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Die unterschiedliche Darstellung der Mordmotive von Christine und Léa Papin in Berichten, Analysen und Filmen

Title: Die unterschiedliche Darstellung der Mordmotive von Christine und Léa Papin in Berichten, Analysen und Filmen

Term Paper , 2011 , 15 Pages , Grade: 1,4

Autor:in: Silvia John (Author)

Communications - Movies and Television

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Summary Excerpt Details

Warum erregte gerade dieser Fall so reges öffentliches Interesse? Und noch wichtiger: Warum gibt es immer noch so viele unterschiedliche Ansatzpunkte, die Motive der Schwestern Christine und Léa Papin zu erklären? Diese vielen divergenten Theorien versuchen zu klären, ob es sich bei den beiden um Kriminelle, um Opfer, um Heldinnen oder um Psychopatinnen handelte. In dieser Arbeit werde ich versuchen, die verschiedenen Herangehensweisen an mögliche Motive der beiden aufzuzeigen, um am Ende eventuell darlegen zu können, warum gerade dieser Fall bis heute noch nicht eindeutig geklärt werden konnte und eine ungeheure Faszination auslöste.

„Wenn wir beide einem Opfer die Finger ins Auge bohren, so sind wir dadurch fester verbunden, als es in der Ehe sein könnte.“ heißt es in Elfriede Jelineks Werk „Die Ausgesperrten“. Ein passendes Zitat, was uns zu jener verhängnisvollen und mysteriösen Nacht Anfang Februar 1933 in der kleinen französischen Stadt Le Mans führt.

Der ehemalige Rechtsanwalt René Lancelin erwartete seine Frau und Tochter zu einem Abendessen mit Bekannten, zu dem sich die Damen nach einem Stadtbummel gesellen sollten. Da die beiden sich erheblich verspäteten und auf Anrufe nicht reagierten, wurde Monsieur Lancelin beunruhigt und misstrauisch, woraufhin er zu dem Haus der Familie eilte. Da die Tür von innen verschlossen war und sogar die Dienstmädchen Christine und Léa Papin nicht reagierten, rief er die Polizei, die sich gewaltsam Eintritt verschaffte. Der Anblick, der sich den Beamten und Monsieur Lancelin bot war unvorstellbar. Sie fanden Madame Lancelin und ihre Tochter Geneviève grausam verstümmelt im Hausflur auf, ihre Augen waren herausgerissen und tiefe Schnittwunden klafften an ihren Oberschenkeln und Gesäßen. Im zweiten Stock des Hauses fand man die Dienstmädchen Christine und Léa Papin in ihrem Bett eng aneinander geschmiegt vor. Sie gestanden unmittelbar und offenbar ohne Probleme den zweifachen Mord an ihren Dienstherrinnen. Doch wie kam es zu solch einer grausamen und blutigen Tat, noch dazu von zwei bis dahin anscheinend unauffälligen und zurückhaltenden Mädchen? Die Morde waren und sind immer noch geheimnisumwoben, denn die Opfer waren die einzigen Zeugen und die Schwestern Papin blieben bei den Gerichtsverhandlungen und Befragungen schweigsam. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sozialer Klassenkonflikt als Motiv

3. Christine und Léa Papin als psychologisches Paar

4. Homosexualität und Inzest

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die komplexen Mordmotive der Dienstmädchen Christine und Léa Papin unter Berücksichtigung soziologischer, psychologischer und medienkritischer Perspektiven, um die bis heute anhaltende Faszination und die Ambiguität dieses Kriminalfalls zu ergründen.

  • Soziale Klassenkonflikte und die Dynamik zwischen Dienstboten und Herrschaftsschicht
  • Psychologische Analyse der Schwestern als "psychologisches Paar" und der induzierte Wahn (Folie à deux)
  • Die Rolle von Homosexualität und inzestuösen Beziehungen als Tabu
  • Rezeption des Falls in Berichten, Analysen sowie in filmischen Verarbeitungen wie "Sister my Sister"

Auszug aus dem Buch

3. Christine und Léa Papin als psychologisches Paar

Das erste aktenkundige, auffällige Benehmen der Schwestern wird auf einen Tag im August datiert, an dem die Familie Lancelin im Urlaub ist. Christine und Léa fanden sich im Rathaus ein, um dem Bürgermeister ihr dringliches Anliegen vorzutragen: Léa sollte mündig gesprochen und befreit werden. Auf die Frage des Bürgermeisters, wovon sie befreit werden soll, hatten die beiden jedoch keine konkrete Antwort. Sie redeten diffus von vermuteter Freiheitsberaubung. Da dem Bürgermeister das Verhalten der Schwestern keinen Aufschluss gab, schickte er sie zum Polizeikommissariat, wo sie dem Beamten erklärten, dass sie sich verfolgt fühlten. Verfolgt vom Bürgermeister, der sie anstatt zu helfen, überwachte.

Waren Christine und Léa Papin paranoid? Litten sie unter Wahnvorstellungen? Diesen Fragen ging Lacan im Zusammenhang mit dem Einfluss sozialer Beziehungen in seinem Text „Motive des paranoischen Verbrechens. Das Verbrechen der Schwestern Papin“ nach. Lacan selbst traf die Schwestern Papin nie, er leitete seine Erkenntnisse aus den Gerichtsverhandlungen und den Berichten der Gebrüder Tharaud ab.

Zunächst einmal macht er deutlich, dass die beiden den Gutachtern ohne irgendwelche Anzeichen eines Wahns oder Schwachsinns gegenübertraten. Sie teilen die Verantwortung für das Verbrechen gänzlich. Dadurch blieb den Ärzten zunächst nichts anderes übrig, als festzustellen, dass Christine und Léa an keiner psychischen Störung litten. Lacan merkt jedoch später an: „Die Merkmale des Verbrechens, Christines Störungen im Gefängnis und die Merkwürdigkeiten im Leben der Schwestern hatten indes die Mehrheit der Psychiater von der Unzurechnungsfähigkeit der Mörderinnen überzeugt.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Hintergrund der Papin-Affäre von 1933 und skizziert die mediale sowie wissenschaftliche Rezeption des grausamen Doppelmordes der Schwestern.

2. Sozialer Klassenkonflikt als Motiv: Dieses Kapitel analysiert das Verbrechen als Resultat sozialer Spannungen zwischen Dienstboten und Herrschaft, wobei die Tat als radikale Vergeltungsmaßnahme für erlittene Demütigungen gedeutet wird.

3. Christine und Léa Papin als psychologisches Paar: Der Fokus liegt hier auf der psychologischen Dimension der Schwesternbindung, insbesondere der Theorie des induzierten Wahns (Folie à deux) durch den Einfluss der dominanten Christine auf die sukkumbende Léa.

4. Homosexualität und Inzest: Dieser Abschnitt thematisiert die Darstellung der lesbischen und inzestuösen Bindung in verschiedenen Adaptionen und wie diese Tabubrüche zur Deutung der Gewaltkriminalität beitragen.

Schlüsselwörter

Schwestern Papin, Lancelin-Affäre, Kriminalgeschichte, Psychologie, Paranoia, Klassenkonflikt, Folie à deux, Homosexualität, Inzest, Mordmotive, Jacques Lacan, Gewaltkriminalität, Dienstbotentum, Wahnsinn, Medienanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Mordmotive der Schwestern Christine und Léa Papin, die 1933 in Frankreich ihre Dienstherrin und deren Tochter ermordeten, unter soziologischen und psychologischen Gesichtspunkten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit behandelt Themen wie das soziale Dienstbotenverhältnis, psychische Störungen im Kontext von Abhängigkeit, die Dynamik von "Folie à deux" sowie die gesellschaftliche Tabuisierung von Homosexualität und Inzest.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die vielfältigen Herangehensweisen an das Verbrechen aufzuzeigen, um zu verstehen, warum dieser spezifische Fall bis heute nicht eindeutig geklärt werden konnte und eine so starke Faszination ausübt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender psychiatrischer Gutachten (insbesondere von Jacques Lacan) sowie auf eine medien- und filmwissenschaftliche Untersuchung zeitgenössischer und späterer Verarbeitungen des Stoffs.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die soziologische Betrachtung des Klassenkonflikts, eine psychologische Analyse des extremen Bindungsverhältnisses der Schwestern und die Untersuchung ihrer Beziehung als mögliches "doppeltes Tabu".

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben den Namen der Schwestern Papin vor allem das psychologische Paar, die Paranoia, der Klassenkonflikt, der induzierte Wahn und die filmische Interpretation der Tat.

Wie deutet die Arbeit die Rolle der Mutter der Schwestern?

Die Arbeit betont, dass die Mutter die Kinder früh in Pflegefamilien gab und ihr inkonsequentes, forderndes Verhalten sowie spätere wahnhafte Briefe die psychische Instabilität und das gestörte Verhältnis der Schwestern zu Autoritätspersonen maßgeblich beeinflussten.

Welche Bedeutung spielt der "Blick der Herrschaft" in der Argumentation?

Der "Blick der Herrschaft", verkörpert durch Madame Lancelin, wird als kontrollierendes Element gedeutet, das durch Kritik und Demütigung Christine und Léa in eine Enge trieb, aus der sie sich durch die "Säuberung" (die Tat) gewaltsam befreiten.

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Details

Title
Die unterschiedliche Darstellung der Mordmotive von Christine und Léa Papin in Berichten, Analysen und Filmen
College
University of Weimar  (Fakultät Medien)
Course
Wissensgeschichte
Grade
1,4
Author
Silvia John (Author)
Publication Year
2011
Pages
15
Catalog Number
V1240192
ISBN (eBook)
9783346665607
ISBN (Book)
9783346665614
Language
German
Tags
Mordfall Christine und Léa Papin Jacques Lacan Paranoia
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Silvia John (Author), 2011, Die unterschiedliche Darstellung der Mordmotive von Christine und Léa Papin in Berichten, Analysen und Filmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1240192
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