Wenn wir uns im Zug von jemandem verabschieden wollen und durch ein geschlossenes Fenster kommunizieren möchten, merken wir bald, wie beschränkt unsere Möglichkeiten sind, uns dem anderen mitzuteilen. Da wird gewunken, lautlos gerufen, mit dem Kopf genickt, oder eine Kusshand gemacht, aber trotz gutem Sichtkontakt kommt nur eine behelfsmäßige Verständigung zustande. Wenn uns die gesprochene Sprache nicht zur Verfügung steht, fällt unser Austausch an Informationen sehr rudimentär aus.
Wie sieht das aber bei Menschen aus, die von Geburt an oder durch eine Krankheit gehörlos sind? Welche Ursachen gibt es dafür und welche Auswirkungen hat das auf die Verständigung? In meiner Hausarbeit möchte ich zunächst allgemein über Gehörlosigkeit schreiben und dann zur Gebärdensprache übergehen- auf ihre Merkmale, Grenzen und eventuellen Anerkennungsschwierigkeiten
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Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Gehörlosigkeit
- Definition
- Mögliche Ursachen
- Auswirkungen der Gehörlosigkeit
- Die Kommunikation von Gehörlosen
- Einteilung unterschiedlicher Kommunikationsmöglichkeiten
- Die Deutsche Gebärdensprache
- Pro und Contra der Gebärdensprache
- Gebärden in der Geschichte der Gehörlosenpädagogik
- Vorteile der Deutschen Gebärdensprache
- Die Grenzen der Gebärdensprache
- Bilinguale Gehörlosenpädagogik
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit untersucht die Gehörlosigkeit, ihre Ursachen und Auswirkungen auf die Kommunikation. Im Mittelpunkt steht die Deutsche Gebärdensprache (DGS), ihre historische Entwicklung, ihre Vor- und Nachteile sowie deren Rolle in der bilingualen Gehörlosenpädagogik.
- Definition und Ursachen von Gehörlosigkeit
- Die Deutsche Gebärdensprache (DGS) als Kommunikationsmittel
- Vor- und Nachteile der DGS im Vergleich zur Lautsprache
- Historische Entwicklung der Gebärdensprache in der Gehörlosenpädagogik
- Bilinguale Ansätze in der Gehörlosenpädagogik
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung beschreibt die eingeschränkte Kommunikation bei fehlendem Hörvermögen. Kapitel 2 definiert Gehörlosigkeit, listet mögliche Ursachen (pränatal, perinatal, postnatal) auf und beleuchtet die Auswirkungen auf die Kommunikation und Entwicklung. Kapitel 3 unterscheidet zwischen DGS, lautsprachbegleitenden Gebärden (LBG) und dem Fingeralphabet. Kapitel 4 erörtert die historische Entwicklung der Gebärdensprache in der Gehörlosenpädagogik, präsentiert Vorteile der DGS (schnellerer Spracherwerb, bessere Kommunikation unter Gehörlosen) und Grenzen (face-to-face Kommunikation, fehlende schriftliche Fixierung). Schließlich wird in Kapitel 4.4 die bilinguale Gehörlosenpädagogik mit verschiedenen Ansätzen vorgestellt.
Schlüsselwörter
Gehörlosigkeit, Deutsche Gebärdensprache (DGS), Lautsprachbegleitende Gebärden (LBG), bilinguale Gehörlosenpädagogik, Kommunikation, Spracherwerb, Oralismus, Integration.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Deutsche Gebärdensprache (DGS)?
Die DGS ist eine vollwertige, visuell-manuelle Sprache mit eigener Grammatik und Syntax, die von Gehörlosen zur Kommunikation genutzt wird.
Was ist der Unterschied zwischen DGS und LBG?
DGS ist eine eigenständige Sprache, während lautsprachbegleitende Gebärden (LBG) die Struktur der deutschen Lautsprache eins zu eins mit Gebärden unterstützen.
Was versteht man unter bilingualer Gehörlosenpädagogik?
Dieser Ansatz fördert den gleichzeitigen Erwerb der Gebärdensprache als Erstsprache und der Laut- bzw. Schriftsprache als Zweitsprache.
Welche Ursachen für Gehörlosigkeit gibt es?
Ursachen können pränatal (genetisch, Infektionen in der Schwangerschaft), perinatal (Sauerstoffmangel bei Geburt) oder postnatal (Krankheiten wie Hirnhautentzündung) sein.
Was war der "Oralismus" in der Geschichte der Gehörlosenbildung?
Oralismus war eine pädagogische Strömung, die Gebärden verbot und Gehörlose zwang, ausschließlich das Sprechen und Lippenlesen zu erlernen, was heute oft kritisch gesehen wird.
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- Julia Brückmann (Author), 2005, Die Kommunikation von Gehörlosen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/122194