Der Anspruch, nicht nur seitens der Verbraucher, an die dem Tier entsprechenden Haltungsvorrichtungen ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Das öffentliche Interesse wuchs und die Forderung, Tiere artgemäßer zu halten, ebenfalls. Hinzu kommt die Erkenntnis, dass Landwirte aufgrund ökonomischer Restriktionen zur Mechanisierung und Rationalisierung der Tierproduktion gezwungen werden, was im Zeitverlauf zu einer landwirtschaftlichen Nutztierhaltung führte, die nach Aspekten der artgerechten
Tierhaltung mehr und mehr kritisch beurteilt wurde (HOPPE, 2005). Vor diesem Hintergrund wird seit einigen Jahren immer wieder über die Einführung eines Prüfverfahrens nachgedacht. Dabei stellt sich die Frage, in welcher Form, fakultativ oder obligatorisch, ein Prüfverfahren sinnvoll ist, um den Tierschutz in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung
sicherzustellen. In Deutschland wird der Tierschutz im Wesentlichen durch das Tierschutzgesetz (TSchG) und die darauf aufbauenden Rechtsverordnungen sichergestellt. § 13a II TSchG regelt nach HIRT et al. (2003) die Einführung eines obligatorischen Prüf- und Zulassungsverfahrens, § 13a hingegen die Umsetzung einer fakultativen Zulassungsprüfung. HIRT et al (2003) konstatieren, dass ein Prüfgegenstand erst diverse Bedingungen erfüllen muss, bevor er dem Anliegen des Gesetzgebers gerecht wird. Ziel dieser Arbeit war es, zu ermitteln, auf welcher Entscheidungsgrundlage Landwirte Stalleinrichtungen und Aufstallungssysteme kaufen. Hierzu wurde ein Fragebogen erstellt,
der an Landwirte in Hessen und Nordrhein-Westfalen übermittelt wurde. Grundlage
der Befragung waren drei Produktgruppen, die bereits in größerem Umfang der
freiwilligen Prüfung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) unterzogen
werden: Liegeboxenbeläge, Laufflächenbeläge und Liegeboxenabtrennungen. Es sollten Einflussfaktoren auf die Kaufentscheidung von Landwirten ermittelt werden. Abschließend soll eine Empfehlung gegeben werden, ob ein fakultatives Prüfverfahren den gewünschten Nutzen bringen und mit der Ökonomie in Einklang zu bringen sein wird.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Literaturübersicht
- Liegeboxenlaufställe
- Liegeboxenbeläge
- Liegeboxenabtrennungen
- Laufflächenbeläge
- Rechtliche Gegebenheiten
- Das freiwillige DLG-Prüfverfahren
- Obligatorisches oder fakultatives Prüfverfahren?
- Aktuelle Diskussionen
- Kaufentscheidungen
- Typologie von Kaufentscheidungen
- Formen von Kaufentscheidungen
- Material und Methoden
- Aufbau des Fragebogens
- Durchführung der Befragung
- Auswertung der Fragebögen
- Ergebnisse
- Diskussion
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Masterarbeit untersucht die Kaufentscheidungen von Landwirten bezüglich Liegeboxenbeläge, Laufflächenbeläge und Liegeboxenabtrennungen. Ziel ist es, die Einflussfaktoren auf diese Entscheidungen zu analysieren und ein besseres Verständnis für die Bedürfnisse und Entscheidungsprozesse der Landwirte zu gewinnen.
- Einflussfaktoren auf die Kaufentscheidung von Landwirten
- Analyse verschiedener Belagsarten und Abtrennungen
- Rolle von Prüfverfahren (z.B. DLG) bei der Kaufentscheidung
- Bewertung der Informationsquellen der Landwirte
- Zusammenhang zwischen Betriebsgröße und Kaufentscheidung
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema ein und beschreibt die Relevanz der Untersuchung. Die Literaturübersicht gibt einen Überblick über bestehende Forschungsergebnisse zu Liegeboxenlaufställen, den verschiedenen Belägen und Abtrennungen, den rechtlichen Gegebenheiten und den aktuellen Diskussionen im Bereich der Tierhaltung. Das Kapitel zu Material und Methoden beschreibt den Aufbau des Fragebogens, die Durchführung der Befragung und die Auswertung der Daten. Die Ergebnisse präsentieren die erhobenen Daten und deren Auswertung. Die Diskussion analysiert und interpretiert die Ergebnisse im Kontext der Literaturübersicht.
Schlüsselwörter
Kaufentscheidungen, Landwirte, Liegeboxenbeläge, Laufflächenbeläge, Liegeboxenabtrennungen, DLG-Prüfverfahren, Tierhaltung, Nutztierwissenschaften, Betriebsgröße, Informationsbeschaffung.
Häufig gestellte Fragen
Worauf achten Landwirte beim Kauf von Stalleinrichtungen?
Wichtige Faktoren sind ökonomische Aspekte (Preis-Leistung), Haltbarkeit, Arbeitserleichterung und zunehmend auch Kriterien der artgerechten Tierhaltung.
Welche Rolle spielt das DLG-Prüfverfahren bei der Kaufentscheidung?
Die Arbeit untersucht, inwieweit das freiwillige Prüfsiegel der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) das Vertrauen der Landwirte in Produkte wie Liegeboxenbeläge beeinflusst.
Was ist der Unterschied zwischen fakultativen und obligatorischen Prüfverfahren?
Ein fakultatives Verfahren ist freiwillig für Hersteller, während ein obligatorisches Verfahren gesetzlich vorgeschrieben wäre, um den Tierschutz sicherzustellen.
Welche Stalleinrichtungen wurden in der Studie untersucht?
Die Befragung von Landwirten in Hessen und NRW konzentrierte sich auf Liegeboxenbeläge, Laufflächenbeläge und Liegeboxenabtrennungen.
Wie informieren sich Landwirte vor einer Investition?
Die Masterarbeit analysiert die Informationsquellen der Landwirte, von Fachzeitschriften und Messen bis hin zu Prüfberichten und Empfehlungen von Kollegen.
- Quote paper
- M. Sc. Agr. Christina Schleifenbaum (Author), 2008, Kaufentscheidungen von Landwirten bei Liegeboxenbelägen, Liegeboxenabtrennungen und Laufflächenbelägen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/120009