Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Go to shop › Sociology - General and Theoretical Directions

Pornographie oder Ästhetik?

Sex und Arthouse im Lichte der feinen Unterschiede von Pierre Bourdieu

Title: Pornographie oder Ästhetik?

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 27 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Edda Laux (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions

Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Spätestens seit den 1970er Jahren, in denen eine Reihe so genannter Schwedenfilme die Kinokassen Europas zum klingeln brachten, ist die filmische Darstellung von Sex nicht nur leinwandfähig geworden, sondern aus dem Film gar nicht mehr wegzudenken. Längst gehören Skandale um Nacktheit und Lust der Vergangenheit an. Ein Film ist nicht gleich ein Porno, nur weil die Protagonisten des Öfteren mehr oder weniger verhüllt Geschlechtsverkehr haben, wie zum Beispiel in „Basic Instinct“ (R: Paul Verhoeven, USA 1991) oder „9 ½ Weeks“ (R: Adrian Lyne, USA 1986). Und doch: der Bann, mit dem Sex als Darstellungstabu belegt wurde, ist noch nicht gebrochen. Nicht ganz.
Welche Kriterien führen dazu, dass ein Film einen Skandal auslöst, Hass schürt oder Ekel erregt? Auf Grund welcher Kriterien wird ein Film von Kritikern in den höchsten Tönen gelobt und welche Filme erhalten eine gute Resonanz vom Publikum? Alles eine Frage des Geschmacks? Um diesen und verwandten Fragen auf den Grund zu gehen, werde ich mich auf Texte von Pierre Bourdieu stützen; dabei insbesondere auf „die feinen Unterschiede“. Ziel ist es zu zeigen, warum Detailaufnahmen von sexuellen Handlungen in einem Arthouse-Film für wenig Glückliche manchmal gar keine Pornographie sind und warum solche Darstellungen für viele Unzufriedene es eben doch sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Pornographie

2.1. Geschichte der erotischen Kunst und die Entstehung der Pornographie

2.2. Das Verhältnis von Pornographie und Kunst

2.3. Der pornographische Film

3. Eine Frage des Geschmacks I

3.1. Der reine und der naive Blick

3.2. Was gibt es zu sehen wenn man einen reinen Blick auf „Shortbus“ riskiert?

4. Der Bruch mit der Gesellschaft

4.1.kalkulierter Skandal

4.2. Distanz und Sublimierung

5. Eine Frage des Geschmacks II

5.1. Ekel und Schauer

5.2. Die „neue“ und die „alte“ Kunst

6. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Ziel der Arbeit ist es, auf Basis der soziologischen Theorien von Pierre Bourdieu zu analysieren, warum explizite Darstellungen sexueller Handlungen in Arthouse-Filmen von einer privilegierten Zuschauerschaft als ästhetische Werke wahrgenommen werden, während sie von einem breiteren Publikum oftmals als Pornographie abgelehnt werden.

  • Die soziologische Fundierung des Geschmacksurteils nach Pierre Bourdieu.
  • Unterscheidung zwischen dem „reinen“ und dem „naiven“ Blick in der Kunstbetrachtung.
  • Die Funktion von Provokation, Tabubruch und Skandal in der Kunst.
  • Die Rolle der ästhetischen Distanz bei der Bewertung von Arthouse-Filmen.
  • Verhältnisbestimmung von Pornographie und Kunst im zeitgenössischen Film.

Auszug aus dem Buch

3.1.DER REINE UND DER NAIVE BLICK

Bei der Betrachtung eines Kunstwerkes wird dieses vom Betrachter dekodiert. Jede Betrachtung schließt dabei mehr oder weniger ein vollständiges Wissen über die verfügbaren Schlüssel ein. Um ein, der Intention des Werkes, adäquates Ergebnis zu erhalten muss der Betrachter über die gleichen kulturellen Codes verfügen, die dem Kunstwerk zugrunde liegen. Das heißt, der Betrachter muss Kenntnis von bestimmten Regeln der Darstellung und des historisch-kulturellen Kontextes des Bildes haben, um das Dargestellte und die Darstellungsweise beziehungsweise die Intention des Kunstwerkes entschlüsseln zu können. Verfügt man nicht über das entsprechende kulturelle Wissen, führt „die Illusion des unmittelbaren Verstehens [...] zu einem illusorischen Verständnis, das von einem falsch gewählten Schlüssel herrührt.“

Der Betrachter wendet automatisch den Code an, welcher ihm vertraut ist. Kennt er keine Dekodierungsregeln, so wird er mit Unverständnis reagieren, denn das Kunstwerk spricht nicht zu ihm. Der gebildete unterscheidet sich vom naiven Betrachter insofern, als er um seine Situation weiß, also sich dessen bewusst ist, dass er sich die Regeln der Dekodierung aus dem kulturellen Kontext des Kunstwerkes ableiten kann. Der naive Betrachter greift auf seine Emotionalität und seinen klassenspezifischen Ethos zurück, kann also zwischen der Sphäre der Kunst und dem alltäglichen Leben keinen Unterschied machen. Bourdieu differenziert so in der Auseinandersetzung mit Kant, zwei Formen von ästhetischem Vergnügen: jenes das auf die Aisthesis, die sinnliche Wahrnehmung, beschränkt ist und jenes das, welches der gelehrte Geschmack bereitet. Die reine, die gelehrte, Wahrnehmung manifestiert das Primat der Form gegenüber der Funktion, hebt die Darstellungsweise über das Dargestellte. Dies schließt eine Distanzierung gegenüber den Inhalten ein, wodurch Konsumierbarkeit des Absurden, des Unrealistischen und des menschlich „Grausamen“ erst möglich wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, indem sie die filmische Darstellung von Sexualität anhand kontroverser Beispiele wie „Baise Moi“ und „Shortbus“ skizziert und die leitende Fragestellung zur ästhetischen Bewertung verortet.

2. Pornographie: Dieses Kapitel erörtert die historische Entstehung der Pornographie, ihre Abgrenzung zur Erotik und untersucht das ambivalente Verhältnis von Pornographie und Kunst im Film.

3. Eine Frage des Geschmacks I: Es wird die Theorie des „reinen“ gegenüber dem „naiven“ Blick nach Bourdieu eingeführt und auf den Arthouse-Film „Shortbus“ angewandt.

4. Der Bruch mit der Gesellschaft: Dieses Kapitel thematisiert den kalkulierten Tabubruch als künstlerisches Mittel und analysiert die Funktion von Distanz und Sublimierung bei der Rezeption von als provokant empfundenen Werken.

5. Eine Frage des Geschmacks II: Hier werden die Mechanismen von Ekel und ästhetischer Distinktion vertieft sowie die Spannung zwischen etablierter („alter“) und zeitgenössischer („neuer“) Kunst beleuchtet.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die explizite Darstellung von Sex im Arthouse-Bereich zur Konvention geworden ist und ihren Charakter als exklusives Distinktionsmerkmal weitgehend verloren hat.

Schlüsselwörter

Pierre Bourdieu, Arthouse-Film, Pornographie, Geschmacksurteil, Habitus, reine Ästhetik, Distinktion, Tabubruch, kulturelles Kapital, Kinokonvention, soziale Schichten, ästhetische Distanz, filmische Darstellung, Skandal, "Shortbus".

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die unterschiedliche Rezeption von expliziten Sexdarstellungen in Arthouse-Filmen durch verschiedene soziale Gruppen unter Rückgriff auf die soziologischen Konzepte von Pierre Bourdieu.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Mittelpunkt stehen die Soziologie des Geschmacks, die Kunsttheorie, der Umgang mit Genregrenzen im Film sowie die soziokulturelle Funktion von Provokation.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, warum ein und dieselbe Darstellung von Sexualität von einer Bildungselite als ästhetisch-künstlerisch legitimiert wird, während sie von anderen als pornographisch abgelehnt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretische Analyse auf Basis von Pierre Bourdieus „Die feinen Unterschiede“ und ergänzt diese durch eine Betrachtung filmischer Fallbeispiele wie „Intimacy“ und „Shortbus“.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung des Geschmacksbegriffs, die Anwendung auf den Arthouse-Film, die Analyse von Skandalen als künstlerische Strategie sowie die Untersuchung von Ekel und Distinktion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Habitus, Distinktion, reiner Blick, Arthouse-Film, Tabubruch und kulturelles Kapital.

Warum wird der Film „Shortbus“ so kontrovers diskutiert?

Der Film überschreitet Genregrenzen, indem er pornographische Details in einen narrativen, künstlerischen Rahmen einbettet, was bei einem Publikum ohne die entsprechenden Codes zu kognitiver Dissonanz und Ablehnung führt.

Welche Rolle spielt der „reine Blick“ bei der Bewertung von Kunst?

Der „reine Blick“ ermöglicht eine Distanzierung vom Inhalt des Werkes hin zur Form, was es dem Betrachter erlaubt, auch als „grausam“ oder „obszön“ geltende Darstellungen als ästhetische Objekte zu konsumieren.

Excerpt out of 27 pages  - scroll top

Details

Title
Pornographie oder Ästhetik?
Subtitle
Sex und Arthouse im Lichte der feinen Unterschiede von Pierre Bourdieu
College
Dresden Technical University  (für Soziologie)
Course
Eine „störende und verstörende Wissenschaft“ – Pierre Bourdieus Verständnis der Soziologie
Grade
1,3
Author
Edda Laux (Author)
Publication Year
2007
Pages
27
Catalog Number
V120043
ISBN (eBook)
9783640240340
Language
German
Tags
Pornographie Seminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Edda Laux (Author), 2007, Pornographie oder Ästhetik?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/120043
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  27  pages
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Payment & Shipping
  • About us
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint