Der Essay beschäftigt sich mit der Entstehung der Ethnologie im Kolonialismus und ihrem Bezug zu dieser Zeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Geschichte der Ethnologie im und ihr Verhältnis zum Kolonialismus
1.1 Anfänge und Entwicklung der Ethnologie
1.2 Die Rolle der Ethnologie im Kolonialismus
1.3 Ideologische Unterstützung durch den Evolutionismus
1.4 Schlussbetrachtung und heutige wissenschaftliche Einordnung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Zusammenhang zwischen der Entstehung der Ethnologie als akademische Disziplin und dem europäischen Kolonialismus. Dabei wird analysiert, inwieweit die Wissenschaft in politische Machtstrukturen eingebunden war, welche Rolle die Feldforschung spielte und wie ethnologische Theorien, insbesondere der Evolutionismus, zur ideologischen Rechtfertigung kolonialer Expansion beitrugen.
- Historische Genese der Ethnologie von der Antike bis zur Kolonialzeit
- Die Institutionalisierung der Ethnologie an Universitäten und ihr Bezug zur Kolonialverwaltung
- Die Rolle der Feldforschung als wissenschaftliche Methode im kolonialen Kontext
- Ideologische Funktionalisierung der Ethnologie und Evolutionstheorie
- Die Unabhängigkeit der Ethnologie als moderne Wissenschaft
Auszug aus dem Buch
Die Geschichte der Ethnologie im und ihr Verhältnis zum Kolonialismus
Die Geschichte der Ethnologie bzw. "Social Anthropology“ begann schon vor der Kolonialzeit, denn schon immer waren die Menschen an dem für sie Fremden interessiert. Die Anfänge der Ethnologie können schon in der Antike gefunden werden, denn “Anthropology, 'the study of man', is a term that goes back to Aristotle and has usually meant the study of the others, the 'primitive' other at that." (Goody 1995: 7) Dies ist jedoch nicht als Forschung im ethnologischen Sinn anzusehen, sondern spiegelt das Interesse am Anderen, am Fremden. Eine andere Epoche, die oft mit der Ethnologie in Verbindung gebracht wird, ist die Aufklärung. In der Zeit, in der Vernunft die Richtlinie des Denkens sein sollte und die allgemeinen Menschenrechte entstanden, wurde auch eine "allgemeine Theorie der Gesellschaft als Weltgesellschaft entwickelt" (Leclerc 1972: 2) und deshalb sehen "Nicht wenige Spezialisten im Jahrhundert der Aufklärung [ ... ] die eigentliche Anthropologische Periode". (Leclerc 1972: 2) Trotzdem entstand die Ethnologie wie wir sie kennen erst im Zeitalter des Kolonialismus, denn zu dieser Zeit wurde sie zu einer akademischen Disziplin, die anfangs vor allem in Schulen wie der London School of Economics und später auch verstärkt an Universitäten wie der University of Cambridge gelehrt wurde. Hier diente sie meist nur zu Ausbildung von zukünftigen Kolonialverwaltern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Geschichte der Ethnologie im und ihr Verhältnis zum Kolonialismus: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die historische Entwicklung der Disziplin und hinterfragt kritisch die Verflechtungen mit kolonialen Machtinteressen sowie die Rolle der Ethnologie als akademische Disziplin.
1.1 Anfänge und Entwicklung der Ethnologie: Hier wird der Ursprung des Interesses am Fremden beleuchtet, welches bereits in der Antike und der Aufklärung wurzelte, bevor die Disziplin im Kolonialzeitalter institutionalisiert wurde.
1.2 Die Rolle der Ethnologie im Kolonialismus: Dieser Abschnitt analysiert das Verhältnis zwischen der akademischen Ausbildung von Kolonialverwaltern und der wissenschaftlichen Etablierung der Feldforschung.
1.3 Ideologische Unterstützung durch den Evolutionismus: Es wird dargelegt, wie evolutionstheoretische Ansätze genutzt wurden, um den kolonialen Führungsanspruch und die Europäisierung der Kolonialvölker zu rechtfertigen.
1.4 Schlussbetrachtung und heutige wissenschaftliche Einordnung: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und diskutiert den Wandel der Ethnologie zu einer unabhängigen Wissenschaft sowie die fortdauernde Gefahr ihrer ideologischen Instrumentalisierung.
Schlüsselwörter
Ethnologie, Kolonialismus, Anthropologie, Social Anthropology, Feldforschung, Evolutionismus, Kolonialverwaltung, Ideologie, Kulturgeschichte, Machtstrukturen, Wissenschaftsgeschichte, Aufklärung, Europäisierung, Institutionen, Forschungsmethode.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das historische Verhältnis zwischen der Ethnologie und dem europäischen Kolonialismus und geht der Frage nach, ob die Wissenschaft als Werkzeug kolonialer Mächte fungierte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Fokus stehen die Entstehung der Ethnologie als akademisches Fach, die Rolle der Feldforschung, die ideologische Unterstützung des Kolonialismus durch evolutionistische Theorien und die Unabhängigkeit der Disziplin nach der Kolonialzeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Verwobenheit der frühen Ethnologie mit politischen und sozialen Machtkontexten offenzulegen und zu bewerten, wie stark die Wissenschaft in die koloniale Praxis eingebunden war.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine historische Literaturanalyse und den Exkurs in die Entwicklungsgeschichte der Disziplin, gestützt durch relevante ethnologische Quellen und Forschungsliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Entwicklung der Ethnologie von der Antike über die Aufklärung bis hin zur institutionalisierten Lehre an Universitäten sowie der ideologischen Rechtfertigung kolonialer Expansion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Ethnologie, Kolonialismus, Evolutionismus, Feldforschung, Machtstrukturen und Wissenschaftsgeschichte.
Inwiefern hat die Feldforschung das Verhältnis zum Kolonialismus beeinflusst?
Die Feldforschung wurde durch die koloniale Expansion massiv erleichtert, da Wissenschaftler oft auf Infrastrukturen oder Tätigkeiten der Kolonialverwaltung zurückgreifen konnten, um Zugang zu fremden Ethnien zu erhalten.
Gibt es eine eindeutige Antwort auf die Unterstützung des Kolonialismus durch die Ethnologie?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass es keine einfache Ja-Nein-Antwort gibt, da die Ethnologie den Kolonialismus primär indirekt und ideologisch unterstützte, statt direkt an der administrativen Machtausübung beteiligt zu sein.
- Quote paper
- Kristin Müller-Wenzel (Author), 2002, Die Geschichte der Ethnologie im und ihr Verhältnis zum Kolonialismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/125963