In der vorliegenden Arbeit wird die realistische Umsetzung der Raumschiffe aus "Guardians of the Galaxy“ analysiert. In zahlreichen Beispielen formuliert die Autorin Szenen aus den populären Marvel-Filmen in physikalischen Formeln und prüft die realistische Adaption, insbesondere in Bezug auf bereits etablierte Raumfahrttechnik.
Reisen zu fernen Planeten, Sternen und Galaxien - die Raumfahrttechnik in "Guardians of the Galaxy" scheint unerreichbar zu sein. Doch wo befindet sich die Grenze zwischen Science-Fiction und Ingenieurskunst? Wie wahrscheinlich ist es, dass wir die gezeigten technischen Errungenschaften konzipieren werden? Und sind diese aus physikalischer Sicht überhaupt denkbar? Was heute unmöglich scheint, kann morgen schon zur Realität werden, wie die rasante Entwicklung der Raumfahrt in den 1960er Jahren bewies.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Untersuchung des Raumschiffs Milano
2.1 Die Milano
2.2 Berechnung der 3. kosmischen Geschwindigkeit
2.3 Reale Umsetzung der Milano
2.4 Bestimmung des spezifischen Impulses
2.5 Ermittlung des Geschwindigkeitszuwachses
2.6 Flug von der Andromedagalaxie zur Milchstraße
3 Fazit für die technische Umsetzbarkeit
4 Material
5 Quellen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die physikalische Realisierbarkeit der Raumfahrttechnologie, wie sie in den „Guardians of the Galaxy“-Filmen dargestellt wird, mit einem spezifischen Fokus auf das Raumschiff Milano. Dabei soll analysiert werden, ob die gezeigten Leistungen des Raumschiffs – wie intergalaktische Reisen zwischen Galaxien – mit den Gesetzen der Physik und aktuellen ingenieurstechnischen Standards in Einklang gebracht werden können.
- Analyse der Flugdynamik und Geschwindigkeitsanforderungen für interstellare Reisen
- Berechnung der notwendigen Treibstoffparameter und spezifischen Impulse
- Untersuchung der strukturellen und astronautischen Belastungen während Start- und Flugphasen
- Vergleich der fiktiven Technologie mit realen Raumfahrtsystemen wie dem Space-Shuttle
- Bewertung der technischen Herausforderungen für bemannte Langzeit- und intergalaktische Missionen
Auszug aus dem Buch
2.2 Berechnung der 3. kosmischen Geschwindigkeit
Zu Beginn des Films „Guardians of the Galaxy - Vol. 1“ stielt Quill einen Infinity-Stone vom Exoplaneten Morag, um ihn an den intergalaktischen Dealer „The Broker“ zu verkaufen. Nachdem er das Objekt entwendet hat, begibt er sich auf den interstellaren Flug von Morag, der sich im binären Sternsystem M31VJ00443799+4129236 befindet, zum Exoplaneten Xandar, der im binären Sternsystem M31VJ00442326+4127082 zu finden ist. Beide Systeme existieren in der Realität und sind in der Andromedagalaxie zu lokalisieren. [9,10]
Es stellt sich die Frage, welche Geschwindigkeit die Milano erreichen muss, um diesen Flug ausführen zu können. Bei dieser Problemstellung handelt es sich um ein sogenanntes Vierkörperproblem. Das bedeutet, dass eine exakte Bestimmung dieser Geschwindigkeit unmöglich ist, da dafür gleichzeitig die gravitativen Einflüsse von vier Körpern in Betracht gezogen werden müssten. Somit kann leidlich eine ungefähre Annäherung an die genaue Geschwindigkeit ermittelt werden. Zudem bezieht sich die errechnende Geschwindigkeit auf ein idealisiertes Sternsystem, da Größen wie Morags Rotation um die eigene Achse oder die Möglichkeit, Swing-by-Manöver zur Aufnahme von Geschwindigkeit zu nutzen, außer Acht gelassen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die Geschichte der bemannten Raumfahrt und stellt die Leitfrage auf, ob die in „Guardians of the Galaxy“ gezeigten Technologien physikalisch möglich sind.
2 Untersuchung des Raumschiffs Milano: In diesem Kapitel wird das Raumschiff Milano detailliert analysiert, wobei physikalische Berechnungen zur Fluggeschwindigkeit, zu Treibstoffanforderungen und zur Belastung der Crew vorgenommen werden.
3 Fazit für die technische Umsetzbarkeit: Das Kapitel schließt mit einer nüchternen Bewertung, die darlegt, dass intergalaktische Flüge nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen noch weit außerhalb der technischen Reichweite liegen.
4 Material: Dieser Teil enthält die tabellarische Zusammenstellung astrophysikalischer Systemdaten, die als Grundlage für die Berechnungen der Arbeit dienen.
5 Quellen: Hier werden sämtliche verwendeten wissenschaftlichen Publikationen, Internetdaten und fiktiven Referenzen aufgelistet.
Schlüsselwörter
Raumfahrt, Guardians of the Galaxy, Milano, Himmelsmechanik, spezifscher Impuls, 3. kosmische Geschwindigkeit, Andromedagalaxie, intergalaktische Reise, Raketengrundgleichung, Antriebstechnik, Gravitation, bemannter Raumflug, Astrophysik, Triebwerk, interstellare Navigation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der physikalischen Plausibilität von Raumschiffen und deren Flugleistungen, wie sie in der Science-Fiction-Reihe „Guardians of the Galaxy“ dargestellt werden.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Himmelsmechanik, die Raketenphysik sowie die verschiedenen technischen Anforderungen an ein bemanntes Raumschiff für Reisen über weite Distanzen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, ob die beeindruckenden Flugleistungen des Raumschiffs „Milano“ mit der realen Physik vereinbar sind und ob sie technologisch umsetzbar wären.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor nutzt mathematische Modelle der Orbitmechanik, insbesondere die Raketengrundgleichung von Ziolkowski, sowie astrophysikalische Daten bekannter Sternsysteme zur Verifizierung der Flugdaten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Berechnung von Fluchtgeschwindigkeiten, die Bestimmung des spezifischen Impulses für den Antrieb sowie die Analyse der Belastungen für eine menschliche Besatzung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Konzepte umfassen den spezifischen Impuls, die 3. kosmische Geschwindigkeit, das Vierkörperproblem und die technischen Grenzen von Antriebssystemen in der interstellaren Raumfahrt.
Warum wird die „Milano“ mit dem Space-Shuttle verglichen?
Das Space-Shuttle dient als reales technisches Referenzmodell, um die physikalischen Limitierungen von Launch-Systemen und bemannten Raumfahrzeugen greifbar zu machen.
Welches Fazit zieht der Autor zur intergalaktischen Reise?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass solche Reisen nach heutigem technischen Stand unmöglich sind und die Darstellung im Film weit über den aktuellen physikalischen Rahmen hinausgeht.
- Arbeit zitieren
- Lea Stadelmann (Autor:in), 2020, Die Raumschiffe in "Guardians of the Galaxy". Eine Analyse der physikalischen Umsetzung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1234518