Anlässlich seiner Wahlkampfrede im März 2007 positionierte sich der damalige Präsidentschaftskandidat Nicolas Sarkozy deutlich mit den Worten “La France c’est une langue”. Mittels dieser Aussage spricht er dem französischen Volk aus der Seele, denn ganz Frankreich teilt seine Überzeugung von einer großen kulturellen Bedeutung der französischen Sprache. Seit hunderten von Jahren und auch heute noch ist die französische Sprache eines der größten Kulturgüter und der Stolz Frankreichs. Im Folgenden werden daher die wichtigsten Etappen der externen französischen Sprachgeschichte skizziert und anschließend die besondere Sprachpolitik Frankreichs charakterisiert. Bis eine Erläuterung der „Krise des Französischen“ und die Auseinandersetzung mit dem Wendepunkt der französischen Sprachnormierung und -pflege den Essay abrundet.
Inhaltsverzeichnis
1. Sprachgeschichte, Sprachnormierung und Sprachpolitik
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die historische Entwicklung der französischen Sprache sowie die damit einhergehende, staatlich gelenkte Sprachpolitik Frankreichs, um das Spannungsfeld zwischen Sprachwandel und dem Streben nach sprachlicher Reinheit zu beleuchten.
- Historische Etappen der externen französischen Sprachgeschichte
- Die Entwicklung des Französischen ausgehend vom Vulgärlatein
- Die Rolle der Académie française bei der Normierung und Standardisierung
- Die sogenannte „Krise des Französischen“ im 20. Jahrhundert
- Der Einfluss von Anglizismen und die staatlichen Schutzmaßnahmen
Auszug aus dem Buch
Sprachgeschichte, Sprachnormierung und Sprachpolitik
Anlässlich seiner Wahlkampfreden im März 2007 positionierte sich der damalige Präsidentschaftskandidat Nicolas Sarkozy deutlich mit den Worten “La France c’est une langue”. Mittels dieser Aussage spricht er dem französischen Volk aus der Seele, denn ganz Frankreich teilt seine Überzeugung von einer großen kulturellen Bedeutung der französischen Sprache. Seit hunderten von Jahren und auch heute noch ist die französische Sprache eines der größten Kulturgüter und der Stolz Frankreichs (vgl. Trabant 2013: Frankreich ist eine Sprache). Im Folgenden werden daher die wichtigsten Etappen der externen französischen Sprachgeschichte skizziert und anschließend die besondere Sprachpolitik Frankreichs charakterisiert. Bis eine Erläuterung der „Krise des Französischen“ und die Auseinandersetzung mit dem Wendepunkt der französischen Sprachnormierung und -pflege den Essay abrundet.
Französisch gilt als eine der romanischen Sprachen und hat ihren Ursprung in der lateinischen Sprache. Im Zuge des Gallischen Krieges eroberten die Römer unter Caesar das heutige Frankreich und brachten die Romanisierung Galliens zu einem entscheidenden Punkt in ihrer Geschichte. Die römisch forcierte Besetzung Galliens dauerte insgesamt über 500 Jahre an und hinterließ deutliche Spuren, insbesondere in der Entwicklung der französischen Sprache. Mit dem Ende des gallischen Krieges gab es neben dem Gallischen, einer keltischen Sprache, auch das gesprochene Latein, welches in Fachsprache als Vulgärlatein bezeichnet wird. Letztendlich setzte sich das Vulgärlatein, welches die Grundlage der romanischen Sprachen bildet, gegenüber der gallischen Sprache durch (vgl. Berschin ed al. 2008: 158ff).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Sprachgeschichte, Sprachnormierung und Sprachpolitik: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick von der Entstehung des Französischen aus dem Vulgärlatein über die Standardisierung in der Renaissance bis hin zur modernen Sprachpolitik im Umgang mit der „Krise des Französischen“ und dem Einfluss des Englischen.
Schlüsselwörter
Französische Sprache, Sprachgeschichte, Sprachpolitik, Sprachnormierung, Académie française, Vulgärlatein, Bon usage, Anglizismen, Sprachwandel, Sprachpflege, Schriftsprache, Identität, Frankreich
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und dem Schutz der französischen Sprache sowie der einzigartigen staatlichen Einflussnahme durch Institutionen und Gesetzgebungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die historische Genese der französischen Sprache, die Rolle der Normierung durch die Académie française und der Umgang mit Sprachverfallsprozessen durch externe Einflüsse wie Anglizismen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Verbindung zwischen der kulturellen Identität Frankreichs und der Entwicklung einer strikten, institutionell verankerten Sprachpolitik aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse historischer Entwicklungen und einer Auswertung fachwissenschaftlicher Literatur zur romanischen Sprachwissenschaft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Etappen von der Romanisierung Galliens über die Standardisierung während der Renaissance bis zur Etablierung des „bon usage“ und modernen Maßnahmen gegen den Einfluss des Englischen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Neben Begriffen wie Sprachgeschichte und Sprachpolitik sind insbesondere Begriffe wie Sprachnormierung, Bon usage und Académie française essenziell.
Welche Bedeutung hat das Edikt von Villiers-Cotterêts?
Es markiert einen entscheidenden historischen Meilenstein im Jahr 1539, ab dem das Französische die offizielle Urkunden-, Verwaltungs- und Justizsprache wurde.
Was versteht man unter der „Krise des Französischen“?
Es beschreibt den seit dem 20. Jahrhundert wahrgenommenen Konflikt zwischen der idealisierten Sprachnorm und der tatsächlichen Sprachverwendung sowie die wachsende Bedrohung durch Anglizismen.
Wie schützt Frankreich seine Sprache heute?
Frankreich nutzt Instrumente wie staatliche Terminologiekommissionen und Gesetze (z.B. Loi Toubon), um den Gebrauch von Anglizismen einzudämmen und die Reinheit der Sprache zu fördern.
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- Anonym (Author), 2020, Sprachgeschichte, Sprachnormierung und Sprachpolitik in Frankreich, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1242898