Bei dieser Arbeit handelt es sich um eine Ausarbeitung über qualitative Forschung und was die Ergebnisse über einen Menschen aussagen können. Sie beschäftigt sich dabei mit folgender Frage: Welche Faktoren beeinflussen das Denken und Handeln eines Menschen?
Zunächst wird die qualitative Sozialforschung beleuchtet. Es folgt ein Überblick über Normen und Werte und was diese für die Gesellschaft bedeuten. Im Anschluss wird ein fiktives Fallbeispiel behandelt. Bei der Interpretation dieses Fallbeispiels wird schrittweise mit einem Modell professionellen Handelns vorgegangen: Anamnese (Rekonstruktion der Vorgeschichte), Diagnose (Erläuterung des Problems/ Interpretation) und Intervention (Was kann getan werden?).
Inhaltsverzeichnis
1 Erläuterung qualitative Sozialforschung
1.1 Die Einzelfallarbeit
1.2 Das narrative Interview
2 Normen und Werte
3 Interpretation des Fallbeispiel „Sebastian“
4 Reflexion für das Modul Soziologie
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht anhand des Fallbeispiels „Sebastian“, welche soziologischen Faktoren und individuellen Dynamiken das Denken und Handeln eines Menschen maßgeblich beeinflussen, um daraus Ansätze für professionelles sozialarbeiterisches Handeln abzuleiten.
- Grundlagen der qualitativen Sozialforschung
- Bedeutung von Normen und Werten in der Gesellschaft
- Biografische Analyse und Interpretation von Einzelschicksalen
- Einfluss von Bindungserfahrungen und Stigmatisierung
- Methoden der Fallarbeit und Reflexion für die Soziale Arbeit
Auszug aus dem Buch
Interpretation des Fallbeispiel „Sebastian“
Sebastian ist ein 15 jähriger Junge mit schwierigem biografischen Hintergrund. Mit zwei Monaten gab ihn seine leibliche Mutter an eine Pflegefamilie, seinen leiblichen Vater kennt er nicht. Die Pflegeeltern trennten sich als Sebastian circa 13 Jahre alt war. Er lebte danach zunächst bei seinem Pflegevater, den er jedoch wiederholt beklaute. Auf Grund dessen zog er zu seiner Pflegemutter. Aber auch dort blieb er nicht lange, auf Grund von Konflikten zwischen Sebastian und dem neuen Partner der Pflegemutter. Sebastian ging freiwillig zum Jugendamt und bat um Inobhutnahme, wobei er behauptete, der neue Partner seiner Pflegemutter wäre ihm gegenüber Übergriffig geworden. Daraufhin kam er zunächst in eine stationäre Wohngruppe, die er allerdings innerhalb kürzester Zeit auf Grund von problematischen Verhalten, drei Mal wechselte. Zur Zeit befindet sich Sebastian in einer Übergangseinrichtung. Zu dem soll Sebastian bald Vater werden.
Anhand eines Interviews mit Sebastian ist nun die Frage zu klären, welche Faktoren für das Denken und Handeln von Sebastian eine Rolle spielen.
Hierzu möchte ich zunächst aufzeigen, welche Personen für den 15-jährigen Jungen von Bedeutung sind. Anhand des Interviews, ziehe ich die Schlussfolgerung, dass Sebastians Pflegevater eine der wichtigsten Personen in seinem Leben zu sein scheint, da er die einzige greifbare Vaterfigur in seinem Leben darstellt. Er nennt ihn zu Beginn gleich als erstes und äußert hier den Wunsch bei ihm sein zu dürfen (Zeile 3f). Zudem äußert Sebastian meines Erachtens nach die meisten Emotionen im Zusammenhang mit seinem Pflegevater. In den Zeilen 24-34 sagt Sebastian, er sei von seinem Vater enttäuscht, da er seine Entschuldigungen nicht annimmt und ihn nicht wieder zu sich nimmt. Er schildert, dass das letzte Zusammentreffen zwischen den beiden sehr emotional war, da beide Parteien am Ende weinen mussten.
Zusammenfassung der Kapitel
Erläuterung qualitative Sozialforschung: Dieses Kapitel führt in die wissenschaftlichen Methoden der qualitativen Sozialforschung ein, wobei insbesondere der Fokus auf die Einzelfallarbeit und das narrative Interview als Erhebungsinstrumente gelegt wird.
Normen und Werte: Hier werden die theoretischen Grundlagen zu sozialen Normen und Werten dargelegt, sowie deren Funktion bei der Verhaltenssteuerung und der Aufrechterhaltung gesellschaftlicher Stabilität erläutert.
Interpretation des Fallbeispiel „Sebastian“: Anhand einer Biografieanalyse werden die Einflussfaktoren auf das Denken und Handeln des 15-jährigen Sebastian untersucht und professionelle Interventionsmöglichkeiten diskutiert.
Reflexion für das Modul Soziologie: Der Autor reflektiert den Erkenntnisgewinn aus dem Modul Soziologie für die eigene Arbeit als angehende Fachkraft in der Sozialen Arbeit.
Schlüsselwörter
Qualitative Sozialforschung, Einzelfallarbeit, Narratives Interview, Normen, Werte, Soziologie, Bindung, Stigmatisierung, Sozialarbeit, Biografieanalyse, Adoleszenz, Selbstwertgefühl, Identität, Sozialisation, Interaktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Einflüsse auf das Denken und Handeln eines Jugendlichen anhand einer qualitativen Fallstudie vor soziologischem Hintergrund.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Bedeutung biografischer Prägungen, die Rolle von familiären Bindungen, der Einfluss sozialer Normen und die Auswirkung von Stigmatisierung auf das Verhalten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch die Rekonstruktion der Lebensgeschichte von „Sebastian“ zu verstehen, welche Faktoren sein Handeln begründen, um daraus fundierte sozialpädagogische Interventionsstrategien abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird die Methode der qualitativen Sozialforschung angewandt, konkret die Einzelfallanalyse gestützt auf narrative Interviewdaten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur qualitativen Forschung, die Erläuterung soziologischer Begriffe wie Normen und Werte sowie die tiefgehende Interpretation des Fallbeispiels „Sebastian“.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Lebenswelt, Sozialisation, Identitätsentwicklung, biografische Krisen und professionelle Soziale Arbeit aus.
Welche Bedeutung hat der Pflegevater innerhalb der Interpretation?
Der Pflegevater wird als zentrale Bezugsperson identifiziert, die für Sebastian eine wichtige, wenn auch konfliktbehaftete Vaterfigur darstellt, an der sich sein Wunsch nach Stabilität entzündet.
Wie spielt das Thema „Schulabschluss“ in das Fallbeispiel hinein?
Der fehlende Schulabschluss wird als Indikator für Sebastians Schwierigkeiten in der modernen Leistungsgesellschaft gewertet, wobei die Frage offen bleibt, inwiefern dies auf fehlende Initiative oder soziale Barrieren zurückzuführen ist.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2021, Qualitative Sozialforschung anhand eines Fallbeispiels. Welche Faktoren beeinflussen das Denken und Handeln eines Menschen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1291514