Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Go to shop › History of Germany - 1848, Empire, Imperialism

Otto Brunner - Ein Zeuge des 20. Jahrhunderts

Title: Otto Brunner - Ein Zeuge des 20. Jahrhunderts

Seminar Paper , 1997 , 68 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Alessandro de Michel (Author)

History of Germany - 1848, Empire, Imperialism

Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Otto Brunner wurde am 21. April 1898 in Mödling bei Wien geboren. Die niederösterreichisch – mährische Heimat in seiner Jugend wirkte sich wohl bestimmend auf seinen Beruf als Sozialhistoriker aus. Otto Brunners Wegbereiter auf dem Gebiete der Historie waren Doptsch, Redlich und Srbik. In der Zeit des Nationalsozialismus war sein Gebot der Stunde die politische Volksgeschichte. Brunners methodische Grundsatzfrage entwickelte er in der scharfen Konfrontation des bürgerlichen und liberalen Rechtsstaates mit den damals heraufkommenden politischen Überzeugungen des Nationalsozialismus. Unter Volksgeschichte verstand er dasselbe wie unter Sozialgeschichte, nämlich „die Geschichte des inneren Gefüges menschlicher Gruppen“. Um nach dem Zweiten Weltkrieg den vorbelasteten Begriff „Volksgeschichte“ zu vermeiden, ersetzte er denselben mit dem Begriff „Strukturgeschichte“.
Otto Brunners Rezeptionsarbeit war immens. Seine „geistigen Wurzeln“ sollen anhand einiger Persönlichkeiten auf den Punkt gebracht werden: Das Zusammenwirken des Königs und des Volkes und das Wesen verfassungsmäßiger Ordnung bei Georg Waitz. Die enge Verflechtung von Rechts-, Wirtschafts- und Sozialordnung bei Karl Lamprecht. Sowie das unentzweite Recht in der altständischen Gesellschaft bei Otto Gierke. Das abendländische Mittelalter nach Ernst Troeltsch: „…der eigentliche Mutterschoß unseres ganzen Lebens“. Die paritätische Verbindung von Mikroskopie und Makroskopie bei E.R.Curtius. Als auch Otto Hintze und seine Verbindung von Sozialgeschichte mit Begriffsgeschichte und das Wesen des Politischen bei Carl Schmitt.
Die kritischen und ablehnenden Stellungsnahmen bzgl. Otto Brunners Werk fehlten keineswegs. So warf man ihm vor, er hege eine „Nostalgie nach der alteuropäischen Adelswelt“, er hätte eine „gewisse Phobie“ gegen die Aufklärung „und gegen Intellektuelle überhaupt“. Mit Attributen wie „konservativ“, „romantisierend“, „nostalgisch“ und „historisch“ wurden seine historischen Arbeiten gerne von seinen Gegnern gekennzeichnet.
Otto Brunner fragt was denn der Gegenstand der Geschichtswissenschaft im engeren Sinn des Wortes sei, gibt es neben der Fülle von historischen Wissenschaften doch ein eigenes Fach „Geschichte“. Er wehrt sich immens gegen die verkehrte Ansicht, dass es letztendlich den Kulturhistorikern überlassen sei „die Ergebnisse der historischen Einzelwissenschaften zu einem einheitlichen Bild der betreffenden Kultur zusammenzufassen“.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITENDE GEDANKEN

1.1. Otto Brunners Affinität zum Nationalsozialismus

1.2. Volksgeschichte – Strukturgeschichte – Sozialgeschichte

2. OTTO BRUNNERS HISTORISCHER HUMUSBODEN

2.1. Otto Brunners „Vordenker“

2.2. Kritik an Otto Brunners historischer Arbeit

3. DIE POLEMIK IN DER GESCHICHTSWISSENSCHAFT

3.1. Allgemeine Geschichte und historische Fachwissenschaften

3.2. Die Unterscheidung von „Geisteswissenschaften“ und „Sozialwissenschaften“

3.3. Gegenstand und ursprüngliches Interesse in der Geschichtswissenschaft

4. DAS VERHÄLTNIS VON GESCHICHTE UND GEGENWART

4.1. Begriffskritische Untersuchungen

4.2. Der Bedeutungswandel von Wörtern

4.3. Otto Brunners „europäische“ Sozialgeschichte

5. DIE MITTELALTERLICHE RECHTS- UND VERFASSUNGSORDNUNG

5.1. Fehde

5.2. Herrschaft

6. ABSCHLIEßENDE GEDANKEN

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Historiker Otto Brunner als eine prägende und zugleich umstrittene Figur der Geschichtswissenschaft des 20. Jahrhunderts. Ziel ist es, seine theoretischen Grundlagen, insbesondere den Übergang von der Volksgeschichte zur Sozial- und Strukturgeschichte, vor dem Hintergrund seiner Zeit und seiner ideologischen Verknüpfungen kritisch zu beleuchten.

  • Wissenschaftsgeschichte und theoretische Entwicklung von Otto Brunner
  • Kritische Analyse des Begriffs der Volksgeschichte und ihrer ideologischen Einbettung
  • Verhältnis von Sozialgeschichte, Strukturgeschichte und historischer Fachwissenschaft
  • Auseinandersetzung mit begriffskritischen Untersuchungen in der Geschichtswissenschaft
  • Untersuchung mittelalterlicher Rechts- und Verfassungsstrukturen wie Fehde und Herrschaft

Auszug aus dem Buch

4.1. Begriffskritische Untersuchungen

„Nach einem Diktum von Epiktet seien es nicht die Taten, die den Menschen erschüttern, sondern die Worte über die Taten.“(115) Das genaue Gegenteil bemerkte Werner Betz: „Die Wirklichkeit ist stärker als die Sprache.“(116) Wie auch immer sich diese beiden gegensätzlichen Aussagen unterscheiden, - geht es mir in diesem Punkt lediglich darum, jene Forderung Brunners aufzuzeigen, welche sich gegen den „Schlendrian scheinbar allgemeingültiger Begriffe“ richtet.

Das zentrale Problem für den Historiker, so Brunner, ist das „einer sachgerechten und wenn möglich quellenmäßigen Begriffssprache. Daher sind begriffskritische Untersuchungen unentbehrlich. Dies setzt eine Besinnung auf die heute gängigen Begriffe und Termini und auf deren geschichtliche Bedingtheit voraus. Von hier aus ausgreifend ist die Verwendbarkeit moderner Begriffe bei der Darstellung "vormoderner" Zeiten zu prüfen, aber auch der Bedeutungswandel von Wörtern zu beachten, die heute wie einst gebraucht werden und doch einen ganz anderen Sinn gewonnen haben. Da unsere Sprache ständig einem Wandel unterliegt, steht der Historiker hier vor einer Aufgabe, die nicht ein für allemal erledigt werden kann, sondern die dauernd und unaufhebbar gegeben ist.“(117)

Jede geschichtliche Sicht ist von der Gegenwart her mitbestimmt – „Geschichte der Gegenwart“ (Benedetto Croce).(118) Kommt es zur Konfrontation von „geistigen Erscheinigungen“ mit der Wirklichkeit, so muß der Historiker an die jedweiligen, konkreten Verhältnisse herangehen (118) (im Akt des geistigen Regresses).

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITENDE GEDANKEN: Einführung in die Biografie und das wissenschaftliche Umfeld von Otto Brunner sowie dessen Annäherung an den Nationalsozialismus.

2. OTTO BRUNNERS HISTORISCHER HUMUSBODEN: Analyse der geistigen Wegbereiter Brunners und kritische Auseinandersetzung mit der Rezeption seiner historischen Arbeit.

3. DIE POLEMIK IN DER GESCHICHTSWISSENSCHAFT: Untersuchung des Verhältnisses zwischen allgemeiner Geschichte und Fachwissenschaften sowie die begriffliche Abgrenzung von Geistes- und Sozialwissenschaften.

4. DAS VERHÄLTNIS VON GESCHICHTE UND GEGENWART: Diskussion der Notwendigkeit begriffskritischer Methoden und des Bedeutungswandels in der historischen Forschung.

5. DIE MITTELALTERLICHE RECHTS- UND VERFASSUNGSORDNUNG: Anwendung von Brunners methodischem Ansatz auf die Analyse der mittelalterlichen Fehde und Herrschaftsverhältnisse.

6. ABSCHLIEßENDE GEDANKEN: Reflexion über die eigene Arbeit, die Bedeutung Brunners für Geschichtsinteressierte und ein Appell zur Lektüre seiner Werke.

Schlüsselwörter

Otto Brunner, Sozialgeschichte, Strukturgeschichte, Volksgeschichte, Geschichtswissenschaft, Mittelalter, Verfassungsgeschichte, Begriffsgeschichte, Historismus, politische Geschichte, Herrschaft, Fehde, Ideologie, Methodenlehre, Quellenanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Leben, dem Werk und der methodischen Bedeutung des Historikers Otto Brunner im Kontext der Geschichtswissenschaft des 20. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Sozial- und Strukturgeschichte, dem Umgang mit historischer Terminologie und der Analyse mittelalterlicher Machtstrukturen wie Fehde und Herrschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, Brunners theoretische Grundlagen und seine Vorgehensweise bei der Erforschung vergangener Gesellschaftsstrukturen objektiv darzustellen und dabei auch seine Zeitbezüge kritisch zu würdigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wählt einen wissenschaftshistorischen Ansatz, der auf der Analyse von Primärquellen, Rezeptionsgeschichten und der fachinternen Debatte um Brunners Werk basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Reflexionen über den Gegenstand der Geschichtswissenschaft, begriffskritische Untersuchungen und konkrete Fallbeispiele zur mittelalterlichen Verfassungsordnung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Sozialgeschichte, Strukturgeschichte, Otto Brunner, Begriffsgeschichte, Rechtsgeschichte und politische Volksgeschichte.

Wie bewertet der Autor die Kritik an Otto Brunner?

Die Autorin stellt fest, dass die Kritik an Brunner oft von Missverständnissen und Unterstellungen geprägt war, merkt aber an, dass Brunner es versäumt habe, sein eigenes Werk kritisch im Lichte des Nationalsozialismus zu reflektieren.

Warum ist das Verständnis von Begriffen wie „Raubritter“ für Brunner wichtig?

Für Brunner ist dies entscheidend, da er davor warnt, moderne ideologisch aufgeladene Begriffe unkritisch auf das Mittelalter zu übertragen, da dies den Blick auf die tatsächlichen historischen Gegebenheiten verfälscht.

Excerpt out of 68 pages  - scroll top

Details

Title
Otto Brunner - Ein Zeuge des 20. Jahrhunderts
College
University of Innsbruck  (Institut für Österreichische Geschichte)
Course
Österreichische Geschichtswissenschaft. Zur Sozialgeschichte einer ‚interesselosen‘ Profession (18.- 20.Jahrhundert).
Grade
2,0
Author
Alessandro de Michel (Author)
Publication Year
1997
Pages
68
Catalog Number
V12840
ISBN (eBook)
9783638186377
ISBN (Book)
9783638723237
Language
German
Tags
Otto Brunner Zeuge Jahrhunderts Geschichtswissenschaft Sozialgeschichte Profession Jahrhundert)
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alessandro de Michel (Author), 1997, Otto Brunner - Ein Zeuge des 20. Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/12840
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  68  pages
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Payment & Shipping
  • About us
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint