Das FiS-Projekt ist ein als Längsschnittstudie angelegtes Forschungsprojekt, welches etwa 600 Kinder aus dem Raum Münster vom letzten Kindergartenjahr bis zum Ende des zweiten Schuljahres begleitet.
Ziel der Studie ist es Informationen über die Wirksamkeit von Bildungsprozessen und Fördermaßnahmen in der Schuleingangsphase zu gewinnen. Mit Bildungsprozessen sind an dieser Stelle besonders Prozesse im „schriftsprachlichen, mathematischen und sozial-emotionalen Bereich“ gemeint. Ergänzend zu Kindergarten und Grundschule wird auch der Einfluss des Elternhauses in den Blick genommen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Qualitätskonzept des KES-R und KES-R-E
2.1 Aufbau, Anwendung und Durchführung der KES-R und KES-R-E
2.2 Auswertung der KES-R
2.3 Auswertung der KES-R-E
2.4 Interpretation der Ergebnisse aus KES-R und KES-R-E
3. Konzeption des ARS-Tests
3.1 Durchführung des ARS-Tests
3.2 Auswertung des ARS-Tests
4. Konzeption des MZ-Tests
a. Beschreibung, Durchführung und Auswertung der MZ-Tests
5. Konzeption des Verfahrens zur Erfassung sozial-emotionaler Erfahrungen von Kindern
a. Auswertung der sozial-emotionalen Erfahrungen
6. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht im Rahmen des FiS-Projekts die pädagogische Prozessqualität eines Kindergartens sowie die mathematischen und schriftsprachlichen Vorläuferfähigkeiten sowie das sozial-emotionale Befinden von Kindern beim Übergang in die Grundschule.
- Qualitätsmessung in Kindergärten mittels KES-R und KES-R-E
- Phonologische Bewusstheit durch den ARS-Test
- Mathematische Vorläuferkompetenzen mittels MZ-Test
- Sozial-emotionale Integration in der Kindergartengruppe
- Empirische Beobachtung des Kindergartenalltags
Auszug aus dem Buch
3. Konzeption des ARS-Tests
Der ARS-Test ist ein Instrument mit dem die phonologische Bewusstheit von Kindergartenkindern und auch Schulanfängern eingeschätzt werden kann. Es wird die lautliche über die inhaltliche Bedeutung eines Worts gestellt. Die phonologische Bewusstheit wird im engeren wie auch im weiteren Sinn getestet. Unter phonologischer Bewusstheit im weiteren Sinn versteht man die Fähigkeiten, „die ohne Wissen um Lautstruktur unserer Sprache erfahrbar sind.“ Dazu zählen das Reimen und Silbentrennen. Diese beiden Fähigkeiten werden auch gezielt im ARS-Test abgefragt. Die phonologische Bewusstheit im engeren Sinne meint „bewusstes Operieren und Manipulieren mit den kleinsten Einheiten unserer Sprache, den Lauten.“ Das Erkennen von Anlauten wird ebenfalls im ARS Test abgefragt. Die Entwickler des ARS-Tests gehen davon aus, dass diese Fähigkeiten elementar für den späteren Schriftspracherwerb sind und durch frühzeitiges Aufdecken von Defiziten eventuelle spätere Schwierigkeiten mit gezielter Förderung minimiert oder vermieden werden können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Verfasserin beschreibt ihren Aufenthalt im Kindergarten im Rahmen der FiS-Studie und legt den Fokus auf die Beobachtung sowie die Anwendung verschiedener Testverfahren.
2. Das Qualitätskonzept des KES-R und KES-R-E: Dieses Kapitel erläutert die Instrumente zur Messung der pädagogischen Qualität und präsentiert die detaillierte Auswertung der Kindergarten-Skalen.
3. Konzeption des ARS-Tests: Hier wird das Testverfahren zur phonologischen Bewusstheit vorgestellt, dessen Durchführung beschrieben und die Ergebnisse der beobachteten Kinder analysiert.
4. Konzeption des MZ-Tests: Das Kapitel behandelt die Erfassung mathematischer Vorläuferfertigkeiten und wertet die Leistungen der Kinder in den verschiedenen Kompetenzebenen aus.
5. Konzeption des Verfahrens zur Erfassung sozial-emotionaler Erfahrungen von Kindern: Fokus auf die psychologisch bedeutsame Integration der Kinder und die Auswertung ihrer Selbsteinschätzung bezüglich sozialer Beziehungen und eigener Fähigkeiten.
6. Schluss: Ein persönliches Resümee der Versuchsleiterin über die Projektarbeit und die gewonnene Bedeutung für ihre zukünftige berufliche Laufbahn.
Schlüsselwörter
FiS-Projekt, pädagogische Prozessqualität, KES-R, KES-R-E, ARS-Test, MZ-Test, phonologische Bewusstheit, mathematische Vorläuferfertigkeiten, Schuleingangsphase, Elementarpädagogik, soziale Integration, Schriftspracherwerb, Beobachtungsprotokoll, kindliche Entwicklung, pädagogische Diagnostik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert die praktische Durchführung von pädagogischen Beobachtungs- und Testverfahren in einem Kindergarten im Rahmen einer groß angelegten Längsschnittstudie (FiS-Projekt).
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit fokussiert sich auf die pädagogische Qualität der Einrichtung, den Entwicklungsstand der Kinder in Bezug auf Schriftsprache und Mathematik sowie ihre sozial-emotionale Integration.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Ziel ist es, den Status quo der Bildungsprozesse in einer spezifischen Kindergartengruppe zu erfassen und die Eignung der eingesetzten Testinstrumente im Kindergartenalltag zu reflektieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Zum Einsatz kommen strukturierte Beobachtungsprotokolle (KES-R/KES-R-E) sowie standardisierte Testverfahren (ARS-Test für phonologische Bewusstheit und MZ-Test für Mengen- und Zahlenkompetenz).
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die qualitative Bewertung der Kindergartenumgebung sowie die quantitative Auswertung der individuellen Leistungen von drei getesteten Kindern in den Bereichen Sprache und Mathematik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie FiS-Projekt, Elementarpädagogik, pädagogische Prozessqualität und diagnostische Verfahren zur Schulvorbereitung definiert.
Warum konnte die Verfasserin die Vorschulgruppen nicht wie geplant beobachten?
Aufgrund kurzfristiger Terminierungen der Beobachtungstage und konkurrierender Ereignisse im Kindergarten (Polizeibesuch, Schultütenbasteln) war eine gezielte Beobachtung der Vorschulgruppen nicht möglich.
Wie bewertet die Verfasserin den Bereich Naturwissenschaften im Kindergarten?
Sie beurteilt diesen Bereich als den schwächsten, da sie kaum gezielte Anregungen durch das Personal feststellen konnte und die Auseinandersetzung mit Naturmaterialien eher zufällig aus eigenem Interesse der Kinder geschah.
Welche Diskrepanz zeigt sich bei einem der getesteten Kinder im Fragebogen zur Selbsteinschätzung?
Das Kind B, das in den Leistungstests am schlechtesten abschnitt, schätzte seine Fähigkeiten im Lesen und Rechnen paradoxerweise als sehr gut ein.
- Arbeit zitieren
- Olga Hock (Autor:in), 2009, Die Durchführung des FiS-Projekts im Kindergarten, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/125998