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Das Foucault'sche Panopticon in der digitalisierten Gesellschaft. Überwachen und Strafen zu Zeiten von Corona

Titel: Das Foucault'sche Panopticon in der digitalisierten Gesellschaft. Überwachen und Strafen zu Zeiten von Corona

Hausarbeit , 2022 , 21 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Philosophie - Epochenübergreifende Abhandlungen

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit beschäftigt sich vorrangig mit dem foucault'schen Panopticon. Das panoptische Schema ist nicht nur als zentraler Aspekt von Überwachen und Strafen wahrzunehmen, das weitreichende Auswirkungen auf das Gesamtwerk Foucaults hat , sondern auch mit der digitalisierten Gesellschaft und ihrer Überwachungsmechanismen in Verbindung zu bringen. Diese Thematik besitzt wie mir scheint eine unvergleichliche Aktualität.

Insbesondere zu Zeiten der Covid-19-Pandemie, während derer die „soziale Distanzierung“ das Mittel zur Bekämpfung der Pandemie zu sein scheint, wird das Phänomen der digitalen Überwachung weiter in den Fokus gerückt. Einen visuell starken Eindruck hierzu vermittelt der englische Journalist Mark Honigsbaum in seinem jüngst erschienenen Werk: „COVID-19 [traf] auf eine Welt, die so stark vernetzt ist wie nie zuvor, und setzte Infektionsketten in Gang, die die Börsen krachen ließen, den internationalen Flugverkehr zum Erliegen und Weltstädte zum Schweigen brachten.“

Aufgrund der aktuellen Ereignisse sowie des damit verbundenen Fortschritts der Digitalisierung erscheint es mir notwendig im Rahmen dieser Arbeit die Analyse des Panopticons und die Anwendung desselben auf die moderne (Überwachungs-) Gesellschaft vorzunehmen. Der Arbeit liegt daher folgende Fragestellung zugrunde: Inwiefern stimmen die Überlegungen des panoptischen Modells nach Foucault mit der modernen, digitalisierten Gesellschaft überein?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Das Panopticon

2.1 Das architektonische Konzept Benthams

2.2 Das verallgemeinerungsfähige Funktionsmodell Foucaults

2.3 Wirkweise des Funktionsmodells

3. Das Funktionsmodell im Rahmen der Corona-Pandemie

4. Das Panopticon als Prototyp der (alltäglichen) Überwachung

5. Die moderne Überwachungsgesellschaft – ein Postpanopticon?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert das von Michel Foucault in seinem Werk "Überwachen und Strafen" beschriebene panoptische Modell und untersucht dessen Übertragbarkeit auf die Bedingungen einer digitalisierten, modernen Überwachungsgesellschaft. Dabei dient die Covid-19-Pandemie als aktuelles Fallbeispiel, um zu prüfen, inwieweit die Disziplinierungsmechanismen des Panopticons heute in einer transformierten, "post-panoptischen" Form fortbestehen.

  • Genealogie der Macht bei Michel Foucault
  • Struktur und Wirkweise des panoptischen Funktionsmodells
  • Überwachung unter Ausnahmezuständen am Beispiel der Corona-Pandemie
  • Digitalisierung und die Transformation von Kontrolle in der Alltagsgesellschaft
  • Analyse des "Postpanopticon" als neues Paradigma der Überwachungsgesellschaft

Auszug aus dem Buch

2.1 Das architektonische Konzept Benthams

Als Vorbild für Foucaults Funktionsmodell dient Benthams Reformgefängnis – das sogenannte Panopticon. Die Bezeichnung leitet sich vom Wort panoptos ab, was „in der griechischen Mythologie das Epitheton für den ‚allsehenden‘, weil vieläugigen Wächter Argus“ meint. In dieser etymologischen Bestimmung steht das Auge und damit der Blick im Zentrum des Interesses. Dieses zentrale Motiv setzt Bentham in seinem architektonischen Konzept durch bauliche Konzeptionen um. Foucault gibt einen Einblick in dieses Konzept:

Das Panopticon von Bentham ist die architektonische Gestalt dieser Zusammensetzung. Sein Prinzip ist bekannt: an der Peripherie ein ringförmiges Gebäude; in der Mitte ein Turm, der von breiten Fenstern durchbrochen ist, welche sich nach der Innenseite des Ringes öffnen; das Ringgebäude ist in Zellen unterteilt, von denen jede durch die gesamte Tiefe des Gebäudes reicht; sie haben jeweils zwei Fenster, eines nach innen, das auf die Fenster des Turms gerichtet ist, und eines nach außen, so daß die Zelle auf beiden Seiten von Licht durchdrungen wird. Es genügt demnach, einen Aufseher im Turm aufzustellen und in jede Zelle einen Irren, einen Kranken, einen Sträfling, einen Arbeiter oder einen Schüler unterzubringen. Vor dem Gegenlicht lassen sich vom Turm aus die kleinen Gefangenensilhouetten in den Zellen des Ringes genau ausnehmen. Jeder Käfig ist ein kleines Theater, in dem jeder Akteur allein ist, vollkommen individualisiert und ständig sichtbar. Die panoptische Anlage schafft Raumeinheiten, die es ermöglichen, ohne Unterlaß zu sehen und zugleich zu erkennen. Das Prinzip des Kerkers wird umgekehrt, genauer gesagt: von seinen drei Funktionen – einsperren, verdunkeln und verbergen – wird nur die erste aufrechterhalten, die beiden anderen fallen weg. Das volle Licht und der Blick des Aufsehers erfassen besser als das Dunkel, das auch schützte. Die Sichtbarkeit ist eine Falle.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Diese Einleitung führt in das Gesamtwerk Michel Foucaults ein, stellt die Bedeutung von "Überwachen und Strafen" heraus und erläutert die Relevanz des panoptischen Modells für moderne digitale Überwachungsstrukturen und die Covid-19-Pandemie.

2. Das Panopticon: Das Kapitel definiert den Übergang zur Disziplinarmacht und analysiert Benthams architektonisches Gefängniskonzept, welches Foucault zu einem generellen, psychologisch wirksamen Funktionsmodell der internalisierten Selbstdisziplinierung erweitert.

2.1 Das architektonische Konzept Benthams: Hier wird die bauliche Struktur des Panopticons erklärt, bei der die permanente Sichtbarkeit der Insassen gegenlichtartig vom zentralen Turm aus erzwungen wird, um ein isoliertes, ständig beobachtetes Subjekt zu schaffen.

2.2 Das verallgemeinerungsfähige Funktionsmodell Foucaults: Dieses Kapitel erläutert, wie Foucault das räumliche Konzept in ein psychologisches Modell überführt, in dem die Macht automatisiert und entindividualisiert wird, sodass das Wissen um eine mögliche Überwachung bereits zur Verhaltenskorrektur des Gefangenen ausreicht.

2.3 Wirkweise des Funktionsmodells: Zusammengefasst wird hier, wie die permanente Sichtbarkeit und die daraus resultierende Selbstkontrolle die Wirksamkeit der panoptischen Maschine sichern und Macht durch Wissen ausüben.

3. Das Funktionsmodell im Rahmen der Corona-Pandemie: Die Analyse überträgt das panoptische Schema auf die staatlichen Maßnahmen während der Pandemie, wobei soziale Distanzierung, Isolation und digitale Verfolgung als neue Disziplinierungsinstrumente innerhalb eines Ausnahmezustands gedeutet werden.

4. Das Panopticon als Prototyp der (alltäglichen) Überwachung: Es wird untersucht, wie Überwachungstechnologien wie Videokameras oder die digitale Datenspeicherung in den Alltag integriert wurden und dort das panoptische Prinzip der dauerhaften Sichtbarkeit und sozialen Kontrolle fortführen.

5. Die moderne Überwachungsgesellschaft – ein Postpanopticon?: Das Fazit stellt die Transformation vom asymmetrischen Machtverhältnis des Panopticons zur heutigen, symmetrischen und auf Selbstinszenierung basierenden Überwachungsgesellschaft dar, um das Konzept des Postpanopticons zu etablieren.

Schlüsselwörter

Michel Foucault, Überwachen und Strafen, Panopticon, Disziplinarmacht, Überwachungsgesellschaft, Postpanopticon, digitale Überwachung, Selbstdisziplinierung, Covid-19, soziale Distanzierung, Macht durch Wissen, Sichtbarkeit, soziale Kontrolle, Normalisierung, Ausnahmezustand.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das zentrale Thema der Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Relevanz des foucaultschen Panopticon-Modells für die moderne, digitalisierte Überwachungsgesellschaft und analysiert dessen Transformation in Zeiten aktueller Krisen.

Welche Themenfelder werden abgedeckt?

Zu den Schwerpunkten zählen die theoretischen Grundlagen von Foucaults Disziplinarmacht, moderne Videoüberwachung, digitale Datenspeicherung und staatliche Interventionsmaßnahmen während der Corona-Pandemie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, ob und wie die Überlegungen des panoptischen Modells mit den Gegebenheiten der heutigen Gesellschaft übereinstimmen und warum wir heute von einem "Postpanopticon" sprechen können.

Welche methodische Vorgehensweise liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit basiert auf einer wissenschaftlichen Literaturanalyse zentraler Werke von Michel Foucault und ergänzender Perspektiven aus Philosophie sowie Medienwissenschaft, angewandt auf gegenwärtige gesellschaftspolitische Ereignisse.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung des panoptischen Modells, dessen Anwendung auf Pandemie-Maßnahmen und die Ausweitung des Konzepts auf die alltägliche, digitale Überwachung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Wesentliche Begriffe sind Panopticon, Disziplinarmacht, digitale Überwachung, Selbstkontrolle, Postpanopticon und Normalisierung.

Inwiefern unterscheidet sich die moderne Überwachung vom klassischen Panopticon laut Autor?

Der Autor argumentiert, dass das Machtverhältnis symmetrischer geworden ist: Heute streben Menschen aktiv nach Sichtbarkeit (Selbstinszenierung), während das klassische Panopticon auf negativen Affekten und erzwungener, flüchtender Beobachtung basierte.

Welche Rolle spielt die Covid-19-Pandemie im Kontext der Überwachungsanalyse?

Die Pandemie dient als Laboratorium der Macht, in dem Maßnahmen wie soziale Distanzierung und digitale Verfolgung den Panopticon-Gedanken der räumlichen Isolierung und ständigen Disziplinierung in einem neuen technologischen Kontext reaktivierten.

Was bedeutet der Begriff "Postpanopticon" in der Arbeit?

Er beschreibt den Zustand einer modernen Gesellschaft, in der die Überwachung nicht mehr an feste Orte gebunden ist, sondern durch die Digitalisierung entkoppelt wurde und die Menschen sich freiwillig und unter Zwang zur digitalen Sichtbarkeit unterwerfen.

Warum wird die Sichtbarkeit heute von vielen als erstrebenswert empfunden?

Laut Arbeit gilt Sichtbarkeit heute als neue Norm der sozialen Existenz; Unsichtbarkeit hingegen wird mit einem "sozialen Tod" gleichgesetzt, weshalb Individuen aktiv um Aufmerksamkeit konkurrieren.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Foucault'sche Panopticon in der digitalisierten Gesellschaft. Überwachen und Strafen zu Zeiten von Corona
Hochschule
Universität Koblenz-Landau  (Institut für Philosophie)
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
21
Katalognummer
V1294614
ISBN (eBook)
9783346759504
ISBN (Buch)
9783346759511
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Philosophie Foucault Panopticon Panoptikum Überwachen und Strafen Corona COVID-19 Überwachung Panoptismus Bentham Funktionsmodell moderne Überwachungsgesellschaft Überwachungsgesellschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2022, Das Foucault'sche Panopticon in der digitalisierten Gesellschaft. Überwachen und Strafen zu Zeiten von Corona, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1294614
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