Diese Facharbeit untersucht, welchen Einfluss der Konsum bestimmter Medieninhalte auf die politische Haltung bei Jugendlichen hat.
Wodurch tauchen polarisierenden Effekte in sozialen Netzwerken auf und wie unterscheiden sie sich von den polarisieren Effekten, die möglicherweise durch herkömmliche Medien entstehen? Welchen Einfluss hat das auf die politische Haltungsbildung unter den Schüler:innen der Oberstufe des Ernst-Moritz-Arndt Gymnasiums als Teil einer Generation, in der rund drei Viertel der 16- bis 18-Jährigen soziale Netzwerke nutzen?
Genau entlang dieser Abgrenzung soll die Untersuchung der Polarisierung durch Medien in dieser Facharbeit stattfinden: Auf der einen Seite die herkömmlichen Medien, also solche, die sich in der realen Welt bereits in Form von Zeitungen/Zeitschriften, Radiosendern/-sendungen oder Fernsehsendern/-sendungen als Institutionen manifestiert haben. Dem werden auf der anderen Seite soziale Netzwerke, also offen gestaltete, digitale Plattformen, auf denen Nutzer:innen sehr direkt miteinander in Kontakt treten können und Inhalte hochladen, sowie kommentieren, liken oder weiterverbreiten können, gegenübergestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Politische Polarisierung – Begriff und Faktoren
3 Polarisierende Effekte in sozialen Netzwerken
3.1 Engagement Based Ranking
3.2 Schlussfolgerung zu polarisierenden Effekten in sozialen Netzwerken
4 Polarisierende Effekte in herkömmlichen Medien
4.1 Polarisierende Effekte in herkömmlichen Medien
4.2 Schlussfolgerung zu polarisierenden Effekten in herkömmlichen Medien in Abgrenzung zu polarisierenden Effekten in sozialen Netzwerken
5 Auswertung der empirischen Untersuchung
5.1 Methodik
5.2 Die Gruppe der Proband:innen
5.3 Hypothesen
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des Konsums bestimmter Medieninhalte auf die politische Haltung bei Jugendlichen der Oberstufe des Ernst-Moritz-Arndt Gymnasiums. Zentrale Forschungsfrage ist dabei, inwiefern soziale Netzwerke im Vergleich zu herkömmlichen Medien polarisierende Effekte auf die politische Meinungsbildung ausüben.
- Vergleich der Medieneffekte zwischen sozialen Netzwerken und herkömmlichen Medien
- Analyse des "Engagement Based Ranking"-Prinzips
- Empirische Untersuchung zur politischen Selbsteinschätzung und Mediennutzung der Zielgruppe
- Reflektion der Rolle von Algorithmen bei der Verstärkung negativer Emotionen
Auszug aus dem Buch
3.1 Engagement Based Ranking
„Facebook knows [...] that their own algorithms give more distribution to angry content. And so, the more of that you consume, I can't imagine you not getting angry. “ (Frances Haugen in ZDF Magazin Royale 2021: 15:47-16:05)
Es ist nichts Neues, dass Facebook mit seinen Algorithmen fähig ist die Emotionen von Nutzer:innen zu beeinflussen (vgl. spiegel.de 2014). Dass dies täglich mit den Timelines von Nutzer:innen die Dienste der Meta Konzerns passiert, ist zuletzt durch die Enthüllungen der Facebook-Whistleblowerin Frances Haugen stark präsent geworden (vgl. wsj.com 2021). In ihren Enthüllungen steht insbesondere das Prinzip des „Engagement Based Rankings“ (vgl. ebd.) im Mittelpunkt. Hierbei werden die Inhalte, die Nutzer:innen angezeigt werden, nicht etwa zum Beispiel chronologisch geordnet, sondern auf Basis der Bindung an den Bildschirm, die durch einen Inhalt erzielt werden kann (vgl. nytimes.com 2021). Das Engagement Based Ranking ziehen Algorithmen von sozialen Netzwerken nicht das Datum für die Ordnung der Inhalte zurate, sondern Größen, die auf die Auseinandersetzung und Verbindung mit dem Inhalt schließen lassen, wie etwa Likes, Kommentare oder Weiterleitungen (vgl. edition.cnn.com 2021).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der politischen Polarisierung durch Medien ein und stellt die Forschungsfrage sowie die Zielsetzung der empirischen Untersuchung vor.
2 Politische Polarisierung – Begriff und Faktoren: Das Kapitel definiert den Begriff der politischen Polarisierung und erörtert zentrale Faktoren, die den Prozess der gesellschaftlichen Aufspaltung begünstigen.
3 Polarisierende Effekte in sozialen Netzwerken: Hier wird analysiert, wie soziale Netzwerke durch Algorithmen wie das Engagement Based Ranking die politische Kommunikation beeinflussen und Emotionen steuern können.
4 Polarisierende Effekte in herkömmlichen Medien: In diesem Kapitel wird untersucht, ob und wie herkömmliche Medien zur Polarisierung beitragen und wie sie sich in ihrer Funktionsweise von sozialen Netzwerken abgrenzen.
5 Auswertung der empirischen Untersuchung: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse der Befragung von Schüler:innen und analysiert deren Mediennutzungsverhalten sowie politische Einstellungen im Kontext der aufgestellten Hypothesen.
6 Fazit und Ausblick: Diese abschließende Sektion fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Rolle von Medien bei Polarisierungsprozessen sowie die Bedeutung politischer Bildung.
Schlüsselwörter
Politische Polarisierung, Soziale Netzwerke, Herkömmliche Medien, Engagement Based Ranking, Politische Meinungsbildung, Algorithmen, Populismus, Demokratie, Mediennutzung, Empirische Untersuchung, Meinungsverschiedenheit, Radikalisierung, Politische Partizipation, Medienkompetenz, Digitale Plattformen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Einfluss, den soziale Netzwerke und herkömmliche Medien auf die politische Polarisierung und Meinungsbildung bei Jugendlichen haben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die Analyse von Algorithmen in sozialen Netzwerken, die mediale Vermittlung kontroverser Inhalte und deren Wirkung auf die politische Selbsteinschätzung der Zielgruppe.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, herauszufinden, ob soziale Medien stärker zur politischen Polarisierung beitragen als klassische Medienangebote wie Zeitungen oder das Fernsehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erkenntnisgewinnung verwendet?
Es wird eine empirische Untersuchung in Form einer Umfrage an der Oberstufe des Ernst-Moritz-Arndt Gymnasiums durchgeführt, um Daten zur Mediennutzung und politischen Einstellung zu erheben.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Analyse von polarisierenden Effekten in sozialen Medien und herkömmlichen Medien sowie die statistische Auswertung der Schülerbefragung.
Wodurch zeichnet sich die Arbeit inhaltlich aus?
Die Arbeit verknüpft aktuelle medienwissenschaftliche Diskurse (wie das Engagement Based Ranking) mit einer lokal spezifischen empirischen Erhebung bei Jugendlichen.
Warum wurde das "Engagement Based Ranking" als Schwerpunkt gewählt?
Da dieses Prinzip maßgeblich dafür sorgt, dass algorithmisch Inhalte mit hoher emotionaler Resonanz bevorzugt werden, ist es ein entscheidender Faktor für die Verstärkung von Polarisierungsprozessen.
Welche Erkenntnisse liefert die Untersuchung in Bezug auf die Schüler:innen?
Die Ergebnisse zeigen, dass trotz einiger polarisierender Tendenzen in sozialen Netzwerken keine fundamentale Spaltung innerhalb der untersuchten Schülergruppe festzustellen ist.
- Quote paper
- Anonym (Author), Polarisierung in den Medien. Welchen Einfluss hat der Konsum bestimmter Inhalte auf die politische Haltung Jugendlicher?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1281267