (Arnold, 2017, S. 60). Die Europäische Kommission (2020, S. 3) beschreibt LLL „als jede zielgerichtete Lerntätigkeit, die einer kontinuierlichen Verbesserung von Kenntnissen, Fähigkeiten und Kompetenzen dient“. Es ist sowohl in zeitlicher, räumlicher als auch inhaltlicher Dimension entgrenzt, d.h. es geht über die gesamte Lebensspanne, ist weder auf bestimmte Altersstufen noch Lebensbereiche beschränkt. Auch ist das Lernen nicht länger ausschließlich auf bestimmte Lernorte bzw. Institutionen bezogen (Kommission der europäischen Gemeinschaften, 2000, S. 3).
Das Gesetz für Pflegeberufe verlangt von der Ausbildung neben Vermittlung von Inhalten bezüglich des Pflegeprozesses auch die Dokumentation und selbstständige Durchführung der selbigen. Darüber hinaus wird die Ausbildung der “zugrunde liegenden Lernkompetenzen sowie der Fähigkeit zum Wissenstransfer und zur Selbstreflexion” (BM der Justiz, o.J., o.S.) gefordert. Der Ausbildungsplan soll eigenständiges Arbeiten sowie interdisziplinäre Zusammenarbeit vorbereiten (BM der Justiz, o.J., o.S.). Neben dem Wecken von Lerninteresse müssen SuS zu einer selbständigen Arbeitsweise herangeführt werden (Fischer, 2020, S.21). Lernende erhalten damit mehr Kompetenzen, jedoch auch mehr Verantwortung für den Lernprozess, sollen ihren Lernbedarf selber erkennen und (lebenslang) entsprechende Lernschritte setzen (Stratka, 2004, S. 5–6). Die hierfür nötige SLK wird im Folgenden dargestellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Selbstlernkompetenz im Pflegebereich ein und umreißt die Forschungsfrage sowie das Vorgehen der Arbeit.
2. Theoretische Grundlagen: Das Kapitel erläutert die Konzepte des Blended Learnings mit Moodle, des lebenslangen Lernens sowie die Dimensionen der Selbstlernkompetenz.
2.1 Lernen in der Moodle-LU: Hier wird die Funktion der Moodle-Lernumgebung als Schnittstelle zwischen Präsenz- und E-Learning analysiert und deren Potenzial zur Wissensvertiefung beschrieben.
2.2 Lebenslanges Lernen: Das Kapitel beschreibt die Notwendigkeit des kontinuierlichen Kompetenzerwerbs als Antwort auf gesellschaftliche Veränderungen in der Pflegeausbildung.
2.3 Selbstlernkompetenz: Es werden die kognitiven, emotionalen und sozialen Kompetenzen definiert, die für selbstgesteuertes Lernen essenziell sind.
2.4 Stand der Forschung inklusive Entwicklung der Hypothesen: Dieses Kapitel stellt bisherige Studien zur Selbstlernkompetenz vor und leitet daraus die empirischen Hypothesen dieser Arbeit ab.
3. Methodisches Vorgehen der empirischen Arbeit: Es wird das Forschungsdesign, die Stichprobenwahl, die Skalenbildung und die angewandten statistischen Testverfahren beschrieben.
3.1 Ausgangslage der Evaluation: Das Kapitel erläutert die Teilerhebung an der Krankenpflegefachschule und die methodische Einordnung als formative Evaluation.
3.2 Operationalisierung von Begriffen: Hier wird die Übersetzung theoretischer Konstrukte wie "Bedarf und Planung" in messbare Variablen und Indikatoren dargestellt.
3.3 Entwicklung des Fragebogens und Erhebungsphase: Dieser Abschnitt beschreibt die Konstruktion des Lime-Survey-Fragebogens sowie dessen Pretest und die Durchführung der Online-Befragung.
3.4 Auswertung des Fragebogens: Hier werden die Überführung der Daten in SPSS, die Datenbereinigung und die Wahl der statistischen Analysen erläutert.
3.5 Einschränkungen der vorliegenden Evaluation: Das Kapitel befasst sich mit methodischen Limitierungen, wie der Validität des eigens entwickelten Fragebogens und der Stichprobengröße.
4. Diskussion der Ergebnisse: Hier werden die empirischen Ergebnisse präsentiert und in Bezug zu den formulierten Forschungsfragen und Hypothesen diskutiert.
4.1 Vorstellung der Ergebnisse: Das Kapitel bietet eine deskriptive Darstellung der Daten zur Nutzungshäufigkeit und den Selbsteinschätzungen der SuS.
4.2. Diskussion der Ergebnisse: Es erfolgt eine kritische Interpretation der Korrelationen und der Rückschluss auf die Wirksamkeit der Moodle-Lernumgebung.
5. Fazit und Ausblick: Diese abschließenden Kapitel fassen die kritische methodische Bilanz zusammen und geben Empfehlungen für künftige Untersuchungen zur Förderung der Medienkompetenz.
6. Literaturverzeichnis: Darstellung aller verwendeten Quellen entsprechend der APA 7th Zitierweise.
Schlüsselwörter
Selbstlernkompetenz, Moodle, Krankenpflegeausbildung, Lebenslanges Lernen, formative Evaluation, E-Learning, Selbststeuerung, Medienkompetenz, Lernbiografie, Blended Learning, Empirische Sozialforschung, Bildungstechnologie, Kompetenzförderung, Lernumgebung, Nutzeranalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen, die der Einsatz der digitalen Lernplattform "Moodle" an einer Krankenpflegefachschule auf die Selbstlernkompetenz der Schüler hat.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Autorin?
Die Themenfelder umfassen die Theorie des lebenslangen Lernens, das Konzept der Selbstlernkompetenz nach Rolf Arnold und anderen sowie die praktische Implementierung von Blended-Learning-Settings.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das Ziel ist es, durch eine formative Evaluation herauszufinden, ob und wie die Moodle-Nutzung die Fähigkeit der Auszubildenden zum selbstständigen Lernen verändert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine quantitative Untersuchung, bei der Daten mittels eines Online-Fragebogens erhoben und mittels statistischer Korrelationsanalysen (Spearman) in SPSS ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine detaillierte Erläuterung der methodischen Vorgehensweise bei der Operationalisierung sowie eine umfängliche Auswertung der Ergebnisse.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Selbstlernkompetenz, Moodle-Lernumgebung, Blended Learning, Krankenpflegeausbildung und formative Evaluation.
Warum wird die Hypothese zum Zusammenhang zwischen Moodle-Nutzung und SLK verworfen?
Auf Basis der Spearman-Korrelation konnten keine signifikanten positiven Zusammenhänge nachgewiesen werden; teilweise zeigten sich sogar schwach negative Effekte bei sehr häufiger Nutzung.
Welche Limitationen nennt die Autorin in Bezug auf ihre Untersuchung?
Es gab methodische Schwächen, etwa bei der fehlenden Validierung des Fragebogens vorab sowie grenzwertige Reliabilitätswerte (Cronbach Alpha) bei bestimmten Indikatoren.
- Quote paper
- Monika Hödl-Langegger (Author), 2022, Das digitale Ausbildungsangebot "Moodle" in der Krankenpflegeausbildung. Eine Evaluation, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1304190