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Kirche zwischen "Saustall" und Kunstwerk

Ein Beitrag zum Paradigma der Praktischen Theologie der Ästhetik

Title: Kirche zwischen "Saustall" und Kunstwerk

Seminar Paper , 2007 , 14 Pages

Autor:in: Dirk Fuisting (Author)

Theology - Practical Theology

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Summary Excerpt Details

In den vergangenen Jahrzehnten hat die Ästhetik in der Praktischen Theologie deutlich an Bedeutung gewonnen. Diese Arbeit bietet einen kirchengeschichtlichen Überblick über die verschiedenen Ansichten zur Ästhetik des Kirchenbaus von der Antike bis zur Gegenwart und zieht daraus Folgerungen für die heutige Praxis. Martin Luther hat bei seiner Predigt zur Einweihung der Torgauer Schlosskapelle im Jahr 1544 die Aussage gemacht, dass ein Gottesdienst auch in einem „Saustall“ oder unter einem Strohdach stattfinden könnte. Diese radikale Formulierung vom „Saustall“ ist in dieser Arbeit nicht immer wörtlich zu verstehen; sie dient mir stellvertretend für die Ansicht, dass ein Kirchengebäude nicht ästhetisch zu sein braucht.
Über mehrere Jahrhunderte hatte Luthers Aussage die Auswirkung, dass evangelische Kirchen zumeist ganz schlicht gebaut wurden. Im 20. Jahrhundert ging man dann unter praktischen Gesichtspunkten mehr dazu über, Mehrzweckgebäude statt Kirchen zu errichten, weil sich die Erfordernisse gewandelt hatten: man brauchte nicht mehr nur einen Versammlungsraum für Gottesdienste, sondern auch für vielerlei andere Veranstaltungen, wie z. B. Gemeindefeste, Bibelgesprächsgruppen, Vorträge usw. All diesen Bedürfnissen sollte das Gemeindehaus gerecht werden. Weitere Vorgaben waren, dass das Gebäude kostengünstig und schnell errichtet werden sollte, was nicht selten zur Folge hatte, dass eine einfache Fertigbauweise gewählt wurde, wobei das Ergebnis dann aber auch eine dementsprechende Wärme ausstrahlt.
Soviel zunächst zur bisher üblichen Praxis. Nun ist aber in den letzten Jahren vermehrt Literatur auf den Markt gekommen, welche die große Bedeutung der Ästhetik hervorhebt. Kann man aufgrund dieser neuen Erkenntnisse noch an der bisherigen Theorie und Praxis festhalten, bei der Errichtung evangelischer Gemeindehäuser ästhetische Aspekte weitgehend unberücksichtigt zu lassen? Dieser Frage werde ich in dieser Ausarbeitung nachgehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ästhetik und Architektur

3. Ästhetik und Kirchenbau

3.1 Der Wandel der Ästhetik des Kirchenbaus im Lauf der Jahrhunderte

3.2 Folgerungen

3.2.1 Folgerungen aus der Zeit der Alten Kirche

3.2.2 Folgerungen aus der Reformation

3.2.3 Folgerungen aus der Moderne

4. Persönliche Stellungnahme

4.1 Gegen die Notwendigkeit eines ästhetischen Kirchengebäudes

4.2 Für die Notwendigkeit eines ästhetischen Kirchengebäudes

5. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen funktionaler Schlichtheit und ästhetischem Anspruch im evangelischen Kirchenbau, um zu klären, inwiefern moderne ästhetische Aspekte bei der Errichtung von Gemeindehäusern berücksichtigt werden sollten.

  • Historische Entwicklung des evangelischen Kirchenbaus.
  • Die Bedeutung von Architektur und Ästhetik für menschliches Empfinden.
  • Theologische Reflexionen über Kirchenraum, Wort Gottes und Kunst.
  • Einfluss soziologischer Erkenntnisse der "Erlebnisgesellschaft" auf die Architektur.
  • Das Potenzial ästhetischer Erfahrung als Weg zur Begegnung mit dem Transzendenten.

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Wandel der Ästhetik des Kirchenbaus im Lauf der Jahrhunderte

In den ersten Jahrhunderten feierten die Christen ihren Gottesdienst in Privathäusern (Apg 2,46; 12,12; 20,8; Schwebel 1975:364). Das übliche Hausinventar, das vielleicht überall herumlag und herumstand, scheint die ersten Christen nicht davon abgehalten zu haben, sich zu versammeln. Nichts deutet darauf hin, dass die ersten Christen ihre Versammlungsstätten besonders hergerichtet oder ästhetisch gestaltet hätten.

Die ersten archäologisch bzw. kunsthistorisch nachweisbaren großen Kirchengebäude entstanden erst nach der Konstantinischen Wende, als das Christentum zur religio licita geworden war (Brandenburg 2004). Dann aber entstanden gewaltige Kirchen, welche die Zeitgenossen durch ihre Größe und Pracht beeindrucken. Dahinter stand die Vorstellung, dass das Schöne in der Schöpfung bereits gegeben ist und der Mensch in der Kunst die Schöpfung Gottes nachahmt. Ars imitatur naturam lautete das ästhetische Konzept des Mittelalters (Grötzinger 1999:275).

Zwar hat sich die Gestalt der Kirchen noch im Lauf der Epochen immer wieder deutlich gewandelt, doch folgte sie immer den ästhetischen Vorstellungen der jeweiligen Epoche. Dies blieb – für den Kirchenbau – gültig bis zur Reformation, bzw. im katholischen Bereich bis in die Moderne. Seitdem hat sich in der Theologie die Vorstellung verbreitet, Ästhetik sei unwichtig, bzw. andere Aspekte wie z. B. Zweckmäßigkeit sei wichtiger als Ästhetik. Man baute fortan schlichte Kirchenräume.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet Luthers historisches Diktum vom "Saustall" als Ausgangspunkt für die Frage nach der Notwendigkeit ästhetischer Kirchenarchitektur im modernen evangelischen Kontext.

2. Ästhetik und Architektur: Dieses Kapitel analysiert, wie Architektur auf den Menschen wirkt und stellt fest, dass ästhetisches Empfinden subjektiv sowie zeit- und kulturabhängig ist.

3. Ästhetik und Kirchenbau: Es wird die historische Entwicklung vom privaten Hausgottesdienst hin zum prächtigen Kirchenbau und zur späteren funktionalen Schlichtheit nachgezeichnet.

3.1 Der Wandel der Ästhetik des Kirchenbaus im Lauf der Jahrhunderte: Hier werden die Epochen von den Anfängen des Christentums bis zur Moderne hinsichtlich ihres ästhetischen Verständnisses des Kirchenbaus betrachtet.

3.2 Folgerungen: Der Abschnitt leitet aus der historischen Betrachtung allgemeine Lehren für die Bewertung von Kirchenräumen ab.

3.2.1 Folgerungen aus der Zeit der Alten Kirche: Es wird diskutiert, ob ein ästhetischer Kirchenraum ein bloßes Merkmal der Dekadenz oder ein legitimer Ausdruck menschlicher Kultur ist.

3.2.2 Folgerungen aus der Reformation: Die Reformatoren legten den Fokus auf das heilige Geschehen im Raum und nicht auf den Raum selbst, was eine Abkehr von sakraler Architekturästhetik bedeutete.

3.2.3 Folgerungen aus der Moderne: Die moderne "Erlebnisgesellschaft" fordert eine Architektur, die ästhetische Bedürfnisse des Menschen stärker berücksichtigt, was im Konflikt mit rein funktionalen Ansätzen steht.

4. Persönliche Stellungnahme: Der Autor reflektiert das Spannungsfeld zwischen der Inbrunst des Gottesdienstes und der Bedeutung der architektonischen Umgebung.

4.1 Gegen die Notwendigkeit eines ästhetischen Kirchengebäudes: Diese Position warnt davor, dass die Betonung der äußeren Gestalt von der Bedeutung des Wortes Gottes ablenken könnte.

4.2 Für die Notwendigkeit eines ästhetischen Kirchengebäudes: Hier wird argumentiert, dass eine ästhetische Gestaltung als Eingeständnis an die menschliche Unvollkommenheit das Evangelium unterstützen kann.

5. Ausblick: Der Autor fordert eine Architektur, die ästhetische Erfahrungen ermöglicht, um so einen Anstoß zur Begegnung mit dem Göttlichen zu geben.

Schlüsselwörter

Praktische Theologie, Kirchenbau, Ästhetik, Kirchenarchitektur, Erlebnisgesellschaft, Gottesdienstpraxis, Kirchenpädagogik, Martin Luther, Sakralraum, Zweckbau, Kunst, Theologische Ästhetik, Gemeindehaus, Raumgestaltung, Religionsästhetik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Ästhetik im evangelischen Kirchenbau und untersucht, ob eine ästhetische Gestaltung von Kirchenräumen in der modernen Gesellschaft theologisch begründbar und notwendig ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft Architekturtheorie, Kunstphilosophie, Soziologie der Gegenwart und Praktische Theologie, um den Wandel im Verständnis des Kirchenraums zu beleuchten.

Was ist die Forschungsfrage?

Kann man aufgrund moderner Erkenntnisse noch an der bisherigen Praxis festhalten, bei der Errichtung evangelischer Gemeindehäuser ästhetische Aspekte weitgehend unberücksichtigt zu lassen?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine kirchengeschichtliche Analyse sowie eine Reflexion soziologischer und theologischer Literatur, ergänzt durch persönliche praktische Erfahrungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung der Kirchenarchitektur, reflektiert die soziologische Bedeutung des Schönen in der modernen Gesellschaft und wägt Argumente für und gegen die architektonische Ästhetisierung ab.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Praktische Theologie, Kirchenbau, Ästhetik, Erlebnisgesellschaft und Gottesdienstpraxis geprägt.

Wie bewertet der Autor die Rolle des "Saustalls" bei Luther?

Der Autor interpretiert Luthers Zitat nicht als generelle Ablehnung von Ästhetik, sondern als pointierten Hinweis darauf, dass das im Gottesdienst verkündete Wort Gottes wichtiger ist als das Gebäude selbst.

Welches Beispiel für ästhetische Erfahrung nennt der Autor?

Der Autor führt die Kirche St. Stephan in Mainz mit den Fenstern von Marc Chagall an, deren Lichtspiel als Anstoß für eine religiöse Erfahrung dienen kann.

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Details

Title
Kirche zwischen "Saustall" und Kunstwerk
Subtitle
Ein Beitrag zum Paradigma der Praktischen Theologie der Ästhetik
Course
Geschichte der Praktischen Theologie
Author
Dirk Fuisting (Author)
Publication Year
2007
Pages
14
Catalog Number
V121231
ISBN (eBook)
9783640255726
ISBN (Book)
9783640256518
Language
German
Tags
Kirche Kunstwerk Kirchenbau Ästhetik Bauwerk
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dirk Fuisting (Author), 2007, Kirche zwischen "Saustall" und Kunstwerk, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/121231
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