Das Wissen um den Erfolg des Unternehmens, seiner Bereiche und Produkte ist ein wesentlicher Bestandteil des Wertschöpfungsmanagements. Das Instrument, mit dem sich dieser Erfolg kurzfristig messen, planen und steuern lässt, ist die Kosten- und Leistungsrechnung (KLR). Sie bildet im betrieblichen Rechnungswesen einen wichtigen Faktor und ist daher nicht mehr wegzudenken. Die Technik der KLR zu verstehen und sie entscheidungsrelevant auswerten zu können, ist ein „Muss“ sowohl in der Managementpraxis als auch in der betriebswirtschaftlichen Ausbildung.
Ein relevanter Teilbereich der KLR stellen die kalkulatorischen Kosten der Kostenartenrechnung dar. Abschreibungen, Wagnisverluste und Zinsaufwendungen haben Kostencharakter. Sie fallen in unregelmäßiger Höhe an. Wenn sie unverändert in die Kostenrechnung übernommen werden, entstehen Schwankungen in der Kostenentwicklung, welche den Zeitvergleich und den zwischenbetrieblichen Vergleich stören. Deshalb werden diese Aufwendungen aus der Kostenrechnung ferngehalten und an ihrer Stelle sogenannte kalkulatorische Kosten eingesetzt. Die Verwendung kalkulatorischer Kosten spielt eine enorme Rolle in vielen Unternehmen. Ihre Anwendung ermöglicht es, Preise besser zu kalkulieren und das unternehmerische Risiko entscheidend zu senken. Folglich bewahren sie Unternehmen vor dramatischen Fehlkalkulationen. Allerdings können im Rahmen der Kostenartenrechnung Probleme bei der Periodenabgrenzung entstehen und Komplikationen bei der Trennung zwischen den einzelnen Kostenarten der kalkulatorischen Kosten auftreten. Diese Probleme erschweren das unternehmerische Handeln.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau
2 Kalkulatorische Kosten
2.1 Begriffserläuterung
2.2 Aufgaben
2.3 Kostenartenrechnung
2.4 Kalkulatorische Kostenarten
3 Kalkulatorische Abschreibungen im Industriebetrieb
3.1 Begriffserläuterung und Ursachen
3.2 Berechnung
3.2 Ergebnis und Handlungsvorschläge
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Bedeutung und Anwendung kalkulatorischer Kosten innerhalb der Kosten- und Leistungsrechnung zu verdeutlichen. Dabei wird insbesondere untersucht, welchen Einfluss diese Kosten auf das unternehmerische Handeln haben, um Risiken zu minimieren und eine verursachungsgerechte Preiskalkulation zu ermöglichen.
- Grundlagen und Aufgaben kalkulatorischer Kostenarten
- Abgrenzung zwischen Kostenartenrechnung und Finanzbuchhaltung
- Detaillierte Analyse kalkulatorischer Abschreibungen im Industriebetrieb
- Methoden zur Berechnung von Wiederbeschaffungskosten
- Strukturierung von Anders- und Zusatzkosten
Auszug aus dem Buch
3 Kalkulatorische Abschreibungen im Industriebetrieb
Die im Laufe der Nutzungsdauer auftretenden Wertminderungen von Vermögensgegenständen werden rechnerisch durch Abschreibungen berücksichtigt. Der Werteverzehr kann verbrauchsbedingt, wirtschaftlich und / oder zeitlich bedingt verursacht und dementsprechend gekoppelt werden. Infolgedessen erfolgt eine Unterscheidung in bilanzielle Abschreibungen im externen Rechnungswesen und in kalkulatorische Abschreibungen im internen Rechnungswesen. Mumm definiert bilanzielle Abschreibungen als „bilanzpolitische Nutzung von Abschreibungswahlrechten im Hinblick auf die Erreichung gewinnpolitischer und steuerlicher Gründe“. Demnach entsprechen sie der buchhalterischen Erfassung von Wertminderungen des Anlage- und Umlaufvermögens im Rahmen des Jahresabschlusses.
Hingegen beschreiben nach Eberlein kalkulatorische Abschreibungen „tatsächliche, planmäßige und betriebsbedingte Wertminderungen eines abnutzbaren Vermögensgegenstandes für jede Abrechnungsperiode“. Auf Grund dessen werden diese abnutzbaren Vermögensgegenstände über die Zeit ihrer Nutzung verteilt. Da kalkulatorische Abschreibungen zu den Anderskosten gehören, sind sie nicht an die Ermittlung handels- oder steuerrechtlicher Vorschriften gebunden, sondern streben die Erfassung des betriebsnotwendigen Anlagevermögens nach ökonomischen Prinzipien an. Zum betriebsnotwendigen Anlagevermögen gehören immaterielle Anlagegüter (z.B. Patente) und materielle Anlagegüter (z.B. Gebäude), soweit sie im Wertschöpfungsprozess eingesetzt werden und dadurch an Wert verlieren. Das betriebsnotwendige Anlagevermögen muss planmäßig über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben und wiederbeschafft werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz der Kosten- und Leistungsrechnung für das Wertschöpfungsmanagement und definiert die Zielsetzung der Arbeit bezüglich der kalkulatorischen Kosten.
2 Kalkulatorische Kosten: Hier werden die theoretischen Grundlagen, die Abgrenzung von Aufwand und Kosten sowie die verschiedenen Aufgaben und Kategorien kalkulatorischer Kosten dargelegt.
3 Kalkulatorische Abschreibungen im Industriebetrieb: Dieses Kapitel analysiert die Ursachen und die praktische Berechnung kalkulatorischer Abschreibungen anhand eines Industriebetriebs-Beispiels und diskutiert Handlungsvorschläge.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Bedeutung kalkulatorischer Abschreibungen für die Substanzerhaltung und Konkurrenzfähigkeit.
Schlüsselwörter
Kalkulatorische Kosten, Kosten- und Leistungsrechnung, Abschreibungen, Anderskosten, Zusatzkosten, Wertschöpfungsmanagement, Industriebetrieb, Wiederbeschaffungskosten, lineare Abschreibung, Nutzungsdauer, Substanzerhaltung, Kostenrechnung, Anlagenvermögen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die Systematik und Bedeutung kalkulatorischer Kosten als essenzieller Teil der Kosten- und Leistungsrechnung in Industrieunternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der begrifflichen Einordnung, der Abgrenzung zu tatsächlichen Aufwendungen und der detaillierten Anwendung kalkulatorischer Abschreibungen.
Welches Hauptziel verfolgt die Forschung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine fundierte Ermittlung kalkulatorischer Kosten das unternehmerische Risiko gesenkt und Preise marktgerecht kalkuliert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird eingesetzt?
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen theoretischer Grundlagen sowie eine Fallstudien-Methode mittels eines industriellen Berechnungsbeispiels zur Veranschaulichung der linearen Abschreibung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über Kostenarten und eine spezifische Untersuchung über Ursachen, Berechnung und Optimierungsmöglichkeiten kalkulatorischer Abschreibungen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?
Kalkulatorische Kosten, Kosten- und Leistungsrechnung, Abschreibungen, Anderskosten und Substanzerhaltung beschreiben den Kern der Arbeit am besten.
Warum unterscheidet sich die kalkulatorische Abschreibung von der bilanziellen?
Während bilanzielle Abschreibungen an steuer- und handelsrechtliche Vorschriften (HGB/EStG) gebunden sind, basieren kalkulatorische Abschreibungen auf ökonomischen Prinzipien zur korrekten Erfassung des tatsächlichen Werteverzehrs.
Welche Auswirkung hat die Wahl der Wiederbeschaffungskosten auf das Ergebnis?
Die Orientierung an Wiederbeschaffungswerten dient der Substanzerhaltung; steigt der Wert, kann dies die Preiskalkulation beeinflussen und Spielräume bei Preisentscheidungen gegenüber Wettbewerbern schaffen.
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- Anonym (Author), 2021, Kalkulatorische Kosten. Kalkulatorische Abschreibungen im Industriebetrieb, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1247355