Diese Facharbeit widmet sich der Analyse der Rhetorik der parlamentarischen Rechten, spezifischer der in ebendieser enthaltenen Manipulation, exemplarisch an der Partei Alternative für Deutschland und der damit verbunden der Ermittlung von eventuellen Übereinstimmungen mit der Rhetorik von NSDAP-Akteuren. Hierin wird gezeigt, inwiefern sich Gemeinsamkeiten oder Unterschiede dieser zeitlich auseinanderliegenden Rhetorik unter der Gemeinsamkeiten aufweisenden politischen Orientierung herausstellen lassen.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Einführung in die Thematik der Arbeit
3. Allgemeines
3. 1 Warum die verglichenen Parteien als parlamentarisch rechts einzuordnen sind
3. 2 Definitionen und Definitionsansätze arbeitsrelevanter Begriffe
3. 2. 1 Definitionsansatz des Wortes Manipulation
3. 2. 2 Definition des Wortes Sprache
3. 2. 3 Definitionsansatz des Wortes Propaganda
3. 2. 4 Definition des Wortes Inszenierung
3. 3 Vergleichsmethodik
4. Manipulation durch Sprache in politischer Rede im Vergleich zwischen NSDAP und AfD
4. 1 Konkretisierung der Relevanz des Mediums
4. 2 Missbrauch des „Wir“-Begriffs
4. 3 Naturkatastrophenmetaphorik
4. 4 Diffamierung politischer Gegner
4. 4. 1 Beispiel „Volksverräter“
4. 4. 2 Beispiel „Lügenpresse“
4. 5 Exklusion politischer Gegner
4. 6 Inszenierung eines Personenkults
5. Fazit, Meinung und Appell
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die rhetorischen Manipulationstechniken in der politischen Rede der NSDAP und vergleicht diese systematisch mit der heutigen Rhetorik der AfD, um Parallelen in der politischen Beeinflussung aufzuzeigen und für Gefahren für die demokratische Grundordnung zu sensibilisieren.
- Analyse rhetorischer Manipulationsstrategien
- Vergleichende Untersuchung historischer und aktueller Diskursmuster
- Untersuchung der Entmenschlichung und Diffamierung politischer Gegner
- Rolle der Inszenierung im Personenkult
- Relevanz medialer Vermittlung in der politischen Kommunikation
Auszug aus dem Buch
4. 2 Missbrauch des „Wir“-Begriffs
Häufig wird das Pronomen „Wir“ im Alltag falsch verwendet; so zum Beispiel bei Kind A, welches zu Kind B sagt, dass es Hunger habe, woraufhin Kind B zum Elternteil sagt, dass sie essen wollen. Kind B entnimmt somit der Aussage von Kind A, dass es essen wolle, obwohl dies nicht explizit kommuniziert wurde. Hierbei handelt es sich um eine konversationelle Implikatur, bei der keine schwerwiegenden Missverständnisse zu erwarten sind.15
Anders wurde der „Wir“-Begriff in der politischen Rede der NSDAP missbraucht, so in der Rede bei der Eröffnung des neu einberufenen Reichstags, in der Hitler anaphorisch in neun aufeinanderfolgenden Satzanfängen „[w]ir wollen“16 verwendet.
Dadurch suggeriert Hitler fälschlicherweise eine homogene Einheit, die darauffolgend benannten Vorhaben unterstützt, wobei nicht jede einzelne Person diese Intentionen befürwortet.
Das missbräuchliche Verbreiten von Falschinformationen zum politischen Meinungsbild der Gesellschaft stellt eine Gefahr für die Demokratie dar (dessen Abschaffung zu dem Zeitpunkt der Rede, dem 21. März 1933 bereits initiiert wurde, da die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler als Beginn der Machtübertragung betitelt werden kann), weil eine tatsächlich inexistente Einheit der Meinungen propagiert wird, wodurch umso mehr Menschen dazu genötigt fühlen, sich der vertretenen Meinung anzuschließen, da sie sonst den Ausschluss aus der propagierten homogenen Einheit befürchten,17 worauf im späteren Verlauf dieser Arbeit nochmals eingegangen wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Dieses Kapitel stellt die notwendige Distanzierung der Arbeit von den verfassungsfeindlichen Ideologien der untersuchten Parteien klar.
2. Einführung in die Thematik der Arbeit: Es wird die Relevanz des Themas erläutert und die Problemstellung sowie das Ziel der Arbeit, Parallelen in der Manipulation durch Sprache aufzuzeigen, definiert.
3. Allgemeines: Hier werden die theoretischen Grundlagen gelegt, indem zentrale Begriffe wie Manipulation, Sprache, Propaganda und Inszenierung definiert und die methodische Vorgehensweise skizziert werden.
4. Manipulation durch Sprache in politischer Rede im Vergleich zwischen NSDAP und AfD: Die Analyse untersucht zentrale rhetorische Strategien wie den Missbrauch des „Wir“-Begriffs, Metaphorik und Diffamierung bei beiden Parteien im diachronen Vergleich.
5. Fazit, Meinung und Appell: Die Arbeit fasst zusammen, dass die rhetorischen Manipulationsmittel der NSDAP auch heute in der politischen Rede der AfD verwendet werden, und warnt vor den Gefahren für die Demokratie.
Schlüsselwörter
Manipulation, politische Rede, NSDAP, AfD, Rhetorik, NS-Zeit, Rechtspopulismus, Propaganda, Wir-Begriff, Diffamierung, Lügenpresse, Volksverräter, Inszenierung, Personenkult, Demokratie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht und vergleicht die sprachlichen Manipulationsstrategien in der politischen Rhetorik der NSDAP und der AfD.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Untersuchung?
Zu den Schwerpunkten gehören Propaganda, die Inszenierung von Personenkulten, der Missbrauch kollektiver Begriffe wie „Wir“ sowie die Diffamierung und Exklusion politischer Gegner.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, durch eine detaillierte rhetorische Analyse Parallelen zwischen der NS-Rhetorik und heutigen AfD-Reden zu identifizieren, um vor manipulativen Tendenzen zu warnen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin oder der Autor verwendet die Komparatistik als diachrone Vergleichsmethode, um zeitlich unterschiedlich liegende politische Rhetorik analytisch gegenüberzustellen.
Was bildet den Schwerpunkt des Hauptteils?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Analyse spezifischer rhetorischer Werkzeuge wie die Funktion des Mediums, die Naturkatastrophenmetaphorik („Flüchtlingswelle“) sowie die gezielte Verleumdung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Manipulation, Sprachgebrauch, Propaganda, Inszenierung, Rechtspopulismus und die Gefährdung demokratischer Grundwerte.
Warum wird im Vergleich der Parteien der „Wir“-Begriff hervorgehoben?
Der „Wir“-Begriff wird analysiert, weil er sowohl in der NS-Zeit als auch heute dazu genutzt wird, eine fälschlicherweise homogene Einheit der Bevölkerung vorzutäuschen.
Welche Bedeutung misst die Arbeit der Rolle der Medien bei?
Die Arbeit betont, dass die Art der medialen Vermittlung (heute vs. 1933) zwar unterschiedlich ist, die manipulative rhetorische Wirkung jedoch gezielt auf die psychologische Beeinflussung des Publikums abzielt.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Manipulation durch Sprache in politischer Rede. Vergleich von NSDAP und AfD, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1239708