In dieser Arbeit wurde ein Angebot zum Sportklettern entwickelt. Ortsansässige Jugendliche treffen sich dabei einmal wöchentlich mir Bewohnern aus einer Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Geflüchtete zum gemeinsamen Klettern. Ziel ist es, gemeinsam Spaß an der Bewegung zu haben, junge Geflüchtete und ortsansässige Jugendliche miteinander in Kontakt zu bringen und dabei gemeinsam soziale Kompetenzen, Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl zu stärken. Die Zielgruppe umfasst Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Inhaltliche Überlegungen
2.1 Träger
2.2 Zielgruppe
2.3 Informationen und Theoretische Überlegungen zum Angebot Sportklettern
2.4 Anthropologische Überlegungen
3. Didaktische Überlegungen
3.1 Bedingungsanalyse
3.1.1 Lehrender
3.1.2 Lernende
3.1.3 Lehr-Lern-Situation
3.2 Zielebenen
3.2.1 Richtziele
3.2.2 Grobziele
3.2.3 Feinziele
3.3 Stundenraster
4. Theoretische Auswertung
5. Anhang 1: Geschichtliche und praktische Informationen zum Sportklettern
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und didaktischen Fundierung des Sportangebots „Klettern – gemeinsam hoch hinaus“, das als niederschwellige Maßnahme zur Förderung von sozialen Kompetenzen sowie des Selbstwertgefühls bei unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen (UMF) und ortsansässigen Jugendlichen konzipiert wurde. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die pädagogischen Gelingensbedingungen für eine erfolgreiche interkulturelle Gruppenarbeit mittels Klettersport.
- Interkulturelle Begegnung zwischen UMF und ortsansässigen Jugendlichen
- Sozialpädagogische Förderung durch Sportklettern
- Bedingungsanalyse zur Gestaltung von Lehr-Lern-Situationen
- Anthropologische Dimensionen des menschlichen Handelns im Sport
- Umsetzung von Zielebenen in der sozialen Arbeit
Auszug aus dem Buch
Die UMF-Jugendlichen, so schreibt Müller (2016, S.6 - 7), seien durch die Konfrontation mit Krieg, Armut, Verfolgung und Gewalt in ihren Herkunftsländern und auf der Flucht einem besonderen Risiko für körperliche und psychische Schäden ausgesetzt, welchen sie auch nach der Ankunft in Deutschland durch neue Herausforderungen und Schwierigkeiten wie z. B. der neue soziokulturelle Kontext, Sprachbarrieren, sowie die oft ungewisse Bleibeperspektive belasten. Nach Gravelmann (2017, S. 14) sind darum oft Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe die ersten wichtigen Anknüpfungspunkte für die Ermöglichung neuer Beziehungen der UMF oder werden selbst zu deren zentralen Bezugspersonen.
Ziel des Angebotes ist es, UMF in Kontakt mit gleichaltrigen ortsansässigen Jugendlichen zu bringen, welche schon länger durch XX betreut werden. Diese Jugendlichen haben nach Müller (2016, S. 12) Schwierigkeiten im Bereich ihrer sozialen Kompetenz, SoziaL.tions- und Entwicklungsdefizite, familiäre und oder schulische Schwierigkeiten, Suchtgefährdungen und erfährt soziale Benachteiligung. Mangold (Schröer et al., 2016, S. 126–127) stellen heraus, dass „…die alltäglichen Lebensbewältigungen und die für die Grenzbearbeitungen der Jugendlichen zwischen Zumutungen, Erwartungen und Erreichbarkeiten (...) daher zentraler Fokus für die sozialpädagogische Praxis sein sollten.“
Genau wie UMF fallen auch sie unter die Unterstützungsmöglichkeiten des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (SGB VIII) auf Grundlage, dessen das örtliche Jugendamt mit freien Trägern wie u. a. XX Verträge zur Betreuung abschließt. Für das Angebot wurde für beide Teile der Zielgruppe solch ein Vertrag mit der Wohngruppe XY der Stadt Kassel geschlossen, als Ziel, eine multikulturelle Jugendarbeit im Stadtteil Helleböhn aufzubauen und beide Zielgruppen gleichwertig zu fördern, wozu das Angebot Sportklettern in besonderer Weise geeignet ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die Beweggründe für das Projekt Sportklettern und definiert das Ziel, durch sportliche Betätigung soziale Kompetenzen und das Selbstwertgefühl der Jugendlichen zu steigern.
2. Inhaltliche Überlegungen: In diesem Kapitel werden der Träger des Projekts, die Zielgruppe der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge sowie theoretische und anthropologische Grundlagen des Sportkletterns dargelegt.
3. Didaktische Überlegungen: Hier erfolgt eine ausführliche Analyse der didaktischen Bausteine sowie der verschiedenen Zielebenen, die den Rahmen für eine strukturierte pädagogische Praxis bilden.
4. Theoretische Auswertung: Dieses Kapitel widmet sich der Evaluation des Angebots anhand spezifischer Indikatoren, um die Zielerreichung und die Nachhaltigkeit der pädagogischen Arbeit zu bewerten.
5. Anhang 1: Geschichtliche und praktische Informationen zum Sportklettern: Der Anhang liefert ergänzende Hintergrundinformationen zur Entwicklung des Sportkletterns sowie technische Erläuterungen zu den Kletterdisziplinen.
Schlüsselwörter
Sportklettern, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, UMF, soziale Kompetenz, Selbstwertgefühl, interkulturelle Jugendarbeit, Bedingungsanalyse, Didaktik, Soziale Arbeit, SGB VIII, Integration, Bewegungsförderung, Adoleszenz, psychische Gesundheit, Teilhabe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Konzeption eines sportpädagogischen Förderangebots in Form von Sportklettern für eine heterogene Gruppe aus unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen und ortsansässigen Jugendlichen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die soziale Integration, die Förderung des Selbstbildes, der Umgang mit Fluchterfahrungen sowie die methodische Gestaltung von sozialpädagogischen Angeboten im interkulturellen Kontext.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, durch die gemeinsame sportliche Aktivität soziale Hemmschwellen abzubauen, persönliche Kompetenzen zu stärken und ein Gruppengefühl zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wird eine didaktische Bedarfs- und Bedingungsanalyse angewandt, die auf der Didaktik der Sozialen Arbeit nach Schilling basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert intensiv die Akteure (Lehrende und Lernende), die Lehr-Lern-Situation und leitet daraus konkrete Zielebenen (Richt-, Grob- und Feinziele) sowie ein strukturiertes Programm für eine Klettereinheit ab.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Sportklettern, interkulturelle Jugendarbeit, soziale Kompetenzen, Inklusion und pädagogische Didaktik geprägt.
Wie unterscheidet sich die Ausgangslage von UMF und ortsansässigen Jugendlichen?
Die UMF bringen oft traumatische Fluchterfahrungen und eine ungewisse Zukunftsperspektive mit, während die ortsansässigen Jugendlichen häufig mit familiären oder schulischen Schwierigkeiten sowie sozialen Benachteiligungen kämpfen.
Warum spielt das Klettern eine besondere Rolle bei der Überwindung von Sprachbarrieren?
Klettern ist eine körperorientierte Tätigkeit, bei der viele Abläufe visualisiert werden können, wodurch die Abhängigkeit von komplexer verbaler Kommunikation minimiert wird.
- Arbeit zitieren
- Jonas Pabst (Autor:in), 2021, Kletterangebot für unbegleitete Geflüchtete und deutsche Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren. Didaktische Überlegungen und Ziele, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1243963