In diesem praxiserprobten und kompetenzorientierten Unterrichtskonzept einer Deutschlehrkraft, das vorwiegend aus Kopiervorlagen besteht und im Deutschunterricht für die Klassen 8-13 eingesetzt werden kann, geht es um die Arbeit mit einem Film im Vergleich zum nachträglich erschienenen Roman am Beispiel von Leander Haußmanns Film „Sonnenallee“ (1999) und dem Roman „Am kürzeren Ende der Sonnenallee“ (1999) von Thomas Brussig, der zusammen mit anderen das Drehbuch verfasst hatte.
Das Konzept sollte nach der vorausgegangenen Betrachtung des Films Anwendung finden und deckt einen Zeitraum von ca. drei bis vier Wochen ab, je nach Leistungsstärke der Lerngruppe. Der dazugehörige Roman kann anhand einzelner, im Konzept enthaltener Kapitel abgehandelt werden, um Film und Roman zu vergleichen. Natürlich kann die Lektüre des Romans bei Bedarf und ausreichendem Zeitkontingent auch parallel zum Film, danach oder davor erfolgen.
Die Schülerinnen und Schüler analysieren zentrale Motive des Films und vergleichen diese mit ausgewählten Kapiteln aus dem Roman. Dabei beschäftigen sie sich auch mit der Funktion und Wirkung von filmischen Mitteln. Hierbei wird dem aktuell sehr gefragten Konzept der Betrachtung von Filmen als Texte Rechnung getragen. Zentrale Arbeitsblätter können zweifach binnendifferenziert angewendet werden, sodass sich die Lehrkraft die Materialien auch zur individuellen Förderung gezielt und unmittelbar einsetzen kann.
Zur Diagnose des Lernfortschritts findet sich am Ende der Sequenz auch ein Test, der alle Fäden aus den vorherigen Arbeitsblättern zusammenführt und auf eine höhere Ebene transferiert. Schließlich sind zur Kontrolle im Plenum oder zur Selbstkontrolle im Rahmen von Einzel- oder Gruppenarbeiten zu jedem Arbeitsblatt auch konzise ausgearbeitete Lösungsvorschläge vorhanden.
Zentrale Themen und Motive, die das Konzept abdeckt, sind u.a. folgende: Protagonisten analysieren und mit dem Roman vergleichen; das Setting analysieren und mit dem Roman vergleichen; historische Bezüge im Kontext der Satire herausarbeiten und mit dem Roman vergleichen; das Motiv der Unterdrückung in der DDR analysieren und mit dem Roman vergleichen; die Five-Shot-Regel als zentrales filmisches Mittel kennenlernen und anwenden; Test – Eine Filmszene analysieren und mit dem Roman in Beziehung setzen; Lösungen zu den ABs und zum Test; (Weiterführende) Literaturhinweise
Inhaltsverzeichnis des Unterrichtsentwurfs
1. Didaktisches Konzept
2. Reaktivierung des Schülerwissens
3. Arbeitsblatt 1: Protagonisten analysieren und mit dem Roman vergleichen
4. Arbeitsblatt 2: Das Setting analysieren und mit dem Roman vergleichen
5. Differenzierungsmaterial: Fordern und Unterstützen 1: Historische Bezüge im Kontext der Satire herausarbeiten und mit dem Roman vergleichen
6. Differenzierungsmaterial: Fordern und Unterstützen 2: Das Motiv der Unterdrückung in der DDR analysieren und mit dem Roman vergleichen
7. Differenzierungsmaterial: Fordern und Unterstützen 3: Die Five‐Shot‐Regel als zentrales filmisches Mittel
8. Test – Eine Filmszene analysieren und mit dem Roman in Beziehung setzen
9. Lösungen
10. (Weiterführende) Literaturhinweise
Zielsetzung & Themen
Das Ziel dieses Unterrichtskonzepts ist es, Schülern der Klassen 8-13 eine fundierte intermediale Filmanalyse zu vermitteln, indem der Film „Sonnenallee“ (1999) kontrastierend mit dem Roman „Am kürzeren Ende der Sonnenallee“ vergleichend analysiert wird, um ein tieferes Verständnis für historische DDR-Kontexte und mediale Gestaltungsmittel zu entwickeln.
- Vergleichende Analyse von Film- und Romanfiguren sowie deren Figurenentwicklung.
- Untersuchung des Settings in Bezug auf historische Korrektheit und symbolische Bedeutung.
- Auseinandersetzung mit Motiven der Jugendkultur, Rebellion und Unterdrückung im DDR-Regime.
- Medienkompetenzschulung durch Anwendung der filmischen Five-Shot-Regel und Mise en Scène.
- Kritische Reflexion über den „Ostalgie“-Vorwurf und satirische Darstellungsweisen von Geschichte.
Auszug aus dem Buch
B) Didaktisches Konzept
In diesem Unterrichtskonzept, das vorwiegend aus Kopiervorlagen besteht und als Einsatzmöglichkeit im Deutschunterricht für die Klassen 8-13, geht es um die Arbeit mit einem Film im Vergleich zum nachträglich erschienenen Roman am Beispiel von Leander Haußmanns Film „Sonnenallee“ (1999) und dem Roman „Am kürzeren Ende der Sonnenallee“ (1999) von Thomas Brussig, der zusammen mit anderen das Drehbuch verfasst hatte. Das Konzept sollte nach der vorausgegangenen Betrachtung des Films Anwendung finden und deckt einen Zeitraum von ca. drei bis vier Wochen ab, je nach Leistungsstärke der Lerngruppe. Der dazugehörige Roman kann nur anhand einzelner im Konzept enthaltener Kapitel abgehandelt werden, um Film und Roman zu vergleichen. Natürlich kann die Lektüre des Romans bei Bedarf und ausreichendem Zeitkontingent auch parallel zum Film, danach oder davor erfolgen.
Der Plot beider Medien erzählt die Jugend von Micha und seiner Clique in der DDR und geht dabei auf Repressalien des Regimes ein. Im Mittelpunkt steht eine etwas chaotische Familie, in der jeder auf seine Weise mit den Vorschriften der DDR-Regierung umgeht. Eine große Rolle spielen Motive der Jugendkultur wie Popmusik, Party, Abhängen und das Flirten mit dem jeweils anderen Geschlecht. Am Ende wird das DDR-Regime durch eine friedliche Rebellion mithilfe von westlicher Pop-Musik beendet, was als utopisch-fantastischer Schluss gelten kann, den es mit den Lernenden zu reflektieren gilt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Didaktisches Konzept: Erläutert die methodisch-didaktische Herangehensweise an den Vergleich zwischen Film und Roman und den zeitlichen Umfang von drei bis vier Wochen.
2. Reaktivierung des Schülerwissens: Setzt sich in Diskussionen und Fragen mit den Auswirkungen der deutschen Teilung und dem Bild der Jugend in der DDR auseinander.
3. Arbeitsblatt 1: Protagonisten analysieren und mit dem Roman vergleichen: Fokussiert auf die Charakteranalyse der Hauptfiguren mittels Lückentexten und szenenbezogenen Aufgaben.
4. Arbeitsblatt 2: Das Setting analysieren und mit dem Roman vergleichen: Erarbeitet die Bedeutung des Handlungsortes Sonnenallee und die filmische Darstellung der Berliner Mauer.
5. Differenzierungsmaterial: Fordern und Unterstützen 1: Historische Bezüge im Kontext der Satire herausarbeiten und mit dem Roman vergleichen: Untersucht anhand konkreter Filmszenen den Lebensstandard und historische Details in der DDR-Alltagswelt.
6. Differenzierungsmaterial: Fordern und Unterstützen 2: Das Motiv der Unterdrückung in der DDR analysieren und mit dem Roman vergleichen: Analysiert Rebellion und Unterdrückung und diskutiert den Vorwurf der Ostalgie im Film.
7. Differenzierungsmaterial: Fordern und Unterstützen 3: Die Five‐Shot‐Regel als zentrales filmisches Mittel: Vermittelt filmtheoretische Grundlagen zur Analyse von Einstellungen und Montage für eine abwechslungsreiche Szeneninszenierung.
8. Test – Eine Filmszene analysieren und mit dem Roman in Beziehung setzen: Überprüft die erworbenen Kenntnisse anhand einer eigenständigen Filmanalyse in Bezug auf mise en scène und Kameraeinstellungen.
9. Lösungen: Bietet ausführliche inhaltliche Hilfestellungen und Musterantworten zu den Aufgaben der Arbeitsblätter.
10. (Weiterführende) Literaturhinweise: Listet ergänzende Print- und Internetquellen für die weitere Recherche auf.
Schlüsselwörter
Sonnenallee, DDR, deutsche Teilung, Leander Haußmann, Thomas Brussig, Filmanalyse, Jugendkultur, Ostalgie, Intermedialität, Unterdrückung, Rebellion, Five-Shot-Regel, Mise en Scène, Deutschunterricht, Medienkompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Unterrichtsentwurf primär?
Die Arbeit bietet ein strukturiertes Unterrichtskonzept für die Klassen 8-13, um den Film „Sonnenallee“ mit dem gleichnamigen Roman von Thomas Brussig zu vergleichen und tiefgehend zu analysieren.
Welche Themenbereiche stehen im Fokus?
Zentrale Themen sind die Lebenswirklichkeit von Jugendlichen in der DDR, die Auswirkungen der deutschen Teilung, das Spannungsfeld zwischen staatlicher Repression und jugendlicher Rebellion sowie die intermediale Untersuchung von Film- und Romanstrukturen.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das Hauptziel ist es, Schülern Medienkompetenz zu vermitteln, indem sie lernen, wie verschiedene Medien (Film vs. Roman) denselben historischen Stoff unterschiedlich aufbereiten und welche filmischen Mittel zur Wirkungserzeugung eingesetzt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?
Es wird eine intermediale Filmanalyse durchgeführt, die auf der Analyse von filmischen Parametern wie Kameraeinstellungen (Five-Shot-Regel), mise en scène, Farb- und Lichtkonzepten sowie dem Vergleich literarischer Erzählstrukturen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Arbeitsblätter, die methodisch das Vorwissen der Schüler reaktivieren, die Protagonisten und Settings untersuchen sowie durch Differenzierungsmaterial historisch-kritische Aspekte wie Unterdrückung, den Lebensstandard und künstlerische Freiheit in der DDR evaluieren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Wichtige Begriffe umfassen unter anderem Sonnenallee, DDR, Ostalgie, Medienkompetenz, Intermedialität, Rebellion und Filmanalyse.
Wie steht der Autor zum Thema „Ostalgie“ bezüglich des Films?
Die Arbeit fordert die Schüler dazu auf, den Film kritisch in Bezug auf eine mögliche Verharmlosung der DDR-Zeit zu prüfen und zu reflektieren, ob der Film eher als historische Dokumentation oder als ironisch-parodistische Fiktion zu verstehen ist.
Warum ist die „Five-Shot-Regel“ ein Bestandteil des Konzepts?
Die Five-Shot-Regel dient dazu, den Schülern konkrete technische Werkzeuge an die Hand zu geben, um Filmszenen nicht nur inhaltlich, sondern auch handwerklich aus der Perspektive der Filmschaffenden zu verstehen und deren Aufbau-Logik zu entschlüsseln.
Wie werden Unterschiede zwischen Film und Roman herausgearbeitet?
Durch spezifische Vergleichsaufgaben in den Arbeitsblättern werden Schüler angeleitet, die unterschiedlichen Wirkungsmöglichkeiten von Bildsprache und Erzählmedien (z. B. Innensicht im Roman durch Erzähler vs. Außensicht im Film durch Kameraperspektive) gegenüberzustellen.
- Arbeit zitieren
- Michael Stierstorfer (Autor:in), 2022, Analyse des Films "Sonnenallee" und Vergleich mit dem Roman (Fach Deutsch, 8.-13. Klasse, Gymnasium), München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1268282