Diese Arbeit beantwortet die Frage, wie Professionalisierung im frühpädagogischen Bereich erreicht werden kann und inwiefern sie sich auf eine höhere Qualifizierung des Personals und auf die Entwicklung der Kinder auswirkt.
Kindertageseinrichtungen, wie etwa Kinderkrippen, Horte und Kindergärten stellen ein von der Gesellschaft vorgehaltenes Handlungsfeld dar, welches je nach Bedarf freiwillig von jedem Kind genutzt werden kann. Vor allem der Besuch von Kindergärten ist inzwischen nicht einfach nur ein gesellschaftliches Standardangebot, sondern für die Mehrheit der Kinder in Deutschland schon Bestandteil eines normalen Lebenslaufes.
Im Jahr 2005 startete eine Professionalisierungskampagne für die Betreuung, Erziehung und Bildung in Kindertageseinrichtungen unter dem Titel „Profis in Kitas“. Für die Umsetzung dieses Vorhabens wurden verschiedene Maßnahmen geplant. Unter anderem die Anhebung der Ausbildung auf Hochschulniveau durch eine Teilakademisierung des Berufsfeldes oder auch die Systematisierung von Fort- und Weiterbildungen.
Verschiedene wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen die hohe Bedeutung der frühkindlichen Bildungsförderung von Kindern unabhängig von ihrer kulturellen oder sozialen Herkunft. Es wird zunehmend deutlich, dass Kindertageseinrichtungen ein Teil der gesellschaftlichen Grundversorgung ist und dass ein Umdenken im Hinblick auf den pädagogischen Beruf notwendig ist.
Eine gesetzliche Grundlage, für mehr Professionalität und Fachlichkeit im frühpädagogischen Handlungsfeld Kindergarten bietet das Kinderförderungsgesetz, welches eine bedarfsgerechte und qualitativ hochwertige Betreuung für Kinder unter drei Jahren vorsieht. Bisher gibt es für die Aufgaben und Anforderungen an die frühpädagogischen Fachkräfte keinen umfassenden, verbindlichen und qualitätssichernden Handlungsansatz, der an die Entwicklungsthemen und Bedürfnisse der Kleinsten angepasst ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Frühpädagogik
2.1. Aufgaben und Anforderungen an die Frühpädagogik
2.2. Aus-, Fort- und Weiterbildung der Fachkräfte
2.3. Entwicklung des Kindes in der frühen Kindheit
3. Professionalisierung der Frühpädagogik
3.1. Begrifflichkeiten
3.2. Möglichkeiten um Professionalisierung zu erreichen
3.3. Die Rolle des Qualifikationsniveaus und der Kompetenzen der pädagogischen Fachkräfte
3.4. Auswirkungen frühpädagogischer Einrichtungen auf die Entwicklung der Kinder
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, wie Professionalisierung im frühpädagogischen Bereich vorangebracht werden kann und inwiefern eine höhere Qualifizierung des Personals die kindliche Entwicklung beeinflusst. Dabei werden sowohl theoretische Ansätze als auch der aktuelle Forschungsstand hinsichtlich der Auswirkungen von Einrichtungsqualität und staff-bezogenen Kompetenzen analysiert.
- Professionalisierungskonzepte in der Frühpädagogik
- Anforderungen an pädagogische Fachkräfte im Krippen- und Kindergartenalltag
- Bedeutung der Akademisierung und Qualifikationsniveaus
- Einfluss von Fort- und Weiterbildung auf die Interaktionsqualität
- Zusammenhang zwischen Einrichtungsqualität und kindlicher Entwicklung
Auszug aus dem Buch
3.1. Begrifflichkeiten
„Professionalität beschreibt die besondere Qualität einer personenbezogenen Dienstleistung auch über den institutionellen Komplex der anerkannten Professionen hinaus. (...) Die Kategorie bezeichnet einen spezifischen Modus im Arbeitsvollzug selbst, der Rückschlüsse sowohl auf die Qualität der personenbezogenen Dienstleistung als auch auf die Befähigung des beruflichen Rollenträgers erlaubt.“ (vgl. Nittel, 2004, zitiert nach Helsper/Tippelt, 2011, S. 63)
Das soeben genannte Zitat gibt erste Anhaltspunkte hinsichtlich des Begriffes der Professionalität und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen. Sigrid Ebert benennt ebenfalls Faktoren, welche auf die Professionalität eines Berufes hinweisen.
Als erstes sind das Wissen und Können eines Akteurs zu benennen (vgl. Ebert, 2011, S. 4). Damit sind vor allem das fachspezifische Wissen und Können gemeint, welches dienlich ist um den jeweiligen beruflichen Aufgaben gerecht zu werden (vgl. ebd.). Darüber hinaus ist auch der individuelle und eigenverantwortliche Bezug zur eigenen Arbeit bedeutsam, der bei der Ausübung des Berufs erarbeitet wurde (vgl. ebd.). Auch die selbstreflexive Auseinandersetzung mit den verschiedenen beruflichen Herausforderungen im Alltag sind entscheidend für ein professionelles Handeln (vgl. ebd.).
Des Weiteren setzt Professionalität eine Berufsidentität voraus (vgl. ebd.). Dabei geht es darum das eigene berufliche Selbstverständnis immer wieder einer Prüfung zu unterziehen, um es so immer wieder mit neuen Anforderungen des beruflichen Alltags abzugleichen (vgl. ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die gestiegene gesellschaftliche Bedeutung von Kindertageseinrichtungen sowie die Notwendigkeit einer Professionalisierung im frühpädagogischen Berufsfeld.
2. Die Frühpädagogik: Dieses Kapitel erläutert die fachlichen Anforderungen an das Personal und gibt einen Überblick über die wesentlichen Entwicklungsschritte des Kindes in den ersten Lebensjahren.
3. Professionalisierung der Frühpädagogik: Hier werden Definitionen von Professionalität, verschiedene Modelle der Professionalisierung sowie deren Auswirkungen auf die Qualität der pädagogischen Arbeit und die Entwicklung der Kinder detailliert erörtert.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit eines einheitlichen Rahmencurriculums sowie die Bedeutung einer hohen Qualifikation des Personals für eine verbesserte Bildungsqualität.
Schlüsselwörter
Frühpädagogik, Professionalisierung, Qualifizierung, Pädagogische Fachkräfte, Kindertageseinrichtungen, Kindliche Entwicklung, Kompetenzen, Professionalität, Berufsidentität, Akademisierung, Bildungsqualität, Erziehung, Betreuung, Frühkindliche Bildung, Weiterbildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Anforderungen an pädagogische Fachkräfte und der Frage, wie eine Professionalisierung im frühpädagogischen Bereich gelingen kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die pädagogische Professionalität, die Qualifizierung des Personals, die frühkindliche Entwicklung sowie die Auswirkungen der Einrichtungsqualität auf Kinder.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu erörtern, welche Faktoren zur Professionalisierung beitragen und wie sich ein höheres Qualifikationsniveau auf die Bildungs- und Entwicklungschancen der betreuten Kinder auswirkt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse, um den aktuellen Forschungsstand und Diskurse zur Professionalisierung der Frühpädagogik aufzuarbeiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Begrifflichkeiten geklärt, Modelle der Professionalisierung vorgestellt sowie der empirische Forschungsstand zum Zusammenhang von Qualifikation und pädagogischem Erfolg analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Frühpädagogik, Professionalisierung, Kompetenzentwicklung und Qualitätssteigerung im Krippen- und Kindergartenwesen stehen im Mittelpunkt der Untersuchung.
Was besagt das "Effective Provision of Pre-School Project" im Kontext dieser Arbeit?
Das Projekt belegt einen positiven Zusammenhang zwischen dem Qualifikationsniveau der Fachkräfte und der Förderqualität, was sich direkt auf die Entwicklungsfortschritte der Kinder auswirkt.
Welche Rolle spielt die Einrichtungsleitung bei der Professionalisierung?
Die Arbeit betont, dass insbesondere eine Leitung mit akademischem Abschluss maßgeblich zur Weiterentwicklung der Einrichtung und der Qualitätssicherung beitragen kann.
- Arbeit zitieren
- Michelle Naar (Autor:in), 2021, Professionalisierung in der Frühpädagogik, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1265344