Ziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, inwieweit und unter Einsatz welcher Maßnahmen die Einzelhändler die Chancen des E-Commerce für sich nutzen können, um auch den zukünftigen Bedürfnissen des Marktes bzw. der Konsumenten gerecht werden zu können. Um dies zu beantworten, werden zunächst die Begriffe E-Commerce und stationärer Einzelhandel definiert und die verschiedenen Kanalstrategien vorgestellt. Im Folgenden wird die heutige Bedeutung der beiden Vertriebskanäle für den Markt und die Gesellschaft dargestellt und auf die jeweiligen Chancen und Herausforderungen eingegangen. Darauf aufbauend folgt die Analyse der Nutzung der Chancen, indem neue Geschäftsmodelle und ein Best Practice Konzept aus der Praxis vorgestellt werden. Ein Fazit beschließt die Arbeit. Um einen Überblick über den E-Commerce und den stationären Einzelhandel zu erhalten, wurde hauptsächlich Sekundärforschung betrieben.
"Hat der stationäre Handel eine Zukunft?‘" Kaum eine andere Frage beschäftigt die Handelsexperten und E-Commerce-Forscher zurzeit so sehr wie diese. Seit rund viertausend Jahren existiert der Handel. Damals war er lediglich die Nahtstelle zwischen Hersteller und Konsument. Innerhalb der letzten Jahre hat jedoch eine Entwicklung stattgefunden, die die Rolle des Handels drastisch verändert hat. Dazu beigetragen haben verschiedene gesellschaftliche und technologischen Entwicklungen auf dem Markt. In der Presse ist oft die Rede vom "stillen Aussterben des stationären Einzelhandels". Die Ursachen dafür werden zunehmend im E-Commerce gesucht. Mit der steigenden Internetnutzung und dem veränderten Konsumverhalten der Konsumenten steigen auch die Umsätze im E-Commerce nach wie vor rasant an. Während hier die Umsätze in den letzten 15 Jahren um den Faktor zehn gestiegen sind, stagnieren diese beinahe im stationären Einzelhandel. Um in Zukunft erfolgreich zu sein, ist es für stationäre Einzelhändler nun essentiell, mit dieser neuen Form des Wettbewerbs mithalten zu können. Es zeigt sich jedoch, dass hier im stationären Einzelhandel noch enormer Aufholbedarf besteht: So besitzen 36,3 Prozent der Einzelhändler noch immer keine eigene Webpräsenz und 23,8 Prozent keinen Online-Vertriebskanal (n=1.735).
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN UND DEFINITIONEN
2.1 STATIONÄRER EINZELHANDEL
2.2 E-COMMERCE
2.3 KANALSTRATEGIEN
3 ANALYSE DER CHANCEN DES E-COMMERCE FÜR DEN STATIONÄREN EINZELHANDEL
3.1 BEDEUTUNG DES STATIONÄREN EINZELHANDELS HEUTE
3.1.1 Chancen des stationären Einzelhandels
3.1.2 Herausforderungen des stationären Einzelhandels
3.2 BEDEUTUNG DES E-COMMERCE HEUTE
3.2.1 Chancen des E-Commerce
3.2.2 Herausforderungen des E-Commerce
3.3 NUTZUNG DER E-COMMERCE-CHANCEN FÜR DEN STATIONÄREN EINZELHANDEL
3.3.1 Handlungsempfehlungen
3.3.2 Best Practice: Sugartrends
4 KRITISCHE WÜRDIGUNG
5 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, wie stationäre Einzelhändler die Chancen des E-Commerce nutzen können, um ihre Wettbewerbsfähigkeit im heutigen Markt zu erhalten und künftigen Konsumentenbedürfnissen gerecht zu werden.
- Bedeutung von stationärem Einzelhandel und E-Commerce
- Analyse der Digitalisierung als Herausforderung und Chance
- Strategien zur Verknüpfung von Online- und Offline-Kanälen
- Bedeutung von Omni-Channeling und Kundennähe
- Praxisbeispiel zur Unterstützung lokaler Händler
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Chancen des stationären Einzelhandels
Nicht ohne Grund suggeriert das englische Wort ‚Shopping’ auch das ‚Erlebnis’-Einkaufen. Einkaufen beginnt nicht mit dem Bezahlen an der Kasse, sondern mit dem ersten Gedanken in die Stadt zu gehen. Shopping bzw. Einkaufen gehen ist „die Zeremonie des Konsums“ und wird daher nicht nur als Event zelebriert, sondern wird auch immer einen grundlegenden sozialen Aspekt in der Gesellschaft darstellen, da es unter anderem mit einem Treffen mit Freunden oder der Familie verbunden sein kann. Trotz ansprechend gestalteter Onlineshops oder nett verpackter Pakete, die das Erlebnis in der Stadt beim Öffnen des Paketes reproduzieren sollen, wird es Online-Händlern auch in naher Zukunft noch nicht gelingen, das Einkaufen als derartiges Event zu gestalten. Überdies spielt das haptische Erlebnis eine große Rolle im stationären Einzelhandel. Kunden ist es heutzutage noch sehr wichtig die Produkte im Vorfeld begutachten, anfassen und anprobieren zu können. Für diese Möglichkeit nehmen sie sogar einen zum Teil höheren Preis in Kauf. Das Markenvertrauen wird immer noch am ‚Point-of-Sale’ eingeholt. Neben diesen grundlegenden Faktoren des stationären Einzelhandels ist außerdem die Service-Kompetenz der stationären Einzelhändler vor Ort oftmals personalisierter, professioneller und besser auf den Kunden zugeschnitten, als die Beratung online. So können sie, wie im vorherigen Kapitel 3.1. bereits beschrieben, ihren stationären Vertriebskanal nutzen, um einen Erlebniskauf zu erschaffen. Der physische Raum eines Geschäftes gibt ihnen gegenüber der Online-Welt die Chance das markenspezifische Erlebnis mittels Emotionen, Empfindungen (z. B. Gerüche oder Musik), Wahrnehmungen und Eindrücken so zu gestalten, dass sie dem Kunden in Erinnerung bleiben.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Diese Einleitung beleuchtet die aktuelle Krise des stationären Einzelhandels angesichts einer wachsenden E-Commerce-Konkurrenz und definiert das Ziel der Arbeit, Chancen und Maßnahmen für eine digitale Transformation aufzuzeigen.
2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN UND DEFINITIONEN: Hier werden zentrale Begriffe wie der stationäre Einzelhandel, E-Commerce und verschiedene Kanalstrategien definiert, um eine theoretische Basis für die weitere Analyse zu schaffen.
3 ANALYSE DER CHANCEN DES E-COMMERCE FÜR DEN STATIONÄREN EINZELHANDEL: Dieses Hauptkapitel untersucht die Bedeutung der beiden Vertriebskanäle, analysiert deren spezifische Chancen und Herausforderungen und leitet konkrete Handlungsempfehlungen sowie ein Best-Practice-Konzept ab.
4 KRITISCHE WÜRDIGUNG: Der Autor reflektiert die Arbeit, identifiziert vernachlässigte Ansätze wie Virtual Reality und reflektiert die methodische Limitation des Experteninterviews.
5 FAZIT: Das Fazit fasst zusammen, dass die Nähe zum Kunden und die Kommunikation die zentralen Erfolgsfaktoren für stationäre Händler sind, durch die sie sich trotz technischer Herausforderungen im Wettbewerb behaupten können.
Schlüsselwörter
Stationärer Einzelhandel, E-Commerce, Omni-Channeling, Cross-Channeling, Markteintrittsbarrieren, Kundenbindung, Digitalisierung, Online-Marktplatz, Sugartrends, Point-of-Sale, Erlebniseinkauf, Kundenbedürfnisse, Multi-Channeling, Strategie, Wettbewerb
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Wettbewerbssituation zwischen stationärem Einzelhandel und E-Commerce und untersucht Wege, wie lokale Händler digitale Chancen zur Sicherung ihrer Zukunft nutzen können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Kernpunkte sind die theoretische Abgrenzung von Handelsformen, die Analyse von Chancen und Herausforderungen beider Kanäle sowie Strategien für eine erfolgreiche Verzahnung durch Omni-Channel-Konzepte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie stationäre Händler durch gezielte Maßnahmen und neue Geschäftsmodelle ihre Konkurrenzfähigkeit in einer digital geprägten Welt stärken können.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Sekundärforschung aktueller Studien und Literatur sowie auf ein qualitatives Experteninterview mit einem Praxisvertreter.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Dort werden die Bedeutung von Online- und Offline-Handel analysiert, die Marktdynamiken durchleuchtet und praktische Handlungsempfehlungen sowie ein Best-Practice-Beispiel für Händler vorgestellt.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Omni-Channeling, Kundennähe, digitale Transformation, Wettbewerbsfähigkeit, Erlebniseinkauf und die strategische Verbindung von physischen und virtuellen Kanälen.
Welche Rolle spielt 'SoLoMo' im Kontext der Arbeit?
Der Begriff steht für die Symbiose aus sozialen, lokalen und mobilen Aspekten, die als wesentliche Erfolgsfaktoren für modernes Marketing und Kundenansprache im digitalen Zeitalter gelten.
Warum wird im Buch 'Sugartrends' als Best Practice angeführt?
Sugartrends dient als Beispiel für ein Ladennetzwerk, das lokalen Händlern beim Einstieg in den E-Commerce hilft, Markteintrittsbarrieren senkt und die Verbindung von Online-Präsenz mit stationärem Handel ermöglicht.
- Quote paper
- Janine Kuhlmann (Author), 2019, Online-, Offline- und Omni-Channeling. Welche Chancen bietet der E-Commerce für stationäre Einzelhändler?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1277942