Die europäische Gemeinschaft ist ohne die Integration der einzelnen Mitgliedsstaaten in die Staatengemeinschaft nicht denkbar. Die theoretische Grundlage hierfür ist der liberale Intergouvernementalismus, der auch für eine gemeinsame Migrations- und Asylpolitik von Bedeutung ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Theoretische Grundlagen des Liberalen Intergouvernementalismus
1.2 Das Gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS)
2. Herausforderungen in der Umsetzung
2.1 Institutionelle Koordinationsprobleme
2.2 Die Rolle von Frontex und nationalstaatliche Interessen
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Spannungsfelder und Koordinationsschwierigkeiten bei der Implementierung des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) unter Berücksichtigung des liberalen Intergouvernementalismus.
- Analyse des Liberalen Intergouvernementalismus als theoretisches Fundament
- Untersuchung der Struktur und Ziele des GEAS
- Herausforderungen der Koordination zwischen EU-Institutionen und Mitgliedsstaaten
- Einfluss nationaler Interessen auf die europäische Migrationspolitik
- Kritische Reflexion der Harmonisierung des Asylrechts
Auszug aus dem Buch
Die Vergemeinschaftung der Migrations- und Asylpolitik der Europäischen Union
Die europäische Gemeinschaft ist ohne die Integration der einzelnen Mitgliedsstaaten in die Staatengemeinschaft nicht denkbar. Die theoretische Grundlage dafür ist der liberale Intergouvernementalismus, der in der Literatur vor allem dem Politikwissenschaftler Andrew Moravcsik zugeschrieben wird (vgl. Schimmelpfennig 2007, S. 75f.; vgl. Moravcsik & Schimmelpfennig 2009, S. 85). Allerdings gab es die Theorien des Intergouvernementalismus und des Neofunktionalismus bereits vor Moravcsik.
Der liberale Intergouvernementalismus ist als theoretische Basis wichtig, weil er zum einen die Unterscheidung zwischen der EU als System und dem System einer internationalen Organisation deutlich macht. Zum anderen ist dieser Ansatz wichtig, weil Moravcsik mit ihm zwei zentrale relevante Einflussebenen europäischer Politik analytisch trennt: die Ebene eines nationalen politischen Raums und die Dimension europäischer Verhandlungen.
Seine Schlussfolgerung lautet: 1. Beide Handlungsebenen beeinflussen die europäische Politik. 2. beide Ebenen folgen ihren eigenen institutionellen und verhaltensmäßigen Gesetzen (vgl. Moravcsik 1993, S. 517). Dass europäische und nationale Interessen nicht nur unterschiedlich, sondern auch diametral entgegengesetzt sein können, zeigte und zeigt sich am Beispiel der finanziellen Unterstützung des europäischen Mitgliedslandes Griechenland und den damit einhergehenden Forderungen nach finanziellen Einsparungen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Das Kapitel führt in die theoretischen Grundlagen des liberalen Intergouvernementalismus ein und erläutert dessen Bedeutung für das Verständnis des europäischen Integrationsprozesses sowie des gemeinsamen Asylsystems.
2. Herausforderungen in der Umsetzung: Hier werden die praktischen Schwierigkeiten bei der Koordinierung zwischen den Mitgliedsstaaten und EU-Agenturen wie Frontex detailliert betrachtet und auf widerstreitende nationale Interessen zurückgeführt.
3. Fazit: Das abschließende Kapitel resümiert, dass eine vollständige Harmonisierung des Asylrechts bisher nicht erreicht wurde und das GEAS weiterhin stark durch Verhandlungsprozesse zwischen souveränen Staaten geprägt ist.
Schlüsselwörter
Europäische Union, Asylpolitik, Liberaler Intergouvernementalismus, Migration, GEAS, Frontex, Integration, Mitgliedsstaaten, Asylrecht, Harmonisierung, Flüchtlingsschutz, Europäischer Rat, Institutionelle Koordination, Grenzschutz, Nationale Interessen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und den Herausforderungen der Vergemeinschaftung der Migrations- und Asylpolitik innerhalb der EU.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind der liberale Intergouvernementalismus als Theorie, die Funktionsweise des GEAS sowie die Konflikte zwischen europäischen Vorgaben und nationalen Interessen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen dem politischen Anspruch an ein gemeinsames Asylsystem und der komplizierten Realität bei dessen operativer Umsetzung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Untersuchung, die auf der Analyse theoretischer Konzepte und der Auswertung institutioneller sowie empirischer Literatur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die institutionellen Rahmenbedingungen sowie die praktischen Probleme bei Grenzkontrollmaßnahmen und der Harmonisierung nationaler Asylverfahren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere der liberale Intergouvernementalismus, das Gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS) sowie das Zusammenspiel von Frontex und den Mitgliedsstaaten.
Warum konnte die Frist für das GEAS nicht eingehalten werden?
Die Arbeit deutet darauf hin, dass die unterschiedlichen institutionellen Gesetzmäßigkeiten und nationale Interessen der Mitgliedsstaaten eine fristgerechte Umsetzung erschwerten.
Warum entstehen bei Frontex-Einsätzen häufig Konflikte?
Konflikte entstehen primär durch mangelnde klare Zuständigkeiten sowie Uneinigkeiten bei Operationen auf See, bei denen nationale Akteure divergierende Auffassungen über Art und Zeitpunkt der Interventionen haben.
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- Anonym (Author), 2018, Die Vergemeinschaftung der Migrations- und Asylpolitik der Europäischen Union, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1302055