Diese Arbeit wird sich mit der Frage beschäftigen, ob sich zwischen der gegenwärtigen Jugendsprache und den antiken Stiltugenden der Rhetorik ein Bezug herstellen lässt, genauer noch, wie viel von dem differenzierten System der antiken Redekunst in dem heutigen Soziolekt der Jugend wiederzufinden ist.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung und Forschungsfrage
II. Rhetorische Stiltugenden
III. Unterrichtsplanung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwiefern sich ein Bezug zwischen moderner Jugendsprache und den antiken rhetorischen Stiltugenden herstellen lässt, und wie diese theoretischen Erkenntnisse didaktisch im Deutschunterricht umgesetzt werden können.
- Analyse des Begriffs der Jugendsprache im soziolinguistischen Kontext
- Vergleich heutiger Jugendsprache-Tendenzen mit den antiken Stiltugenden aptum, perspecuitas und brevitas
- Didaktische Konzepte zur Reflexion von Jugendsprache im Unterricht
- Kritische Auseinandersetzung mit der Homogenität von Jugendsprache
- Förderung der Sprachurteilskompetenz durch gezielte Aufgabenstellungen
Auszug aus dem Buch
Rhetorische Stiltugenden
Im folgenden Teil soll erörtert werden wie viele Aspekte der altertümlichen Rhetorik in der modernen Jugendsprache Verwendung finden. Hierzu werden die drei ausgewählten Stiltugenden aptum, perspecuitas und ornatus genauer analysiert und mit den Tendenzen der Gegenwartssprache verglichen.
Das aptum fordert, „daß der Redner seine Auffassung von einer Sache in angemessener Weise sprachlich verwirklicht“. Im Gegensatz dazu klingen die Äußerungen der Jugendlichen sehr häufig unangebracht. Die Adäquatheit wird vernachlässigt, um eine Abgrenzung herzustellen. Die Jugendlichen erfahren dadurch eine von ihnen gewollte Ablehnung von anderen sozialen Gruppen. Andere Generationen und somit auch Autoritäten, wie Lehrer, Arbeitgeber oder Eltern, empfinden die gewählte Sprache der Heranwachsenden als unpassend und anstößig. Durch die Benutzung von „drastischen Beschimpfungen und Vulgarismen“ wirkt die moderne Sonderform der Sprache noch empörender und frivoler. Das fehlende Hintergrundwissen ist meistens der Grund für die Exklusionsprozesse. Die Jugendlichen reißen die Wörter aus ihren etymologischen Grundlagen heraus und verändern ihre originale Bedeutung.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung und Forschungsfrage: Die Einleitung beleuchtet die rhetoriktheoretischen Grundlagen und leitet die Forschungsfrage nach der Verbindung zwischen antiken Stiltugenden und heutigem Jugendjargon her.
II. Rhetorische Stiltugenden: Dieses Kapitel analysiert die Konzepte aptum, perspecuitas und brevitas im Hinblick auf aktuelle jugendsprachliche Kommunikationsmuster und Stilmittel.
III. Unterrichtsplanung: Hier wird ein konkretes Konzept zur Thematisierung der Jugendsprache im Deutschunterricht entworfen, das sowohl kognitive als auch soziale Lernziele verfolgt.
Schlüsselwörter
Jugendsprache, Rhetorik, Stiltugenden, aptum, perspecuitas, brevitas, Soziolekt, Sprachdidaktik, Abgrenzung, Identität, Unterrichtsplanung, Kommunikation, Sprachwandel, Neologismen, Sprachfiguren
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Verknüpfung von klassischer Rhetorik und den Ausdrucksformen der modernen Jugendsprache.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder sind die rhetorische Tugendlehre, die soziolinguistische Einordnung der Jugendsprache und die praktische Umsetzung dieser Themen im schulischen Kontext.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu ergründen, ob und wie die antiken Stiltugenden aptum, perspecuitas und brevitas in heutigen jugendsprachlichen Äußerungen wiederzufinden sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse rhetorischer Stiltugenden, die mit soziolinguistischen Forschungen zur Jugendsprache kontrastiert wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Stiltugenden, diskutiert die Funktionen der Jugendsprache zur Identitätsbildung und Abgrenzung und entwickelt darauf aufbauend eine Unterrichtseinheit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Jugendsprache, Rhetorik, Stiltugenden und Sprachdidaktik.
Warum wird Jugendsprache im Unterricht als sinnvoll erachtet?
Da Schüler diese Sprache täglich nutzen, bietet sie einen hohen Identifikationswert und eignet sich daher hervorragend, um über Sprachgebrauch und dessen Wirkung zu reflektieren.
Warum nutzen Jugendliche laut der Arbeit Jugendsprache als Abgrenzungsmittel?
Die Sprache dient dazu, gruppenspezifische Identität zu stiften und sich bewusst von der Erwachsenenwelt, die als unfähig zur Aneignung dieses Codes wahrgenommen wird, abzuheben.
Welche Rolle spielt die „abschreckende Textpassage“ in der Unterrichtsplanung?
Sie dient als Impuls, um durch die Konfrontation mit extremen jugendsprachlichen Ausdrücken eine Diskussion über Angemessenheit, Sprachwandel und die Wahl des passenden Stils anzuregen.
- Arbeit zitieren
- Cathy Schoetter (Autor:in), 2019, Die antiken Stiltugenden der Rhetorik im Vergleich mit der modernen Jugendsprache. Aptum, perspecuitas und brevitas, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1301026