Die Arbeiten des Regiekollektivs Rimini-Protokoll zum Begriff "Alltagsexperten" haben zu neuen Sichtweisen hinsichtlich Laiendarstellung auf der Bühne geführt.
Dabei loten eine ausgefeilte Inszenierungspraxis und deren theaterwissenschaftliche Reflexion Spielformen im Spannungsfeld von Laien- und Profitheater aus. In der vorliegenden Arbeit werden Arbeits- und Wirkungsweisen in der Theaterästhetik von Rimini-Protokoll näher beleuchtet und Einblicke in verschiedene Projekte gegeben.
Inhaltsverzeichnis
- Rimini Protokoll – Anfänge und Einflüsse
- Spezifische Merkmale der Theaterarbeit von Rimini Protokoll
- Experten des Alltags auf der Bühne
- Stückentwicklung und Textproduktion
- Das Theater von Rimini Protokoll – Projektbeispiele
- "Sonde Hannover“ (2002)
- "Call Cutta" (2005)
- "Wallenstein. Eine dokumentarische Inszenierung" (2005)
- "Uraufführung: Der Besuch der alten Dame" (2007)
- "Breaking News. Ein Tagesschauspiel" (2008)
- Hörspiele
- Schluss
- Quellenangabe
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit von Rimini Protokoll zielt darauf ab, das Theater neu zu denken und die Grenzen zwischen Kunst und Realität zu verschwimmen. Die Theatermacher arbeiten mit "Experten des Alltags", die ihre eigenen Geschichten und Erfahrungen auf der Bühne teilen. Die Stücke von Rimini Protokoll sind oft dokumentarisch und basieren auf realen Ereignissen und Personen.
- Die Verwendung von "Experten des Alltags" als Darsteller
- Die dokumentarische Herangehensweise an die Themen
- Die Vermischung von Kunst und Realität
- Die Kritik an konventionellen Theaterformen
- Die Suche nach neuen Formen der Inszenierung
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel beleuchtet die Anfänge und Einflüsse von Rimini Protokoll. Es wird die Entstehung der Theatergruppe aus den Studienjahren der drei Regisseure Helgard Haug, Stefan Kaegi und Daniel Wetzel an der Justus-Liebig-Universität Gießen beschrieben. Die Arbeit der beiden Gruppen "Hygiene Heute" und "Ungunsträume" wird vorgestellt, die bereits wichtige Elemente der späteren Rimini Protokoll-Arbeit vorwegnahmen. Das Kapitel endet mit der Entstehung des ersten gemeinsamen Projekts "Kreuzworträtsel Boxenstopp" im Jahr 2000, das die wichtigsten Merkmale der Rimini Protokoll-Ästhetik bereits enthielt.
Das zweite Kapitel widmet sich den spezifischen Merkmalen der Theaterarbeit von Rimini Protokoll. Es wird die Verwendung von "Experten des Alltags" als Darsteller erläutert und die Bedeutung dieses Konzepts für die Arbeit der Gruppe hervorgehoben. Die Stückentwicklung und Textproduktion werden ebenfalls beleuchtet, wobei der Fokus auf der dokumentarischen Herangehensweise und der Integration von realen Ereignissen und Personen in die Inszenierung liegt.
Das dritte Kapitel präsentiert eine Auswahl von Projekten, die von Rimini Protokoll realisiert wurden. Es werden die Stücke "Sonde Hannover", "Call Cutta", "Wallenstein. Eine dokumentarische Inszenierung", "Uraufführung: Der Besuch der alten Dame", "Breaking News. Ein Tagesschauspiel" und die Hörspiele der Gruppe vorgestellt. Die Kapitel beschreiben die jeweiligen Themen, die Inszenierung und die Besonderheiten der einzelnen Projekte.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen das Theater von Rimini Protokoll, Experten des Alltags, dokumentarische Inszenierung, Theaterlaien, ready-made-Darsteller, Stückentwicklung, Textproduktion, Projektbeispiele, "Sonde Hannover", "Call Cutta", "Wallenstein", "Uraufführung: Der Besuch der alten Dame", "Breaking News", Hörspiele.
Häufig gestellte Fragen
Wer ist das Regiekollektiv Rimini-Protokoll?
Rimini-Protokoll besteht aus Helgard Haug, Stefan Kaegi und Daniel Wetzel. Sie sind bekannt für ihre innovative Theaterarbeit, die oft außerhalb klassischer Bühnenräume stattfindet.
Was sind "Experten des Alltags"?
Das sind Laiendarsteller, die keine professionelle Schauspielausbildung haben, sondern aufgrund ihrer realen Lebensumstände, Berufe oder Erfahrungen auf der Bühne stehen und sich selbst repräsentieren.
Welche Theaterform praktiziert Rimini-Protokoll?
Ihre Arbeit wird oft als dokumentarisches Theater bezeichnet. Sie nutzen reale Biografien, Dokumente und Interviews als Grundlage für ihre Inszenierungen.
Was war das Besondere am Projekt "Call Cutta"?
In "Call Cutta" wurden Zuschauer in Berlin per Telefon von Callcenter-Mitarbeitern aus Indien durch die Stadt geführt, wodurch eine direkte, interkontinentale Kommunikationsebene entstand.
Wie entstehen die Texte für die Stücke?
Die Texte basieren meist nicht auf fiktiven Drehbüchern, sondern entwickeln sich aus umfangreichen Recherchen und den persönlichen Erzählungen der beteiligten Alltagsexperten.
- Quote paper
- Caroline Schließmann (Author), 2009, Das Theater von Rimini-Protokoll, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/130338