In dem Referat soll die Zeit Bruno Tauts als Stadtbaurat in Magdeburg, insbesondere die hier erstmals angewandte farbige Gestaltung am Bau, dargelegt und untersucht werden. Im ersten Teil wird der Künstler Bruno Taut und sein Werdegang bis zu seinem Amtsantritt in Magdeburg kurz vorgestellt. Im zweiten Teil wird dann das Wirken Bruno Tauts in Magdeburg mit all seinen Plänen und Problemen der Verwirklichung dargestellt. Das Referat wurde im Seminar „Die Gläserne Kette - von der Glasarchitektur bis zum Siedlungsbau: Architekturvisionen nach dem 1. Weltkrieg“ gehalten.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. BRUNO TAUT
2.1 Kurzbiographie und Werke
2.2 Erste Kontakte Bruno Tauts mit Magdeburg
2.3 Die Entscheidung, Bruno Taut das Amt des Stadtbaurates zu übergeben
3. STADTBAURAT IN MAGDEBURG
3.1 Organisation des Bauamtes
3.2 Frühlicht in Magdeburg
3.3 Das Konzept des farbigen Bauens
3.3.1 Hausbemalungen
3.3.1.1 Kaufhaus Barasch
3.3.1.2 Bemalung eines Mietshauses von Carl Krayl
3.3.1.3 Rathaus
3.3.1.4 Stadtbank
3.3.1.5 Kontorhaus Hauswaldt
3.3.2 Sonstige Bemalungen im Stadtbild
3.3.3 Siedlung „Reform“
3.3.4 Mitteldeutsche Ausstellung
3.3.5 Beurteilungen des umstrittenen Farbenprogramms Bruno Tauts von seinen Fachkollegen
3.3.6 Erste öffentliche Kritik an der Farbgestaltung
3.4 Städtebauliche Projekte
4. SCHLUßBETRACHTUNG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Wirken von Bruno Taut als Stadtbaurat in Magdeburg zwischen 1921 und 1924, mit einem besonderen Fokus auf die von ihm initiierte Bewegung des farbigen Bauens als architektonisches und soziales Gestaltungsmittel.
- Biografischer Werdegang von Bruno Taut bis zu seinem Amtsantritt in Magdeburg.
- Organisation des städtischen Bauwesens unter Tauts kollektivem Arbeitsansatz.
- Analyse der konzeptionellen Umsetzung farbiger Fassadengestaltung an öffentlichen und privaten Bauten.
- Bewertung der zeitgenössischen Kritik sowie der langfristigen Bedeutung des Farbenprogramms.
Auszug aus dem Buch
3.3.1.1 Kaufhaus Barasch
Eine der wenigen fotographisch dokumentierten Fassadenbemalungen ist die des Kaufhauses Barasch in der Hauptgeschäftsstraße Breiter Weg. Hier wurde entsprechend den Forderungen von Schmidt-Rottluff im „Arbeitsrat für Kunst“ jeglicher Fassadenschmuck entfernt und die nun glattverputzte Hausfront erhielt eine von Oskar Fischer entworfene Bemalung. „Fischer behandelte die Hausfassade wie eine riesige Leinwand, auf die er ein konstruktivistisches Bild projizierte“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Darstellung der Zielsetzung, den Werdegang Bruno Tauts sowie sein Wirken in Magdeburg unter besonderer Berücksichtigung der farbigen Baugestaltung zu untersuchen.
2. BRUNO TAUT: Vorstellung von Tauts Biographie, seiner Verbindung zur Gartenstadtgesellschaft und den politischen sowie sozialen Hintergründen seiner Berufung zum Stadtbaurat.
3. STADTBAURAT IN MAGDEBURG: Analyse der strukturellen Organisation des Bauamtes, der Rolle der Zeitschrift „Frühlicht“ und der praktischen Umsetzung des farbigen Bauens an verschiedenen Objekten.
4. SCHLUßBETRACHTUNG: Zusammenfassende Einschätzung von Tauts Erfolg bei der Umsetzung visionärer Konzepte unter den schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen der 1920er Jahre.
Schlüsselwörter
Bruno Taut, Magdeburg, farbiges Bauen, Stadtbaurat, Architekturgeschichte, Siedlung Reform, Moderne, Expressionismus, Stadtkrone, Fassadengestaltung, Frühlicht, Wohnungsbau, Stadtentwicklung, Carl Krayl, Baugenossenschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Tätigkeit von Bruno Taut als Stadtbaurat in Magdeburg und seiner Pionierrolle bei der Einführung einer farbigen Fassadengestaltung im städtischen Raum in den 1920er Jahren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die theoretische Begründung des farbigen Bauens als Lebensfreude, die praktische Organisation des Bauamtes, die Beteiligung verschiedener Künstler sowie die städtebauliche Neugestaltung von Siedlungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Taut seine utopischen Visionen und Architekturkonzepte trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage und Inflation in die Realität überführte.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse, der Auswertung von zeitgenössischen Zeitschriften wie „Frühlicht“ und der Betrachtung von Dokumentationen und Kritiken über die durchgeführten Bauprojekte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Organisation des Bauamtes, die Analyse des „Frühlicht“-Diskurses, die spezifischen Hausbemalungen, die Siedlung „Reform“ und die Beurteilung durch Fachkollegen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Bruno Taut, farbiges Bauen, Moderne, Expressionismus, soziale Architektur und städtebauliche Visionen geprägt.
Welche Rolle spielte die Siedlung „Reform“ bei Tauts Bemühungen?
Sie diente als zentrales Projekt, um „große Architektur für kleine Leute“ zu realisieren und die „roten Genossenschaften“ durch eine rhythmische Farbgebung und städtebauliche Strukturierung zu unterstützen.
Wie reagierten Zeitgenossen auf das Farbenprogramm in Magdeburg?
Die Reaktionen waren gespalten: Während progressive Kollegen das Projekt als Bereicherung begrüßten, gab es von anderen Architekten und Teilen der Öffentlichkeit Kritik an der mangelnden Korrespondenz zwischen Form und Farbe.
- Quote paper
- Joachim Kolb (Author), 1996, Bruno Taut als Stadtbaurat in Magdeburg und das farbige Bauen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/120722