Ich nutze diesen Praktikumsbericht, um eine Übersicht über große Verbandstrukturen zu bekommen. In diesem Praktikumsbericht mache ich dies exemplarisch an der Evangelischen Kirche und ihrem Wohlfahrtsverband der Diakonie, da mein Praktikum in dieser in der Kirchenkreissozialarbeit stattfand. So will ich als Sozialarbeiterin, die im Privaten Atheistin ist, mit neutraler Sicht dieses Arbeitsgebiet beschreiben. Hierzu gehört es auch einen geschichtlichen Abriss darzustellen, da ich vermute, dass viele Strukturen, in die die Soziale Arbeit eingebunden ist, über geschichtliche Prozesse entstanden sind.
Die Rahmenbedingungen an meinen Praktikumsplatz beschreibe ich weiter in Kapitel 1.2, um so in Kapitel 2 Resümee zu ziehen, wie sich die Rahmenbedingungen aller Ebenen auf die Kirchenkreissozialarbeit auswirken. Des Weiteren will ich diesen Praktikumsbericht nutzen, um das Feld in dem ich mein Praktikum gemacht habe und meine Tätigkeiten in diesem zu reflektieren. So beschreibe ich zum Beispiel durch den Bezug auf die Begriffsbestimmung und historischen Aspekte im Praxisfeld der Kirchenkreissozialarbeit in Kapitel 3 Adressat*innen und Methoden/Arbeitsweisen vor Ort, sowie meine Tätigkeit.
Aus dieser kommt der in Kapitel 5 beschriebene und nach Burkard Müllers multiperspektivischer Methode reflektierte Fall, den ich gewählt habe, da die Personen, die im Beratungsgespräch saßen zur Mittelschicht gehören und nicht die Hilfesuchenden waren, die ich sonst kennengelernt hatte und eher der Unterschicht zuzuordnen. Um von der bipolaren Geschlechteraufteilung, die in unserer Gesellschaft stattfindet, wegzukommen, nutze ich den Gender Gap. Mit einem Unterstrich (ein*e gut ausgebildete*r Akademiker*in) will ich weitere neben dem weiblichen und männlichen Geschlecht existierende Geschlechter sichtbar machen.
Inhaltsverzeichnis
1 Institutionsporträt
1.1 Rahmenbedingungen auf Bundes- und Landesebene
1.1.1 Geschichtliches
1.1.2 Gegenwart
1.1.3 Bedeutung dieser Struktur
1.2 Rahmenbedingungen des Diakonischen Werkes XX mit Außenstelle D
1.2.1 Rahmenbedingungen Allgemein
1.2.2 Fachliche und arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen
1.2.3 Finanzielle Rahmenbedingungen
1.2.4 Materielle Rahmenbedingungen
2 Auswirkungen der Rahmenbedingungen auf die Kirchenkreissozialarbeit
2.1 Auswirkungen der materiellen Rahmenbedingungen
2.2 Auswirkungen durch finanzielle Rahmenbedingungen
2.3 Auswirkungen durch fachliche und arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen
2.4 Auswirkungen durch die Landes- und Bundesebene
3 Praxisfeld Kirchenkreissozialarbeit
3.1 Begriffsbestimmung Kirchenkreissozialarbeit
3.2 Historische Aspekte
3.3 Adressat*innen der Kirchkreissozialarbeit
3.4 Methoden und Arbeitsweisen
3.5 Beschreibung meiner Tätigkeit
4 Ich habe die Aufgaben der Kirchkreissozialarbeit in der folgenden Umsetzung kennengelernt (s. 3 Praxisfeld Kirchenkreissozialarbeit)
5 Multiperspektivische Fallarbeit nach Burkard Müller
5.1 Fallbeschreibung
5.2 Fall von
5.3 Fall für
5.4 Fall mit
6 Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die komplexen Rahmenbedingungen kirchlicher Wohlfahrtsverbände – exemplarisch dargestellt am Diakonischen Werk – zu analysieren und deren Auswirkungen auf die praktische Arbeit der Kirchenkreissozialarbeit zu reflektieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich strukturelle, finanzielle und arbeitsrechtliche Vorgaben auf die Beratungstätigkeit sowie das Verhältnis zwischen Hilfesuchenden und Institution auswirken.
- Strukturelle Analyse der Evangelischen Kirche und ihres Wohlfahrtsverbandes Diakonie.
- Reflektion der Bedingungen für die Kirchenkreissozialarbeit an einem konkreten Praxisstandort.
- Anwendung der multiperspektivischen Fallarbeits-Methode nach Burkard Müller auf eine konkrete Beratungssituation.
- Kritische Auseinandersetzung mit arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen kirchlicher Träger.
Auszug aus dem Buch
5.1 Fallbeschreibung
Der erste Kontakt mit der Beratungsstelle D vom 40jährigen Herrn S fand telefonisch statt. Der Grund, einen Termin zu vereinbaren, war die eventuell bevorstehende Pflege seiner 70jährigen Mutter Frau SMutter.
So kam Herr S Mitte September, wie im Telefonat vereinbart, zum Beratungstermin. Mit dabei war sein bester Freund Herr M (41 Jahre). Herr S und Herr M leben mit ihrer Familie jeweils in einem eigenem Haus und kennen sich aus dem Fußballverein.
Herr M war Hauptredner und erklärte folgenden Sachverhalt:
Frau SMutter lebt von einer geringen Rente in Höhe von 700 Euro in einer ca. 70qm großen 3-Zimmerwohnung mit dem Stiefbruder von Herrn S (im weiteren Herr SBruder, 27 Jahre). Frau SMutter hatte im letzten Jahr einen Rückstand bei der Miete, der durch übermäßige Einkäufe bei diversen Versandhäusern entstand. Dazu kamen noch Nachzahlungen beim Energieversorger.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Institutionsporträt: Dieses Kapitel erläutert die komplexe Verbandsstruktur der Diakonie sowie deren Einbettung in die evangelische Kirche inklusive der geschichtlichen Hintergründe.
2 Auswirkungen der Rahmenbedingungen auf die Kirchenkreissozialarbeit: Hier wird untersucht, wie materielle, finanzielle und arbeitsrechtliche Faktoren die tägliche Beratungsarbeit und die Arbeitsbedingungen direkt beeinflussen.
3 Praxisfeld Kirchenkreissozialarbeit: Dieses Kapitel definiert und beschreibt den Aufgabenbereich der Kirchenkreissozialarbeit, inklusive der Zielgruppen, Methoden und der Tätigkeit der Autorin.
4 Ich habe die Aufgaben der Kirchkreissozialarbeit in der folgenden Umsetzung kennengelernt (s. 3 Praxisfeld Kirchenkreissozialarbeit): In diesem Abschnitt beschreibt die Autorin ihre praktischen Erfahrungen, ihre Teilnahme an Beratungen sowie ihre Mitwirkung an Projekten und Öffentlichkeitsarbeit.
5 Multiperspektivische Fallarbeit nach Burkard Müller: Die Autorin wendet die Methode der multiperspektivischen Fallreflexion an, um einen komplexen Beratungsfall systematisch zu analysieren und neue Handlungsoptionen aufzuzeigen.
6 Schlussfolgerung: Das Fazit fasst die gewonnenen Einsichten aus dem Praktikum zusammen und reflektiert die neutrale Sicht der Autorin auf die kirchlichen Strukturen.
Schlüsselwörter
Kirchenkreissozialarbeit, Diakonie, Soziale Arbeit, Rahmenbedingungen, Kirchliche Wohlfahrt, Beratungspraxis, Fallarbeit, Burkard Müller, Armut, Finanzierung, Arbeitsrecht, Religion, Sozialberatung, Subsidiaritätsprinzip, Praktikumsbericht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit reflektiert die praktischen Erfahrungen der Autorin in der Kirchenkreissozialarbeit eines Diakonischen Werkes unter besonderer Berücksichtigung der strukturellen Rahmenbedingungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die Institutionenanalyse der Diakonie, die Wirkung von Sozialgesetzen, Methoden der Sozialberatung und die Anwendung der Fallarbeits-Methode nach Burkard Müller.
Was ist das Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist die Analyse und Reflexion des Spannungsfeldes zwischen institutionellen (insb. kirchlichen) Rahmenbedingungen und der konkreten Unterstützung von Klienten in der Sozialarbeit.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt zur inhaltlichen Reflexion des Praxisberichts besonders die multiperspektivische Fallarbeits-Methode nach Burkard Müller.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine strukturelle Analyse der kirchlichen Verbandsarbeit, die Darstellung des spezifischen Praxisfeldes sowie eine detaillierte Fallstudie einer Beratungskonstellation.
Wie lässt sich die Arbeit durch Schlagworte definieren?
Die Arbeit charakterisiert sich durch Begriffe wie Kirchenkreissozialarbeit, Diakonie, Arbeitsweisen, Fallarbeit und strukturelle Rahmenbedingungen.
Welche Rolle spielt die Konfession bei diesem Praktikum?
Die Autorin reflektiert ihre Rolle als Atheistin innerhalb eines kirchlichen Trägers und stellt fest, dass ihre Neutralität bei der Arbeit keine erkennbaren Hürden für die Kooperation darstellte.
Warum wird der Fall mit Herrn S als Fallbeispiel gewählt?
Der Fall wurde gewählt, um die Komplexität von Mehrfachproblemlagen (Pflegebedürftigkeit, Verschuldung, familiäre Konflikte) ganzheitlich nach Müllers Methode reflektieren zu können.
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- Dipl.-Berufspäd. Amelie Morr (Author), 2014, Allgemeine Sozialberatung in der Diakonie. Praktikumsbericht, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1254784