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Die Verwendung der Wörter "selber" und "selbst"

Title: Die Verwendung der Wörter "selber" und "selbst"

Term Paper , 2021 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Pascal Heberlein (Author)

German Studies - Linguistics

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Selber oder selbst - ist das nicht dasselbe? Ist es egal, welche Form man benutzt? Liegt es an regionalen Gründen, welche Form bevorzugt wird? Oder sind es qualitative Gründe, so dass die eine Form umgangssprachlich und die andere Form schriftsprachlich ist? Selbst der Duden ist sich nicht einig, warum welche Form gewählt wird. Die vorliegende Arbeit geht dem Phänomen auf den Grund. Dabei wird die Verwendung der beiden Wörter untersucht.

Zunächst wird ein etymologischer Überblick erfolgen, bevor die beiden Wörter auf ihre Wortart und Verwendungsweisen innerhalb der deutschen Sprache hin beleuchtet werden. Durch diesen zweiten Schritt soll eine Eingrenzung stattfinden, um anhand der identischen Wortartverwendung der Wörter zu ergründen bzw. zu vermuten, warum manchmal das eine und viel häufiger das andere benutzt wird. Ein zusammenfassendes Fazit inklusive eines Ausblicks schließt die Arbeit ab.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Etymologie

3 Wortverwendung

3.1 Wortartbestimmung

3.2 Verwendungsweisen als eigenständige Wörter

3.3 Wortinterne Verwendungen

3.4 Semantische Rollen bei wortinternem Gebrauch

4 Eigenständige Verwendung bei beliebiger Austauschbarkeit

4.1 Stilistische Unterschiede

4.2 Regionale Unterschiede

5 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den grammatikalischen Zweifelsfall bei der Verwendung der Wörter "selbst" und "selber", um zu ergründen, warum diese oft als bedeutungsgleich betrachteten Lexeme unterschiedlich häufig und in verschiedenen Kontexten eingesetzt werden. Dabei liegt der Fokus sowohl auf der etymologischen Herleitung, der Wortartbestimmung und syntaktischen Funktion als auch auf möglichen stilistischen oder regionalen Präferenzen bei ihrer Verwendung.

  • Etymologische Herleitung und historische Entwicklung von "selbst" und "selber"
  • Diskurs zur Wortartbestimmung (Pronomen, Adverb oder Partikel)
  • Unterscheidung zwischen adnominaler und adverbialer Verwendungsweise
  • Analyse der wortinternen Verwendung in Komposita
  • Untersuchung potenzieller stilistischer und regionaler Einflussfaktoren

Auszug aus dem Buch

3.1 Wortartbestimmung

Die Wörter selbst und selber können als eigenständige Wörter in der deutschen Sprache zu mehreren Wortarten gezählt werden. Wie in Kapitel 2 gezeigt, liegt der Ursprung der Wörter in dem Demonstrativpronomen selb. Viele Jahrhunderte bestand deshalb Einigkeit darüber, dass selbst und selber Demonstrativpronomen sind. In der Regel besteht diese Zuordnung auch heute noch. So beschreibt beispielsweise der Duden, Band 2, Das Stilwörterbuch, das Wort selbst, aber auch das Wort selber,

»drückt aus, dass keine andere Person, Sache gemeint ist als die im Bezugswort genannte/: der Wirt selbst (persönlich) hat uns bedient; der Fahrer selbst (seinerseits) blieb unverletzt« (Duden 2017: 803).

Doch die Bestimmung von selbst und selber als Pronomen ist nicht unumstritten. Vor allem die Tatsache, dass die Wörter nicht dekliniert werden können (Duden 2018: 875), ist untypisch für Pronomen (Imo 2016: 82). Aus diesem Grund schließt der Duden, Band 4, Die Grammatik (2016a: 290) diese Wortartbestimmung explizit aus: »Die Wortformen selbst und selber sind keine Pronomen.« Auch die Variantengrammatik (2018) verwendet die Wörter nicht als Pronomen. Anders hingegen bewerten es u. a. der Duden, Band 2, Das Stilwörterbuch (2018: 803), Band 9, Das Wörterbuch der sprachlichen Zweifelsfälle (2016b: 837) und das Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS 2021): Sie folgen dem traditionellen Verständnis, dass selbst und selber Pronomen sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, illustriert anhand von Beispielen den Zweifelsfall zwischen "selbst" und "selber" und legt die Zielsetzung der Untersuchung fest.

2 Etymologie: Dieses Kapitel beleuchtet den gemeinsamen Ursprung der Wörter und ihre sprachgeschichtliche Entwicklung zu separaten Formen.

3 Wortverwendung: Hier wird der Status der Wörter als eigenständige Lexeme und ihre vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten innerhalb der deutschen Sprache detailliert analysiert.

3.1 Wortartbestimmung: Dieser Abschnitt thematisiert die kontroversen wissenschaftlichen Ansichten zur Wortart von "selbst" und "selber" als Pronomen, Adverbien oder Partikeln.

3.2 Verwendungsweisen als eigenständige Wörter: Hier wird zwischen der adnominalen und der adverbialen Verwendung unterschieden, wobei letztere in inklusive und exklusive Lesarten unterteilt wird.

3.3 Wortinterne Verwendungen: Dieser Teil betrachtet die unterschiedliche Verwendung der Wörter als Bestandteil von Komposita.

3.4 Semantische Rollen bei wortinternem Gebrauch: Hier liegt der Fokus auf der semantischen Funktion der Wörter als Agens oder Patiens in Wortzusammensetzungen.

4 Eigenständige Verwendung bei beliebiger Austauschbarkeit: Dieses Kapitel stellt eine Arbeitshypothese zum Gebrauch der Wörter auf, wo eine morphologische und semantische Austauschbarkeit gegeben ist.

4.1 Stilistische Unterschiede: Hier wird die Frage untersucht, ob stilistische Faktoren (Umgangssprache vs. Standardsprache) die Wahl zwischen den Wörtern beeinflussen.

4.2 Regionale Unterschiede: Dieser Abschnitt analysiert anhand empirischer Daten, ob regionale Herkunft einen Einfluss auf die Bevorzugung von "selbst" oder "selber" hat.

5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und zeigt Forschungsdesiderate sowie potenzielle Ansätze für weiterführende Studien auf.

Schlüsselwörter

Selbst, selber, Wortverwendung, Wortartbestimmung, Linguistik, Grammatik, Pronomen, Adverb, Partikel, Komposita, sprachliche Zweifelsfälle, etymologische Entwicklung, Sprachwandel, regionale Variation, Stilistik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem sprachlichen Zweifelsfall bei der Verwendung der beiden Wörter "selbst" und "selber" in der deutschen Sprache.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die etymologische Herleitung, die wissenschaftliche Diskussion um die Wortartbestimmung sowie die syntaktische und morphologische Verwendung der Wörter.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu ergründen, warum Sprecherinnen und Schreiber zwischen "selbst" und "selber" wählen und ob diese Wahl motiviert ist, insbesondere dort, wo die Wörter eigentlich bedeutungsgleich austauschbar wären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es erfolgt eine linguistische Analyse unter Einbeziehung von Fachliteratur, Wörterbüchern und Korpusdaten der Variantengrammatik des Standarddeutschen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Wortarten, die Verwendungsweisen als eigenständige Lexeme, die Rolle in Komposita sowie stilistische und regionale Unterschiede bei der Verwendung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Selbst, selber, Wortverwendung, Wortartbestimmung, Linguistik, Grammatik, Pronomen, Adverb, Partikel sowie regionale und stilistische Variation.

Gibt es einen klaren Konsens zur Wortart von "selbst" und "selber"?

Nein, die wissenschaftliche Einordnung ist umstritten; während sie traditionell oft als Pronomen gesehen werden, führen neuere Ansätze auch Bezeichnungen als Adverbien oder Partikeln an.

Wie unterscheidet sich die Verwendung in Komposita?

Während "selbst" sehr vielfältig als Erst- und Zweitglied in Komposita auftritt, ist die Verwendung von "selber" als Wortbestandteil deutlich seltener und meist auf agentische Formen beschränkt.

Können regionale Unterschiede die Verwendung erklären?

Die Untersuchung zeigt, dass es besonders in der Schweiz eine starke Präferenz für "selber" gibt, während sich ein klares Nord-Süd-Gefälle innerhalb Deutschlands durch die vorliegenden Daten nicht eindeutig bestätigen lässt.

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Details

Title
Die Verwendung der Wörter "selber" und "selbst"
College
University of Hamburg  (Institut für Germanistik)
Course
Zweifelsfälle der deutschen Grammatik
Grade
1,0
Author
Pascal Heberlein (Author)
Publication Year
2021
Pages
17
Catalog Number
V1214668
ISBN (eBook)
9783346652140
ISBN (Book)
9783346652157
Language
German
Tags
selber selbst linguistik grammatik duden zwiebelfisch zweifelsfall zweifelsfälle bastian sick rechtschreibung orthografie stilwörterbuch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Pascal Heberlein (Author), 2021, Die Verwendung der Wörter "selber" und "selbst", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1214668
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