In dieser Hausarbeit wird die Schwierigkeit des Bewertens und Zensierens im Sportunterricht thematisiert. Einleitend werden zunächst wichtige Begriffe rund um das Thema erläutert, ehe ein historischer Blick in die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte der Zensurgebung die Thematik eröffnet. In einem zweiten Abschnitt geht es konkreter um die Benotung im Unterrichtsfach Sport, wobei v.a. umfangreich Argumente für oder gegen eine Zensierung gesammelt werden. Weiterhin führt ein Blick in den hessischen Lehrplan und erläutert die gegenwärtig dort bezeichnete Zusammensetzung der Sportnote. Abschließend werden alternative Benotungs- und Bewertungsmöglichkeiten für den Sportunterricht vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Begriffsklärung
2.1 Leistung
2.2 Bewertung und Zensierung
III. Anfänge und Entwicklung des Zensurwesens in Deutschland
IV. Die Benotung im Sportunterricht
4.1 Besonderheiten und Kontroversen der Benotung im Sportunterricht
4.2 Funktion und Bedeutung der Sportnote
4.3 Argumente für eine Zensierung im Sportunterricht
4.4 Argumente gegen eine Zensierung im Sportunterricht
V. Zusammensetzung der Sportnote
VI. Alternative Möglichkeiten in Bezug auf Bewertung im Sportunterricht
6.1 Selbstbewertung fördern
6.2 Schüler-Schüler-Bewertungen
6.2.1 Beobachtungsaufgaben für Schüler/innen
6.2.2 Beteiligung der Schüler/innen als Unterrichtende
6.3 Gütemaßstäbe und Prüfungsbedingungen verhandeln
VII. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die pädagogische und organisatorische Sinnhaftigkeit der Benotung im Sportunterricht, um zu klären, ob eine vollständige Abschaffung der Zensur notwendig ist oder ob eine Reformierung des bestehenden Bewertungssystems ausreicht.
- Historische Entwicklung des Zensurwesens in Deutschland
- Funktionen und pädagogische Bedeutung der Sportnote
- Kritische Analyse von Argumenten für und gegen die Zensierung
- Kriterien für die Zusammensetzung der Sportnote im modernen Lehrplan
- Vorstellung alternativer Bewertungsansätze und Methoden
Auszug aus dem Buch
4.1 Besonderheiten und Kontroversen der Benotung im Sportunterricht
Wie in anderen Fächern, so sind auch im Fach Sport die Ziele und Inhalte der Stoffgebiete des Lehrplans Grundlage der Zensierungen. So gliedert sich in der Regel der Lehrrhythmus in den Klassen nach den geplanten Zensierungen (vgl. Seifert, Dr. G. & G. Keil 1989, 234; Miethling, W. 2007, 152).
Auf den ersten Blick erscheint das Fach Sport hinsichtlich der Leistungsbewertung einiger Bereiche als sehr simpel. Gemeint sind damit Bereiche wie Leichtathletik und Schwimmen, die eine Bestimmung von exakten, individuellen Leistungsergebnissen zulassen. In solchen Sportbereichen existieren geschlechts- und altersspezifische Leistungstabellen, zudem sind die Leistungen regional und überregional miteinander vergleichbar. Die Probleme setzen hier bei den unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen der Schüler/innen an, denn diese bestimmen die sportmotorische Leistung in besonderem Maße. Aus diesem Grund wird bei unterschiedlicher körperlicher Ausstattung der Kinder eine gleiche Bewertung bei gleicher Leistung als ungerecht empfunden und ist Auslöser häufiger Kritik an der Notengebung. Neben diesem Problem existieren auch im Sport Disziplinen, wie ästhetisch-darstellerische Sportarten oder Mannschaftsspiele, in denen sich messbare Leistungen nur sehr schlecht oder gar nicht erfassen lassen. An dieser Stelle ist die Lehrkraft meist auf sich allein gestellt, denn auch die Wissenschaft gibt dahingegen kaum konkrete „Zensierungs-Hilfen“.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Vorstellung der Problematik der Sportzensur, Einbettung in den historischen Kontext und Definition der zentralen Forschungsfrage.
II. Begriffsklärung: Theoretische Herleitung der Leistungsbegriffe sowie Abgrenzung der Konzepte „Bewertung“ und „Zensierung“ im schulischen Kontext.
III. Anfänge und Entwicklung des Zensurwesens in Deutschland: Rückblick auf die historische Genese der Notengebung und des Rangierens im deutschen Schulwesen.
IV. Die Benotung im Sportunterricht: Detaillierte Analyse der Besonderheiten, Funktionen sowie der gegensätzlichen Argumentationslinien zur Sportnote.
V. Zusammensetzung der Sportnote: Untersuchung der Kriterien zur Leistungsbewertung unter Einbeziehung aktueller Lehrpläne und Bezugsnormen.
VI. Alternative Möglichkeiten in Bezug auf Bewertung im Sportunterricht: Darstellung moderner Ansätze wie Selbstbewertung und Peer-Feedback zur Auflockerung der klassischen Notengebung.
VII. Fazit: Zusammenführende Betrachtung der Debatte und Plädoyer für eine pädagogisch fundierte Weiterentwicklung des Bewertungssystems.
Schlüsselwörter
Sportunterricht, Notengebung, Zensierung, Leistungsbewertung, Pädagogik, Sportnote, Schulsport, Selbstbewertung, Schüler-Feedback, Bewertungskriterien, Schulleistung, Bildungsauftrag, Leistungskontrolle, Motivation, Sportpädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die kontroverse Debatte um die Berechtigung der Notengebung im Fach Sport und hinterfragt, ob Zensuren in diesem Bereich sinnvoll sind oder reformiert werden sollten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder umfassen die historische Entwicklung des Zensurwesens, die Analyse der Funktionen der Sportnote sowie die Diskussion pädagogischer Argumente für und gegen die Benotung.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, auf die Forschungsfrage zu antworten, ob eine Abschaffung der Sportnote sinnvoll ist oder ob eine Reformierung des Bewertungssystems die bessere Alternative darstellt.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse, die pädagogische Fachliteratur und offizielle Lehrpläne auswertet, um eine fundierte Gegenüberstellung der Argumente zu ermöglichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben den Funktionen der Note die spezifischen Probleme bei der objektiven Messung sportlicher Leistungen sowie alternative Bewertungsmodelle wie Selbst- und Schülerbewertung diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Untersuchung wird maßgeblich durch Begriffe wie Sportunterricht, Leistungsbewertung, Zensierung, pädagogische Handhabung und Motivation geprägt.
Inwiefern unterscheiden sich „Bewertung“ und „Zensierung“ laut Autor?
Während die Bewertung den gesamten pädagogischen Prozess und die Entwicklung der Schülerpersönlichkeit einbeziehen soll, wird die Zensur lediglich als ziffernmäßiges Klassifikationssymbol verstanden.
Welchen Stellenwert nimmt die Peer-Bewertung im Sport ein?
Die Schüler-Schüler-Bewertung wird als wertvolles Instrument beschrieben, das soziale Lernprozesse fördert und die Kompetenz zur kritischen Selbst- und Fremdwahrnehmung stärkt.
- Quote paper
- Theresa Hiepe (Author), 2008, Zur Problematik des Bewertens und Zensierens im Unterrichtsfach Sport, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/128767