Bei dieser Hausarbeit geht es nicht um eine bloße Abhandlung der Formen und Vorkommen von Gated Communities. Vielmehr soll aufgezeigt werden, wie sich Gated Communities in den USA von ihrem Ursprung aus bis heute hin entwickelt haben und welche gesellschaftlichen Veränderungen möglicherweise dazu beigetragen haben könnten. Daher widmet sich der Hauptteil der Arbeit dem historischen Aspekt geschlossener Wohnkomplexe und der Frage, inwiefern gesellschaftlichen Kontexte zur Entwicklung von Gated Communities beigetragen haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Entwicklungsphasen der Gated Communities in den USA
2.1. Die Vorläufermodelle der Gated Communities
2.1.1. Die Villenkolonien
2.1.2. Die Gartenstadt
2.2. Die Anfangsphase der Gated Communities im 19. Jahrhundert
2.3. Der Boom ab den 60er und 70er Jahren
2.4. Das Anwachsen der Gated Communities bis heute
3. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die historische Entwicklung von Gated Communities in den USA und analysiert, inwiefern gesellschaftliche Kontexte, wie das Bedürfnis nach Sicherheit und Exklusivität, zu ihrer Entstehung und Verbreitung beigetragen haben.
- Historische Herleitung über Villenkolonien und das Gartenstadtmodell
- Analyse der Entwicklungsphasen seit dem 19. Jahrhundert
- Untersuchung von sozialen Treibern wie Angst vor Kriminalität und Wunsch nach Isolation
- Bewertung gesellschaftlicher Folgen wie Segregation und soziale Desintegration
Auszug aus dem Buch
2.1.1. DIE VILLENKOLONIEN
„Die Villenkolonie war eine Antwort gesellschaftlich privilegierter Gruppen auf die Veränderung des urbanen Wohnens im Zuge der Herausbildung der Industriegesellschaft, die Antwort auf reale oder vermutete gesundheitliche, soziale, sittliche, politische Gefahren der Großstadt, auf die Hässlichkeit der Großstadt, auf das Verschwinden der ‚Natur’ in der Stadt. Sie war das Ergebnis einer freiwilligen, bewussten Entscheidung für die Stadtflucht, gegen die real existierende Stadt, ein Versuch, einen gehobenen gesellschaftlichen Status zu sichern oder diesen aufzuwerten. Sie unterschied sich daher in sozialer Hinsicht von anderen Formen vorstädtischen Wohnens.“ (Bodenschatz 2001, S.77)
Das Wohnen in den Innenstädten wurde als schlecht dargestellt und als ungesund, laut, teuer und unerträglich beschrieben, wohingegen das Wohnen im Vorort als gesund, natürlich, frei und angenehm angesehen wurde (Bodenschatz 2001, S.76f). Für die meisten suburbanen Siedlungen, so auch für die Villenkolonien, war trotz aller Stadtfeindlichkeit die Nähe zur Stadt wichtig, um von deren Angeboten zu profitieren. Wohnen wollte man dort allerdings nicht. Daher wurde massiv mit dem Leben in der Natur geworben. Die Villenkolonien wurden meist als eine Art Landschaftspark angelegt, auf dem die Grünflächen als Identität stiftende Orte für die Siedlung fungieren sollten (Bodenschatz 2001, S.95).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Phänomen der Gated Communities ein, definiert den Begriff und umreißt die historische sowie gesellschaftliche Forschungsfrage der Arbeit.
2. Entwicklungsphasen der Gated Communities in den USA: Dieses Kapitel betrachtet die historischen Vorläufer wie Villenkolonien und Gartenstädte und analysiert die drei zentralen Phasen der Verbreitung von den Anfängen im 19. Jahrhundert bis zur heutigen Omnipräsenz.
2.1. Die Vorläufermodelle der Gated Communities: Hier werden die historischen Wurzeln suburbaner Architektur und deren Intentionen zur sozialen Abgrenzung bzw. naturnahen Lebensweise diskutiert.
2.1.1. Die Villenkolonien: Untersuchung der Villenkolonien als bewusste Antwort auf die Missstände der Industrialisierung und als Statusinstrument privilegierter Gruppen.
2.1.2. Die Gartenstadt: Darstellung des Gartenstadtkonzepts nach Ebenezer Howard als Reformmodell, das die Dezentralisierung amerikanischer Großstädte maßgeblich beeinflusste.
2.2. Die Anfangsphase der Gated Communities im 19. Jahrhundert: Fokus auf die Entstehung der ersten geschlossenen Wohnanlagen in den USA, beispielhaft illustriert durch den Llewellyn Park.
2.3. Der Boom ab den 60er und 70er Jahren: Analyse der Ausbreitung von Gated Communities durch die Mittelschicht und der damit einhergehenden steigenden Nachfrage nach exklusiven Freizeitressorts.
2.4. Das Anwachsen der Gated Communities bis heute: Betrachtung der aktuellen Situation unter dem Einfluss von Globalisierung, gestiegenem Sicherheitsbedürfnis und der damit verbundenen sozialen Folgen.
3. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, wonach Gated Communities eng mit gesellschaftlichen Sehnsüchten verknüpft sind, jedoch auch erhebliche Risiken der sozialen Spaltung bergen.
Schlüsselwörter
Gated Communities, USA, Stadtgeographie, Suburbanisierung, Villenkolonien, Gartenstadt, soziale Segregation, Kriminalitätsfurcht, Wohnprozesse, Stadtentwicklung, private Infrastruktur, soziale Desintegration, Exklusivität, historischer Wandel, Lebenswelt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit behandelt die Entwicklung und Verbreitung von Gated Communities in den Vereinigten Staaten unter einer historischen Perspektive.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit legt den Fokus auf die historische Herleitung von geschlossenen Wohnkomplexen, die Rolle des Sicherheitsbedürfnisses und die damit verbundenen sozialen Auswirkungen auf die urbane Landschaft.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, inwiefern gesellschaftliche Kontexte, wie soziale Desintegrationsprozesse oder der Wunsch nach Exklusivität, zur Entwicklung und zum Anwachsen von Gated Communities beigetragen haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, basierend auf Literaturarbeit und stadtgeographischer Fachliteratur, um die Entwicklung in drei Phasen darzustellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Vorläufermodellen (Villenkolonien, Gartenstädte), die Anfangsphase im 19. Jahrhundert, den Boom ab den 1960er Jahren und das heutige Anwachsen der Wohnformen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Gated Communities, Suburbanisierung, soziale Segregation, Exklusivität und städtische Transformation gekennzeichnet.
Warum wird speziell auf das Modell der Villenkolonien eingegangen?
Villenkolonien dienen als historische Vorläufer, um zu zeigen, dass gesellschaftliche Privilegierung und der Rückzug aus der urbanen Hektik bereits im 18. und 19. Jahrhundert eine treibende Kraft für abgeschlossene Wohngebiete waren.
Welche Rolle spielt die Angst vor Kriminalität bei der Entwicklung?
Sie gilt besonders ab den 1980er Jahren als wesentlicher Treiber für die Omnipräsenz geschlossener Wohnkomplexe, da diese Mauern als Schutzmechanismus und zur Steigerung des Sicherheitsgefühls wahrgenommen werden.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, Gated Communities in den USA unter historischer Perspektive. Inwiefern haben gesellschaftliche Kontexte zur Entwicklung beigetragen?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1285427