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Das Problem des Ahnenkultes in der japanischen Erinnerungskultur

Die Nationalisierung des Ahnenkults als Grundlage der problematischen Sonderstellung des Yasukuni-Schreins innerhalb der Kriegserinnerung Japans

Titel: Das Problem des Ahnenkultes in der japanischen Erinnerungskultur

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2008 , 25 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Daniel Lachmann (Autor:in)

Orientalistik / Sinologie - Japanologie

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Wenn es um die japanische Kriegserinnerung geht, fällt immer zugleich der Ausdruck yasukuni-mondai(靖国問題), also Yasukuni-Streit. Dieser Streit wird sowohl im innergesellschaftlichen Diskurs ausgetragen, als auch auf der außenpolitischen Bühne, wo er ein wesentlicher Auslöser der Friktionen zwischen Japan, Korea und China ist. Warum der Yasukuni-Schrein eine solche Ausnahmestellung in der Kriegserinnerung Japans einnimmt, soll in dieser Arbeit untersucht werden. Zunächst beschreibe ich die volksreligiösen Ursprünge des Schreins und zeige auf wie der Schrein zum Zentrum eines neuen nationalen Ahnenkults in der Moderne wurde. Im zweiten Teil geht es dann darum wie dieser nationalisierte Ahnenkult die Erinnerungskultur der Gegenwart beeinflusst. Und darum welche Probleme der religiös motivierte Gefallenenkult am Yasukuni-Schrein, für die wissenschaftlich-historische Aufarbeitung des Krieges in der Gesellschaft verursacht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Der Yasukuni-Schrein und die Nationalisierung des Ahnenkultes

1.1 Die Entstehung des Yasukuni-Schreins – Die Besänftigung der Gefallenengeister steig auf die nationale Ebene

1.2 Der Yasukuni-Schrein bis 1945 – Shintô als verbindlicher Staatskult und Ahnenkult als Glorifizierung des Todes für Kaiser und Vaterland

1.3 Der Yasukuni-Schrein in der Nachkriegsgesellschaft – Religiöse „Besänftigung“ der Gefallenen bleibt zentrales Anliegen von vielen Hinterbliebenen

2. Die Sonderstellung des Yasukuni-Schreins innerhalb des Gefallenengedenken und die Problematik des nationalisierten Ahnenkultes für die Kriegserinnerung der Gegenwart

2.1 Allgemeine Problematik des Yasukuni-Schreins als Erinnerungsort der Gegenwartsgesellschaft

2.2 Nationalisierter Ahnenkult versus historisch-wissenschaftliche geprägte Kriegserinnerung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, warum der Yasukuni-Schrein eine so exklusive und konfliktbehaftete Rolle in der japanischen Kriegserinnerung einnimmt. Dabei wird analysiert, wie die religiöse Transformation des Schreins zum Zentrum eines nationalen Ahnenkults die wissenschaftlich-historische Aufarbeitung der japanischen Kriegsvergangenheit behindert und zu anhaltenden diplomatischen Spannungen führt.

  • Volksreligiöse Ursprünge und deren Instrumentalisierung im modernen Japan
  • Die Familienstaatsideologie als Grundlage für den nationalisierten Ahnenkult
  • Die Rolle des Yasukuni-Schreins im gesellschaftlichen Nachkriegsdiskurs
  • Spannungsfeld zwischen religiös motivierter Verehrung und rationaler Geschichtsaufarbeitung

Auszug aus dem Buch

1.1 Die Entstehung des Yasukuni-Schreins – Die Besänftigung der Gefallenengeister steig auf die nationale Ebene

1868 wurde in Kioto der Schrein zur Herbeirufung der Totengeister (招魂社 shôkonsha) gegründet, er war den seit 1953 in den Restaurationswirren für den Kaiser gefallenen Kriegern gewidmet. Parallel wurden in einigen Provinzen die Gôkoku-Schreine (護国神社 gôkoku jinja) für das Gefallenengedenken errichtet, allerdings nur in Provinzen deren Daimyôs(大名) sich während der Restauration auf Seiten des Meiji-Tennô (明治天皇) gestellt hatten. Der Shôkonsha wurde 1869 in den Bezirk Kudanshita(九段下) in Tokio verlegt und auf Erlass des Meiji-Kaisers 1879 in Yasukuni(靖国)-Schrein („Schrein des friedlichen Landes“) umbenannt. Aus der Erklärung des Tennôs werden die Beweggründe zur Unbenennung in „Schrein des friedlichen Landes“ nicht Eindeutig ersichtlich, jedoch stellt er darin einen Zusammenhang zwischen der heldenhaften Aufopferung der Gefallenen und dem Frieden des Landes her und gelobt, dass in diesem Reichsschrein der Sonderklasse von nun an die Seelen der Gefallenen, die den Frieden des Reichs garantierten, angemessen geehrt würden. Dies war der erste Schritt zur Nationalisierung des Gefallenengedenkens.

Trotzdem war der religiöse Kult um die Verstorbenen im Allgemeinen noch weitgehend Angelegenheit der Familie und des Dorfes. Die Veränderung des lokalen Brauchtums durch die nationalstaatliche Vereinnahmung des Shintô (神道) konnte nur Schrittweise vollzogen werden. Der Yasukuni-Schrein als Ruhestätte der Seelen für den Staat gefallener Soldaten, ist also ein erst in der Anfangsphase der japanischen Modernisierung gegründeter staats-shintôistischer Schrein. Er gründet jedoch, wie der ursprüngliche Name Shôkonsha schon nahe legt, auf einen weit länger bestehenden volksreligiösen Brauch. Die japanische Ahnenverehrung in Form des periodischen Einladens, Bewirtens und Wegschickens von Gottheiten und Ahnen wird am besten durch das jährliche o-bon- (お盆) Fest repräsentiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der Yasukuni-Schrein und die Nationalisierung des Ahnenkultes: Dieses Kapitel beschreibt die Entstehung des Schreins, seine Entwicklung vom volksreligiösen Ort zur nationalen Stätte des Gefallenenkults und die Instrumentalisierung des Todes für Kaiser und Vaterland.

2. Die Sonderstellung des Yasukuni-Schreins innerhalb des Gefallenengedenken und die Problematik des nationalisierten Ahnenkultes für die Kriegserinnerung der Gegenwart: Hier wird die Rolle des Schreins in der Nachkriegszeit beleuchtet und der unauflösbare Konflikt zwischen der religiös motivierten Ahnenverehrung und einer rational-wissenschaftlichen Aufarbeitung des Krieges herausgearbeitet.

Schlüsselwörter

Yasukuni-Schrein, Ahnenkult, Japan, Kriegserinnerung, Staats-Shintô, Nationalismus, Besänftigungsrituale, Gefallene, Geschichtsdiskurs, Erinnerungskultur, Religion und Staat, Pazifikkrieg, Ideologie, Familienstaatsideologie, Kriegsverantwortung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Sonderstellung des Yasukuni-Schreins in Japan und wie dieser durch den nationalisierten Ahnenkult die gesellschaftliche Erinnerung an den Krieg prägt und beeinflusst.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Entstehung des Schreins, die Verflechtung von religiösen Ritualen mit staatlicher Ideologie sowie die Spannungen, die sich daraus für die moderne Erinnerungspolitik ergeben.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass der Yasukuni-Schrein keineswegs ein bloßer Anachronismus ist, sondern eine konstante, politisch wirksame Größe, die eine rational-wissenschaftliche Aufarbeitung der japanischen Kriegsvergangenheit aktiv behindert.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor nutzt kulturwissenschaftliche Theorien, etwa von Jan und Aleida Assmann oder Pierre Nora, und stützt sich auf primärhistorische Quellen sowie eine Analyse des zeitgenössischen gesellschaftlichen Diskurses.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der historischen Genese des Schreins, der staatlichen Indoktrinierung während der Meiji-Zeit und der anhaltenden Funktion des Schreins als Identifikationsort für Hinterbliebene in der Nachkriegszeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Yasukuni-Schrein, Ahnenkult, Staats-Shintô, Kriegsverantwortung und Erinnerungskultur beschreiben.

Welche Rolle spielt der sogenannte „schlimme Tod“ in der Argumentation?

Der „schlimme Tod“ eines Soldaten wird als religiöses Konzept dargestellt, das durch Besänftigungsrituale im Schrein „gelöst“ werden muss, was den Schrein für Hinterbliebene als unverzichtbare Anlaufstelle legitimiert.

Warum sorgt der Besuch des Schreins durch Politiker für internationale Konflikte?

Da der Schrein die Gefallenen als Heldenseelen verehrt, wird ein offizieller Besuch von Politikern von den asiatischen Nachbarstaaten als staatliche Absolution und Verleugnung der Kriegsverbrechen wahrgenommen.

Wie positioniert sich die junge Generation gegenüber dem Yasukuni-Schrein?

Der Autor stellt fest, dass die junge Generation kaum noch eine staats-shintôistische Indoktrinierung erfahren hat und der Ahnenkult für sie eine eher abstrakte, weniger bedeutsame Rolle spielt.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Problem des Ahnenkultes in der japanischen Erinnerungskultur
Untertitel
Die Nationalisierung des Ahnenkults als Grundlage der problematischen Sonderstellung des Yasukuni-Schreins innerhalb der Kriegserinnerung Japans
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf  (Ostasieninstitut Lehrstuhl Modernes Japan)
Veranstaltung
Theorien und Methoden der Japanforschung
Note
1,0
Autor
Daniel Lachmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
25
Katalognummer
V121782
ISBN (eBook)
9783640264643
ISBN (Buch)
9783640264902
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Problem Ahnenkultes Erinnerungskultur Theorien Methoden Japanforschung Yasukuni Schrein Yasukuni Mondai nihon isoku kai
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daniel Lachmann (Autor:in), 2008, Das Problem des Ahnenkultes in der japanischen Erinnerungskultur , München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/121782
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  25  Seiten
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