Die vorliegende Arbeit wurde im Rahmen des Seminars „Gender
und PR“, das wir als Teil unseres „Praxisfeldes PR“ absolvieren,
verfasst.
Politik spielt für uns alle drei im täglichen Erleben, teils beruflich
und auch während des Studiums – in der Fächerkombination legen
wir auch Prüfungen an der Fakultät für Politikwissenschaften ab –
eine wichtige Rolle.
Daher haben wir uns entschlossen als Teilaspekt des großen
Themenbereichs „Gender und PR“ die Öffentlichkeitsarbeit
politischer Frauenorganisationen zu untersuchen.
Ziel der Arbeit ist es, die Public Relations politischer
Frauenorganisationen zu beschreiben, daraus Gesetzmäßigkeiten
abzulesen, Spezifika herauszufinden und etwaige Unterschiede zur
PR anderer (politischer) Organisationen zu benennen. Es sollen
gültige Erkenntnisse für die politische Landschaft gefunden werden.
Für die Untersuchung greifen wir auf persönliche Erfahrungen und
daraus gezogene Schlüsse zurück, die wir entsprechend
argumentieren, aber auch auf Grundlagen-Literatur zu
Öffentlichkeitsarbeit und politischer Kommunikation.
Die Arbeit besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen: Im ersten Teil
überwiegen politische Inhalte und inhaltliche Grundlagen zur
(Kommunikations-)Tätigkeit der untersuchten Organisationen; im
zweiten Teil gehen wir näher auf PR-spezifische Aspekte, also PR-Modelle
und die PR-Praxis der Organisationen ein.
In einer abschließenden Schlussfolgerung ziehen wir dann Resümee
über die Ergebnisse der Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundsätzliches
2.1. Was ist eine politische Frauenorganisation?
2.2. Daten und Fakten
2.2.1. Österreichische Volkspartei (ÖVP)
2.2.2. Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ)
2.2.3. Die Grünen
2.2.4. Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ)
2.3. Frauenpolitische Grundsätze in Parteiprogrammen
2.3.1. Grundsatzprogramm der ÖVP
2.3.2. Parteiprogramm der SPÖ
2.3.3. Das Grüne Programm
2.3.4. Das FPÖ-Programm
2.3.5. Fazit der Programmuntersuchung
2.4. Werte in der Praxis
2.4.1. Kommunikationsschwerpunkte ÖVP-Frauen
2.4.2. Kommunikationsschwerpunkte SPÖ-Frauen
2.4.3. Kommunikationsschwerpunkte Grüne Frauen
2.4.4. Kommunikationsschwerpunkte Initiative Freiheitlicher Frauen
3. Theoretische Grundlagen und Entsprechungen in der Praxis
3.1. Welche Aspekte der PR kommen bei politischen Frauenorganisationen zum Tragen?
3.2. Wer macht die PR politischer Frauenorganisationen?
3.3. Für wen machen die Frauenorganisationen PR?
3.4. Welche Methoden der PR stehen den Frauenorganisationen zur Verfügung?
4. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Öffentlichkeitsarbeit von Frauenorganisationen innerhalb der vier österreichischen Parlamentsparteien, um Gesetzmäßigkeiten und Spezifika ihrer Public-Relations-Praxis zu identifizieren und von der allgemeinen politischen Kommunikation abzugrenzen.
- Analyse der frauenpolitischen Grundsätze in den Parteiprogrammen.
- Untersuchung der tatsächlichen Kommunikationspraxis auf den Webauftritten.
- Vergleich von politischem Anspruch (Werte) und praktischer Umsetzung (PR-Methoden).
- Evaluierung von Abhängigkeiten zwischen Frauenorganisationen und Mutterparteien.
- Betrachtung von Organisationsstrukturen und Zielgruppen der PR.
Auszug aus dem Buch
3.1. Welche Aspekte der PR kommen bei politischen Frauenorganisationen zum Tragen?
Wir greifen zur Erklärung unterschiedlicher Wege und Ziele auf den organisationsorientierter PR-Ansatz zurück. Grunig und Hunt bezeichnen PR als „management of communications between an organisation and ist publics“ (vgl. Grunig/Hunt 1984 in Kunczik 2004, S. 220 ff). Sie unterscheiden dabei „Vier Modelle der Öffentlichkeitsarbeit“, nämlich: Publicity, Informationstätigkeit, asymmetrische Kommunikation und symmetrische Kommunikation.
Die Orientierung an der Anspruchsgruppe nimmt bei jedem Modell zu, so ist Publicity primär darauf abgezielt möglichst viel Aufmerksamkeit zu bekommen während den Interessen von Anspruchsgruppen nur marginale Bedeutung zukommt. Symmetrische Kommunikation steht für eine ethisch und moralisch hochwertige PR, bei der von einer ausgewogenen Wirkung der Kommunikation bei beiden Beziehungspartnern aus. In der Praxis tritt das vierte Model nur sehr selten auf und so muss der Dialoganspruch eher als Imagestrategie des Berufstandes angesehen werden.
Weiters kann nicht von gleichberechtigten Partnern ausgegangen werden, da ein unterschiedlicher Zugang zu Ressourcen und zum Mediensystem besteht.
Weiters fraglich ist, ob Einstellungsänderungen auf der Seite der Organisation wenn das primäre Organisationsziel – z.B. die Gewinnmaximierung bei Unternehmen nicht gefährdet ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autoren begründen das Interesse an der Untersuchung der Öffentlichkeitsarbeit politischer Frauenorganisationen und erläutern das methodische Vorgehen.
2. Grundsätzliches: Dieses Kapitel liefert Definitionen, Daten zu den Organisationen sowie eine detaillierte Analyse der frauenpolitischen Inhalte in den Parteiprogrammen.
3. Theoretische Grundlagen und Entsprechungen in der Praxis: Die Autoren verknüpfen PR-Modelle mit der spezifischen Kommunikationspraxis und den institutionellen Abhängigkeiten der Frauenorganisationen.
4. Schlussfolgerung: Das Fazit resümiert, dass Pragmatismus und Loyalität zur Mutterpartei die PR-Arbeit prägen und ein Bedeutungsverlust eigenständiger frauenpolitischer Öffentlichkeitsarbeit erkennbar ist.
Schlüsselwörter
Politische Frauenorganisationen, Public Relations, Österreichische Parteien, Parteiprogramme, Frauenpolitik, Öffentlichkeitsarbeit, Politische Kommunikation, Gender, Interessenvertretung, Medienpräsenz, Parteistrukturen, PR-Modelle, Politische Partizipation, Gleichstellungspolitik, Lobbying
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?
Die Arbeit analysiert die Öffentlichkeitsarbeit (PR) von Frauenorganisationen der vier österreichischen Parlamentsparteien (ÖVP, SPÖ, Die Grünen, FPÖ) und untersucht deren Wirksamkeit und Ausrichtung.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die in den Parteiprogrammen verankerten frauenpolitischen Grundsätze sowie deren praktische Umsetzung in der täglichen Kommunikation, insbesondere auf den Webauftritten der Organisationen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, PR-Strategien politischer Frauenorganisationen zu beschreiben, dabei Gesetzmäßigkeiten abzuleiten und Unterschiede zur PR anderer Organisationen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autoren nutzen eine Kombination aus Literaturanalyse zu theoretischen PR-Grundlagen und einer empirischen Untersuchung der Programmatik und Kommunikationspraxis (z.B. Web-Analyse) der Parteien.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Parteiprogramme, eine Untersuchung der PR-Praxis auf Websites und eine theoretische Einordnung mittels PR-Modellen (z.B. nach Grunig und Hunt).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind Politische Frauenorganisationen, PR-Modelle, Politische Kommunikation, Gender und Organisationsstrukturen von Parteien.
Welche Rolle spielen die "doppelten Loyalitäten" für die PR?
Die Organisationen stehen in einem Spannungsfeld zwischen der Vertretung von Fraueninteressen und der Loyalität zur Mutterpartei, wobei letztere aufgrund strategischer Geschlossenheit oft überwiegt.
Gibt es einen Einfluss der Partei auf die Kommunikation der Frauenorganisationen?
Ja, die Arbeit stellt fest, dass die PR-Arbeit der Frauenorganisationen in enger Abstimmung mit den Parteien erfolgt, was sich in wirtschaftlichen und inhaltlichen Abhängigkeiten widerspiegelt.
- Arbeit zitieren
- Mag. B. Rausch (Autor:in), B. Fahrnberger (Autor:in), M. Hinner (Autor:in), 2005, PR politischer Frauenorganisationen in Österreich, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/124924