Welche Veränderungen ergeben sich bei Teile- und Lieferantenstrukturen im Automotive Cluster durch die erhöhte Produktion von elektrisch betriebenen Autos und welche Konsequenzen resultieren daraus für die komplette Wertschöpfungskette?
Das Ziel der Arbeit ist es, einen Einblick in die einzelnen Bestandteile des Wandels der Automobilindustrie zu gewinnen. Dafür wird der Nutzen bestehender Lieferketten und Teilestrukturen unter dem Hinblick der (auch gesetzlich bedingten) Veränderungen durch die Elektrifizierung des Antriebsstranges analysiert. Zudem werden hieraus resultierende prozessbedingte Effekte, wie z.B. die Beschäftigungsentwicklung oder die Veränderung der Kostenstrukturen aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
2 Hinführung und theoretische Grundlagen zur Umstrukturierung von Verbrennungsmotoren zu elektrischen Antriebssträngen
2.1 Aktuelle Wertschöpfungskette bei der Produktion von Autos mit Verbrennungsmotoren
2.2 Theoretische Grundlagen zur Produktion von Autos mit elektrischen Antriebssträngen
2.3 Wandel zur Elektromobilität
3 Praxisbezogene Analyse der Auswirkungen bei einem Produktionsanstieg von Elektroautos
3.1 Folgen für die Lieferantenstruktur unter dem Hinblick des gesamten Automotive Clusters
3.2 Folgen für die Teilestruktur anhand eines praktischen Vergleichs
3.3 Auswirkungen auf die Kostenstrukturen eines Automobils
4 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht tiefgreifend die Auswirkungen der zunehmenden Elektrifizierung von Fahrzeugantrieben auf die bestehenden Strukturen der Automobilindustrie. Sie analysiert insbesondere, wie sich ein steigendes Produktionsvolumen von Elektrofahrzeugen auf die Lieferantennetzwerke, die Teilestruktur und die gesamte Wertschöpfungskette auswirkt, um daraus resultierende Chancen und Risiken für Automobilhersteller und Zulieferer abzuleiten.
- Transformation der Wertschöpfungskette in der Automobilindustrie
- Wirkung der Elektrifizierung auf Beschäftigungsverhältnisse und Zulieferer
- Vergleich der Teilevielfalt von Verbrennungs- zu Elektroantrieb
- Analyse der Kostenstrukturen und batteriebezogener Herausforderungen
- Bedeutung von Kooperationen für den Kompetenzaufbau
Auszug aus dem Buch
3.2 Folgen für die Teilestruktur anhand eines praktischen Vergleichs
Ein Kraftfahrzeug, welches mit einem herkömmlichen Verbrennungsmotor betrieben wird, beinhaltet einige Komponenten, die in einem rein elektrisch betriebenen Pkw überflüssig werden. Neu hinzukommende Komponenten sind in ihrer Anzahl eher gering, wodurch die Wertschöpfung gravierend abnehmen wird. Laut einer Studie wird die Fertigungstiefe des Antriebsstranges beim Automobilhersteller von 51 Prozent auf 32 Prozent bei HEV und auf 0 Prozent bei BEV sinken.
Die Auspuffanlage inklusive des zugehörigen Katalysators, Tank, Einspritzanlage, Kolben und Kupplung sind alles Komponenten, die vom Wegfall betroffen sind. Zudem werden Nebenaggregate wie Ölpumpe, Turbolader und Lichtmaschine nicht mehr benötigt. Die Teileanzahl beim Elektromotor beträgt 200 Stück im Vergleich zu 1.400 Stück beim Verbrennungsmotor. Hinzu kommt neben einem leistungsfähigen Elektromotor aber auch ein wertmäßig teures Batteriesystem mit der zugehörigen Leitungselektronik. Allein der Wertschöpfungsanteil der Zellen macht bis zu 70 Prozent des gesamten Akkuwertes aus. Ein Anteil, welcher (noch) nicht aus dem europäischen Raum stammt. Daraus folgt eine der Schlüsselentscheidungen; nämlich die zur Fertigung der Batterien, die durch eine vertikale Integration des Zweiges oder durch die Akquise eines Batterienherstellers erfolgen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die strategische Notwendigkeit der Dekarbonisierung für die Automobilbranche und definiert die Zielsetzung, die Folgen des Wandels zum Elektroantrieb wissenschaftlich zu analysieren.
2 Hinführung und theoretische Grundlagen zur Umstrukturierung von Verbrennungsmotoren zu elektrischen Antriebssträngen: Dieses Kapitel erläutert die bisherige Wertschöpfungskette bei Verbrennern, grenzt verschiedene Antriebskonzepte voneinander ab und beschreibt den allgemeinen Wandel hin zur Elektromobilität.
3 Praxisbezogene Analyse der Auswirkungen bei einem Produktionsanstieg von Elektroautos: Der Hauptteil untersucht die Auswirkungen auf Zulieferstrukturen, vergleicht die Teilestruktur von Verbrennern und Elektroautos konkret und analysiert die veränderten Kostenstrukturen.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit zur Neuausrichtung der Kompetenzen zusammen und betont die Rolle von Kooperationen sowie politischer Unterstützung für eine erfolgreiche Transformation der Zulieferindustrie.
Schlüsselwörter
Automobilindustrie, Elektromobilität, Wertschöpfungskette, Lieferantenstruktur, Elektroauto, Verbrennungsmotor, Batteriezellenfertigung, Antriebsstrang, Kosteneffizienz, Beschäftigungseffekte, Automotive Cluster, Transformation, Make-or-Buy, Komponenten, Dekarbonisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des technologischen Wandels von Verbrennungsmotoren hin zu elektrischen Antriebssträngen auf die Struktur der Automobilindustrie.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Im Zentrum stehen die Veränderungen in der Lieferantenstruktur, die Reduktion der Teileanzahl beim Elektroantrieb sowie die resultierenden Herausforderungen bei den Kostenstrukturen und der Beschäftigung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu ermitteln, welche Konsequenzen ein Anstieg der Elektroauto-Produktion für die komplette Wertschöpfungskette hat und welche Strategien für Hersteller und Zulieferer sinnvoll sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse sowie eine praxisbezogene Analyse von Fallvergleichen, um die Auswirkungen auf Wertschöpfungstiefe und Lieferantenbeziehungen darzustellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Lieferantenstruktur innerhalb des Automotive Clusters, den Vergleich der Teilestrukturen von Antriebsarten sowie eine Untersuchung der Kostenstrukturen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Automotive Cluster, Wertschöpfungskette, Elektromobilität, Make-or-Buy-Entscheidungen und Transformationsdruck.
Warum sinkt die Wertschöpfungstiefe bei Elektroautos für Hersteller?
Da der Elektromotor aus deutlich weniger Einzelteilen besteht und die Produktion oft in hochgradig automatisierten Prozessen erfolgt, verringert sich der Bedarf an traditioneller Fertigung und Montage beim OEM.
Welche Rolle spielt die Batteriezellenfertigung für die Kosten?
Die Batterie ist der wertmäßig bedeutendste Teil eines Elektroautos; da die Zellenfertigung bisher teuer und teils technologieintensiv ist, stellt sie einen entscheidenden Kostenblock dar.
Warum sind Kooperationen zwischen Unternehmen zunehmend wichtig?
Angesichts enormer Investitionsbedarfe und fehlenden Know-hows dienen Kooperationen (auch zwischen Wettbewerbern) dazu, Kosten zu sparen und die notwendigen Kompetenzen für zukünftige Antriebstechnologien effizient aufzubauen.
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- Anonym (Author), 2020, Auswirkungen des Elektroautos auf die Teilestruktur und Lieferantenstruktur, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1291830