Förderklassen sind das didaktische Herzstück einer funktionierenden Migrationsgesellschaft. Und Lesen der Schlüssel zu diesem Herzen. Gerade deshalb ist es wichtig, auch einen bildungswissenschaftlichen Blick auf die Entwicklung der Lesekompetenz in eben diesen Klassen zu werfen. Genau dies möchte die vorliegende Arbeit leisten. Leitend soll dabei die folgende Forschungsfrage sein: Wie ließe sich die Lesekompetenz von Kindern und Jugendlichen in Internationalen Förderklassen verbessern?
Im Kern sollen hierfür aktuelle empirische Daten zu diesem Zusammenhang ausgewertet und vor dem Hintergrund migrationstheoretischer und bildungswissenschaftlicher Grundannahmen und Konzepte diskutiert werden.
Hierfür bedarf es zunächst einer Einführung in eben diese. Gleich zu Beginn dieser Arbeit sollen daher Grundbegriffe wie Flucht- und Arbeitsmigration, Migrationsgesellschaft, aber auch Bildungsungleichheit und -benachteiligung knapp definiert werden. Da es hier im Wesentlichen um eine Untersuchung der Lesekompetenz geht, soll auch noch auf die Idee des kompetenzbasierten Unterrichts und die Definition der Kernkompetenz lesen eingegangen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlegende Konzepte und Begriffe
2.1. Migration und Bildung
2.2. Bildung
2.3. Kompetenzen
2.4 Lesen und Lesekompetenz
3. Entwicklung und Förderung der Lesekompetenz in Förderklassen
3.1. Datenbasis und Forschungsstand
3.2. Lösungsansätze und Diskussion
4. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie die Lesekompetenz von Kindern und Jugendlichen in internationalen Förderklassen gezielt gestärkt und gefördert werden kann, um deren Teilhabechancen in der Migrationsgesellschaft zu verbessern.
- Grundlagenbegriffe der Migrationssoziologie und Bildungswissenschaft
- Analyse der Lesekompetenz als Schlüsselqualifikation
- Evaluation empirischer Daten und Leistungsstände in Förderklassen
- Didaktische Möglichkeiten durch medien- und hörgestützte Leseförderung
- Diskussion von institutionellen Anpassungserfordernissen
Auszug aus dem Buch
2.1. Migration und Bildung
Der Begriff 'Migration' leitet sich vom lateinischen migrare ab, was soviel wie "den Ort wechseln" oder "weg ziehen" bedeutet. Darüber hinaus gibt es allerdings keine einheitliche oder verbindliche Definition von Migration jenseits der Feststellung, dass das Reisen ein entscheidendes Kriterium darstelle. Allerdings ist ferner noch zu unterscheiden, ob ein Mensch "long-term migrant" ist, also sich dauerhaft in einem neuen Land niederlässt oder "short-term migrant". Migration ist in jedem Fall aber keine Ausnahmeerscheinung, sondern der historisch gesehen der Normalfall:
"Migration, d.h. die Tatsache, dass einzelne Menschen oder Gruppen aus ihren Herkunftsregionen aufbrechen und sich in anderen Gebieten niederlassen, ist so alt wie die Geschichte der Menschheit."
Doch durch technische Umwälzungen, soziale Veränderungen und politische Verwerfungen wie Kriege oder Bürgerkriege, durch wachsende Armut, Hungersnöte etc. "erreichen Migrationsbewegungen seit der Mitte des 20. Jahrhunderts quantitativ und qualitativ eine neue Dimension." Diese neuen Dimensionen schlagen sich zumindest in den westlichen Industrienationen ganz besonders in der Schule nieder, wo die Herausforderung zu bestehen gilt, durch Bildung Integration zu leisten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung von Lesekompetenz für Förderklassen dar und definiert die zentrale Forschungsfrage hinsichtlich der Steigerung dieser Kompetenz bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund.
2. Grundlegende Konzepte und Begriffe: Dieses Kapitel legt das theoretische Fundament durch die Definition von Migration, Bildung und zentralen Kompetenzbegriffen.
2.1. Migration und Bildung: Es wird die etymologische Herkunft des Migrationsbegriffs erläutert und dessen Relevanz für Bildungsinstitutionen in der modernen Migrationsgesellschaft diskutiert.
2.2. Bildung: Das Kapitel differenziert zwischen berufsbezogener Ausbildung und dem pädagogischen Bildungsbegriff als Prozess der Persönlichkeitsentwicklung.
2.3. Kompetenzen: Hier werden Bildungsstandards und Kompetenzmodelle erläutert, wobei insbesondere die Auswirkungen des "PISA-Schocks" auf die didaktische Gestaltung beleuchtet werden.
2.4 Lesen und Lesekompetenz: Dieses Unterkapitel widmet sich der Definition der Lesekompetenz gemäß OECD und der methodischen Unterteilung in verschiedene Leseskalen.
3. Entwicklung und Förderung der Lesekompetenz in Förderklassen: Hier wird der Leistungsstand von Schülern in Förderklassen analysiert und die Rolle von Diskriminierungsmechanismen thematisiert.
3.1. Datenbasis und Forschungsstand: Die empirische Datenlage zur Lesekompetenz wird dargestellt, wobei auf die spezifische Benachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund eingegangen wird.
3.2. Lösungsansätze und Diskussion: Es werden didaktische Ansätze diskutiert, insbesondere das „Lernen durch Hören“ sowie das Vorlesen, um Hemmschwellen beim Spracherwerb abzubauen.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, durch Medien und die Einbeziehung der Familiensprachen einen intuitiven Zugang zur deutschen Sprache zu ermöglichen.
Schlüsselwörter
Lesekompetenz, Migration, Migrationsgesellschaft, Sprachförderung, Förderklassen, PISA-Studie, Bildungsstandards, Vorlesen, Deutsch als Fremdsprache, Kompetenzmodelle, Inklusion, Schulerfolg, Bildungsgerechtigkeit, Literaturdidaktik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Förderung der Lesekompetenz bei Kindern und Jugendlichen in internationalen Förderklassen vor dem Hintergrund der deutschen Migrationsgesellschaft.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind der Zusammenhang von Migration und Bildung, die theoretische Verortung von Kompetenzmodellen sowie die praktische Anwendung von Lesefördermaßnahmen durch auditive Ansätze.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie die Lesekompetenz von Schülern in internationalen Förderklassen konkret verbessert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Sekundärauswertung empirischer Daten, insbesondere der PISA-Studien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Begrifflichkeiten geklärt, der Forschungsstand zur Lesekompetenz aufgezeigt und anschließend didaktische Lösungsansätze wie das Vorlesen evaluiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Schlüsselwörter sind Migration, Lesekompetenz, Förderklassen, Schulerfolg und moderne Sprachdidaktik.
Warum spielt die auditiv orientierte Leseförderung eine solch wichtige Rolle?
Da Lesen einen komplexen Prozess darstellt, kann das „Lernen durch Hören“ oder Vorlesen dazu beitragen, soziale und sprachliche Barrieren zu verringern und den Zugang zu literarischen Texten zu erleichtern.
Was belegt die Arbeit in Bezug auf Diskriminierung im Schulsystem?
Die Arbeit weist darauf hin, dass Schulerfolge oft stärker vom sozioökonomischen Hintergrund und Migrationshintergrund abhängen, was zu strukturellen Nachteilen führt.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Lesekompetenz von Kindern und Jugendlichen in Internationalen Förderklassen. Wie kann sie verbessert werden?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1265830