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Produktionszentren rohstoffintensiver Waren und die Stadt in Spätantike und Mittelalter

Produktion rohstoffintensiver Waren in der Germania Inferior

Title: Produktionszentren rohstoffintensiver Waren und die Stadt in Spätantike und Mittelalter

Scientific Essay , 2008 , 49 Pages

Autor:in: Marco Chiriaco (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age

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Summary Excerpt Details

„Ein Produktionszentrum ist eine Anhäufung von Produktionsstandorten einer Warengruppe und/oder multipler Produkte in einem zu definierenden geographischen und chronologischen Raum“
In Bezugnahme auf diese Definition soll untersucht werden, inwieweit Produktionszentren in einem vorher definierten Raum (Germania Inferior) – und Zeit (Spätantike – Frühmittelalter) existent waren und welche Rolle sie im Bezug auf das Verhältnis Stadt zu Land gespielt haben. Die Produktgruppe „Glas“ soll in dieser Arbeit einen Schwerpunkt der Betrachtungen bilden. Dabei sind mehrere Faktoren zu berücksichtigen. Geklärt werden soll das Verhältnis zwischen Produktionsbetrieben und der Stadt. Hierbei ist im Rheinland der Fokus auf den Kölner Raum gelegt, wo sich für die Glasproduktion entscheidende Aussagen treffen lassen, die so nicht auf den gesamten Raum des Imperium Romanum anzuwenden sind; in diesem speziellen Fall lassen sich jedoch besondere Entwicklungen beschreiben und deuten.
Bei der Auswahl des Themas und der ersten Übersicht ergaben sich folgende Fragestellungen:
- Inwieweit besteht eine Beziehung zwischen den Produktionsbetrieben einerseits und der Stadt andererseits und lässt sich diese unter Berücksichtigung historischer, klimatischer und anderer äußerer Faktoren beschreiben?
- Spielen innere Faktoren für diese Entwicklung eine Rolle?
- Ist diese Beziehung Änderungen unterworfen und welche Faktoren wirken darauf ein?
- Besteht ein kausaler Zusammenhang zwischen der Standortwahl des Produktionsbetriebes und der Stadt als solche?
- Welche produktionsspezifischen Faktoren, wie Rohstoffverfügbarkeit und Lagerkapazität, spielen bei der Auswahl eines Standortes eine Rolle?
- In Bezug auf das Verhältnis der spätantiken Abläufe zu den frühmittelalterlichen Abläufen: Kontinuität oder Diskontinuität?
Zur Klärung dieser Fragen sollen einige Punkte genauer betrachtet werden. Das Gesamtbild lässt sich nur als vereinfachtes Modell darstellen, da eine differenzierte Betrachtung den Umfang dieser Arbeit sprengen würde. Einige grundlegende Aussagen werden sich allerdings herauskristallisieren; diese sollen dann dargestellt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Definitionen

a. rohstoffintensive Waren

b. Produktionszentren

c. geographisches Arbeitsgebiet

d. Spätantike und Frühmittelalter

III. Metallwaren

a. Rohstoffe und deren Gewinnung

b. Metallwaren

IV. Töpfereierzeugnisse

V. Glaswaren

a. Glasherstellung in der Spätantike und im frühen Mittelalter

b. Glasproduktion im Bereich der CCAA

1. Prätorium

2. Eigelstein

3. Helenenstraße

4. Gereonstraße

c. Produktionsstandortwahl für die Glasproduktion in der CCAA

d. Glasproduktion im Hambacher Forst

1. Fundplatz HA 75

2. Fundplatz HA 132

3. Fundplatz HA 500

4. Fundplatz HA 382

5. Fundplatz HA 59

e. Überlegungen zur Chronologie

f. Vergleich spätantiker und frühmittelalterlicher Gläser aus dem Rheinland

g. Die soziale Stellung des Glashandwerkers in der Spätantike

VI. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die Existenz und Rolle von Produktionszentren rohstoffintensiver Waren in der Germania Inferior während der Spätantike und des Frühmittelalters, wobei insbesondere das Verhältnis zwischen städtischen Produktionsbetrieben und der Stadt im Kölner Raum analysiert wird.

  • Beziehung zwischen Produktionsbetrieben und städtischen Strukturen
  • Einfluss äußerer (klimatischer, historischer) und innerer Faktoren auf die Standortwahl
  • Analyse der Glasproduktion in der CCAA und im Hambacher Forst
  • Untersuchung von Kontinuität und Diskontinuität zwischen spätantiken und frühmittelalterlichen Abläufen

Auszug aus dem Buch

d. Glasproduktion im Hambacher Forst

Im Verlaufe des vierten Jahrhunderts n. Chr.s entstanden im Bereich des Hambacher Forstes mehrere Glashütten, welche bis in das fünfte Jahrhundert hinein produzierten. Auf einer Fläche von ca. fünfzehn Quadratkilometern konnten mindestens sechs Betriebe unterschiedlicher Größe nachgewiesen werden. Diese Betriebe lagen südlich der Fernstraße Köln – Jülich, was für den Transport von Waren zu ihren Absatzmärkten einerseits und Zuführung von Rohstoffen andererseits von wesentlicher Bedeutung war. Die Glashütten befinden sich auf ehemaligen Gutshöfen und umfassen jeweils zwischen zwei und vierzehn Öfen. Es handelt sich dabei um die Gutshöfe HA 75, HA 132, HA 500, HA 382, HA 59 und HA 111.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Definition des Begriffs Produktionszentrum und Vorstellung der zentralen Fragestellungen hinsichtlich des Verhältnisses zwischen Produktion, Stadt und Land.

II. Definitionen: Erläuterung der Fachbegriffe wie rohstoffintensive Waren, Produktionszentren sowie Abgrenzung des geographischen und zeitlichen Rahmens.

III. Metallwaren: Untersuchung der Rohstoffgewinnung und der metallverarbeitenden Betriebe in der Spätantike und deren Verlagerung im Kontext fränkischer Einfälle.

IV. Töpfereierzeugnisse: Analyse der Standortwahl von Keramikwerkstätten und die wirtschaftliche Dynamik der Produktion unter dem Druck lokaler sowie überregionaler Marktveränderungen.

V. Glaswaren: Ausführliche Darstellung der antiken Glasherstellung sowie spezifische Untersuchung der Produktionsstandorte in Köln (CCAA) und im Hambacher Forst.

VI. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfragen zur städtischen Funktion als Produktionszentrum und die Erkenntnis der langfristigen Fortführung der Warenproduktion trotz politischer Krisen.

Schlüsselwörter

Germania Inferior, Spätantike, Frühmittelalter, Produktionszentrum, Glasproduktion, Hambacher Forst, CCAA, Metallverarbeitung, Töpfereierzeugnisse, Standortwahl, Rohstoffknappheit, Kontinuität, Diskontinuität, Archäologie, Fernhandel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Produktionszentren für rohstoffintensive Güter wie Metall, Keramik und Glas im Raum der römischen Grenzprovinz Germania Inferior während des Übergangs von der Spätantike zum Frühmittelalter.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Im Fokus stehen die archäologischen Nachweise für Metallverarbeitung, Keramikproduktion und insbesondere die Glasherstellung in Köln (CCAA) sowie im Hambacher Forst.

Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Es soll geklärt werden, inwieweit Produktionszentren in diesem Raum existierten, welche Rolle sie für das Verhältnis zwischen Stadt und Umland spielten und ob Kontinuität zwischen spätantiken und frühmittelalterlichen Produktionsabläufen bestand.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewendet?

Die Untersuchung basiert auf der Auswertung archäologischer Befunde, wie etwa Ausgrabungen von Glasöfen und Siedlungsresten, sowie auf einem Vergleich mit historischen Quellen zur politischen Situation der Zeit.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich nach den drei Produktgruppen Metall, Töpferei und Glas, wobei für jede Gruppe die spezifischen Produktionsbedingungen, Standortfaktoren und der historische Wandel durch Krisen oder politische Umbrüche untersucht werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Germania Inferior, Produktionszentren, Glasproduktion, Hambacher Forst, Archäologie und den strukturellen Wandel in der Spätantike charakterisieren.

Warum spielt der Hambacher Forst eine besondere Rolle für die Glasproduktion?

Der Hambacher Forst entwickelte sich im vierten Jahrhundert zu einem wichtigen Standort für Glashütten, da er eine günstige Lage nahe der Fernstraße Köln-Jülich bot und in unmittelbarer Nähe zum benötigten Brennholz lag, während die Produktion in der CCAA aufgrund veränderter politischer Rahmenbedingungen abnahm.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur Kontinuität der Produktion?

Der Autor stellt fest, dass die Produktion rohstoffintensiver Waren trotz einschneidender historischer Ereignisse, wie der Frankenzeit, in dezentralisierter Form fortgesetzt wurde, wobei oft römische Techniken oder Formen in die frühmittelalterliche Produktion einflossen.

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Details

Title
Produktionszentren rohstoffintensiver Waren und die Stadt in Spätantike und Mittelalter
Subtitle
Produktion rohstoffintensiver Waren in der Germania Inferior
College
Martin Luther University  (Institut für Kunstgeschichte und Archäologien Europas)
Course
Von der spätantiken zur frühmittelalterlichen Stadt in Mitteleuropa
Author
Marco Chiriaco (Author)
Publication Year
2008
Pages
49
Catalog Number
V122255
ISBN (Book)
9783640270491
ISBN (eBook)
9783640270705
Language
German
Tags
Produktionszentren Waren Stadt Spätantike Mittelalter Stadt Mitteleuropa
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marco Chiriaco (Author), 2008, Produktionszentren rohstoffintensiver Waren und die Stadt in Spätantike und Mittelalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/122255
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