Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Laufsport und die Fragestellung, ob das Flow-Erleben die Abhängigkeit im Laufsport begünstigen kann. In meiner Hausarbeit habe ich eine eigene kleine Umfrage im Verein von Laufsportbegeisterten gestartet und auch diese Ergebnisse mit eingebracht.
Es steht außer Frage, dass ein regelmäßiges Lauftraining gesund hält und Krankheiten vorbeugt. Laufen ist eine ganzheitliche Sportart, die Körper, Geist und Seele in Einklang bringt. Das Gefühl, dass etwas fehlt, wenn ein Läufer einige Tage mit dem Training pausiert, kennen die meisten, die regelmäßig Ausdauersport betreiben. Sobald man in die Laufschuhe schlüpft, ist der Alltagsstress für einen Augenblick vergessen. Bei Wettkämpfen wird dann der eigene Trainingsstand überprüft und man bekommt durch Medaillen und den Zuschauern, die am Rande applaudieren, die Anerkennung für das harte Training, welches man wochenlang durchgezogen hat. In dieser Hausarbeit beschäftige ich mich jetzt jedoch mit der anderen Seite der Medaille. Ich wende den Blick ab von all den positiven Aspekten, die der Laufsport mit sich bringt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Fragestellung
2. Theorien
2.1 Sucht
2.2 Sportsucht
2.2.1 Mögliche Symptome/Anzeichen einer Sportsucht
2.3 Flow - Erleben
2.3.1 Komponenten des Flow-Erlebens
2.4 Runners- High
2.4.1 Was ist ein Runners High?
2.4.2 Verbindung zum Flow-Erleben
3. Zusammenfassung und Bewertung
3.1 Zusammenhänge
3.2 Exemplarische Darstellung eigener Umfrage
3.3 Hypothesenaufstellung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert, inwieweit das psychologische Phänomen des Flow-Erlebens die Entstehung einer Sportsucht begünstigen kann, indem physiologische und psychologische Mechanismen im Laufsport untersucht werden.
- Grundlagen der Suchtentstehung und deren Übertragung auf den Laufsport
- Die Rolle des Flow-Erlebens bei Ausdauersportlern
- Physiologische Erklärungsansätze wie das Endocannabinoid-System und Endorphine
- Empirische Einblicke durch eine eigene Umfrage unter Laufsportlern
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Komponenten des Flow-Erlebens
Eine Bedingung des Flow-Erlebens ist die Balance zwischen der Fähigkeit und der Anforderungen der jeweiligen Handlungen. Es ist der Person möglich, die Tätigkeit ihr Können auszuschöpfen, ohne überfordert zu werden. Die Aufgabe ist für die Person genau fähigkeitsangemessen (Prinzip der Kontrolle). Die Anforderungen und Rückmeldungen werden als klar erlebt. Die Person weiß ohne viel nachdenken zu müssen, was zu tun ist, und alle Gedanken, die nicht mit der aktuellen Aufgabe in Verbindung stehen, werden nicht mehr wahrgenommen. Die Handlung läuft 'wie von selbst', und die Person verliert während der Tätigkeit das Zeitgefühl. Es ist, als würde die Person mit der Aufgabe verschmelzen (Csikszentmihalyi 1975). Es ergibt sich ein Gefühl der Kontrolle, bei dem Unsicherheiten, Ängste und Zweifel verschwinden.
Während der Literaturrecherche über das Flow-Erlebens, die nicht nur die psychologischen Erklärungsansätze beinhalten, sondern auch die physiologischen Ansätze des Flow-Erlebens, waren viele Gemeinsamkeiten zum sogenannten 'Runners High', ein beschriebenes Empfinden in der Laufsportszene, zu erkennen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung beleuchtet die gesundheitlichen Aspekte des Laufens und führt in das zentrale Thema ein, bei dem die Schattenseiten der Suchtgefahr und die Forschungsfrage zur Abhängigkeit durch Flow-Erleben im Fokus stehen.
2. Theorien: Dieser Hauptteil definiert die Konzepte Sucht, Sportsucht, Flow-Erleben sowie Runners-High und stellt die theoretischen Zusammenhänge zwischen diesen psychologischen und physiologischen Zuständen dar.
3. Zusammenfassung und Bewertung: In diesem Kapitel werden die theoretischen Erkenntnisse synthetisiert, durch eine exemplarische Umfrage unter Läufern untermauert und in einer abschließenden Hypothesenaufstellung zusammengefasst.
Schlüsselwörter
Laufsport, Sucht, Sportsucht, Flow-Erleben, Runners-High, Endorphine, Endocannabinoid-System, Motivation, Kontrolle, Abhängigkeit, psychische Gesundheit, sportliche Leistung, Übertraining, Leistungsdruck, Verhalten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der psychologischen Untersuchung des Laufsports und der Frage, ob sich gesundes Sporttreiben in eine Abhängigkeit entwickeln kann.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die Suchttheorie, die Definition der Sportsucht, das psychologische Flow-Konzept sowie das physiologische Phänomen des Runners-High.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das Ziel ist es zu ergründen, ob das Streben nach dem Flow-Erleben ein begünstigender Faktor für die Entwicklung einer Sportabhängigkeit bei Läufern sein kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es erfolgt eine theoretische Herleitung durch Literaturarbeit sowie eine ergänzende, exemplarische Umfrage unter 42 Laufsportlern zur Veranschaulichung der Thematik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Sucht-Trias und des Flow-Erlebens sowie eine detaillierte Analyse der physiologischen Gemeinsamkeiten zwischen Flow und Runners-High.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Die Begriffe Flow-Erleben, Sportsucht, Endocannabinoid-System und Runners-High definieren den inhaltlichen Kern der Argumentation.
Wie korrelieren Flow und Sucht laut der Arbeit?
Die Arbeit legt nahe, dass Läufer beim Streben nach dem kurzzeitigen Flow-Erleben dazu neigen könnten, ihr Trainingspensum stetig zu forcieren, was zu Suchtmerkmalen wie Toleranzentwicklung führen kann.
Welche Bedeutung hat das Endocannabinoid-System?
Es dient als physiologischer Erklärungsansatz, da dieses System bei Belastung die Schmerzempfindlichkeit reduziert und sowohl beim Flow als auch beim Runners-High eine entscheidende Rolle spielt.
- Arbeit zitieren
- Jennifer Schapdick (Autor:in), 2021, Kann das Flow-Erleben die Abhängigkeit im Laufsport begünstigen?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1235816