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Nationalsozialismus und Gemeinsinn

Die prägenden Diskurse und ihre Umsetzung in der Weltanschauung des Nationalsozialismus

Title: Nationalsozialismus und Gemeinsinn

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 45 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: cand. phil. Martin J. Gräßler (Author)

Politics - History of Political Systems

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„Gemeinnutz vor Eigennutz!“ lautet eine der bekanntesten Parolen, die von der NSDAP verbreitet wurden. Aber auch andere Forderungen der Nationalsozialisten wie der Apell, dass „[…] die Tätigkeit des einzelnen […] nicht gegen die Interessen der Allgemeinheit verstoßen, sondern […] im Rahmen des Gesamten und zum Nutzen aller erfolgen (muss)“ oder die Aufforderung zum „Rücksichtslosen Kampf gegen diejenigen, die durch ihre Tätigkeit das Gemeininteresse schädigen“ haben eine eindeutige Bezugnahme zum Gemeinsinn. Wenn die NSDAP und die nationalsozialistische Bewegung weitergehend untersucht werden, so werden sich immer wieder Bezüge zu dem Begriff Gemeinsinn in seinen beiden Dimensionen finden lassen. Den Einzelnen für das große Ganze zu gewinnen, ist eine immer wieder auftretende Forderung der Nationalsozialisten, welche die Selbstsucht und die daraus resultierende Spaltung der Nation in Klassen, Schichten und Parteien anprangern. Zugleich versuchten die Ideologen der Bewegung einen neuen Sinn zu finden, dem sich der Einzelne verschreiben sollte.

Die Frage, die sich zwangsläufig aus dieser Feststellung heraus aufdrängt, ist welche Verbindung sich zwischen der Ideologie des Nationalsozialismus und Gemeinsinn herstellen lässt. Konkret soll geklärt werden, welcher neue Sinn der Gemeinschaft, oder treffender Volksgemeinschaft, gegeben und wie der Einzelne für das Ganze gewonnen werden sollte. Mit welchen Ideen wollte die nationalsozialistische Ideologie Gemeingeist erzeugen? Wie konnte die NS-Ideologie trotz ihrer Banalität und ihres Irrationalismus eine derart integrierende und dynamische Kraft entwickeln? In der Beantwortung dieser Fragen liegt der Zugang, um zu erkennen, mit welchen Versprechen und Visionen eine radikale Bewegung eine immer breitere Anhängerschaft gewinnen und eine neue politische und soziale Ordnung in Form einer totalitären Diktatur errichten konnte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Vorbemerkung

2 Geistige Grundlagen und prägende Diskurse

2.1 Diskurse des 19. und frühen 20. Jahrhunderts

2.1.1 Theorien rassischer Überlegenheit

2.1.2 Boden und Lebensraum

2.1.3 Vom Antijudaismus zum Antisemitismus

2.2 Deutsche Diskurse nach 1918

2.2.1 Der Erste Weltkrieg

2.2.2 Der Mythos vom Führer

3 Nationalsozialismus als handlungsleitende Situationsdefinition

3.1 Traditionelle Elemente

3.1.1 Hitler als Führer

3.1.2 Das neue Reich

3.1.3 Volksgemeinschaft des Blutes

3.2 Antworten auf Fragen der Zeit

3.2.1 Antikapitalismus

3.2.2 Gegen Demokratie, Liberalismus und Bürgertum

3.2.3 Gegen Bolschewismus und Klassenkampf

3.2.4 Bindeglied „Erlösungsantisemitismus“

4 Zusammenführung der Ideologie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, in welcher Verbindung die nationalsozialistische Ideologie zum Begriff des Gemeinsinns stand. Ziel ist es zu klären, wie der Nationalsozialismus durch das Versprechen einer Volksgemeinschaft den Einzelnen für das große Ganze mobilisieren und eine totalitäre soziale Ordnung errichten konnte.

  • Ideengeschichtliche Ursprünge völkischen Denkens und Rassenlehre
  • Die prägende Rolle des Ersten Weltkrieges für das nationalsozialistische Weltbild
  • Die Funktion des Führermythos und des Reichsbegriffs als Integrationsanker
  • Die Verzahnung von Antikapitalismus, Antibolschewismus und Antisemitismus

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Theorien rassischer Überlegenheit

In der später ausformulierten Ideologie des Nationalsozialismus schafft gemeinsames Blut einen Konsens a priori und ist demnach die Grundlage der Gemeinschaft des Volkes. Allerdings waren dieses Gedanken nicht neu und die Nationalsozialisten trugen zur Rassenlehre auch wenig bei, was nicht schon um 1900 Verbreitung gefunden hatte. Es scheint demnach lohnenswert, die Frühdenker und Begründer der Lehre von der Ungleichheit der Menschen knapp zu benennen und deren wichtigste Thesen aufzuzeigen.

Anfang des 19. Jahrhunderts in der Epoche der Romantik wurde eine bereits vorhandene Lehre, welche zur Klassifizierung von Pflanzen und Lebewesen entwickelt wurde, mit metaphysischen Gedanken über erbliche und unveränderliche innere Werte des Menschen verknüpft. Es entwickelte sich der Glauben, welcher später mit naturwissenschaftlichen Erkenntnissen belegt werden sollte, dass das Äußere ein Abbild der Seele sei. Zugleich wurde ein Zusammenhang zwischen Menschen gleicher geographischer Lage und der entsprechenden gemeinsamen Volksseele hergestellt.

Um 1853 formulierte Arthur Graf Gobineau in seinem Werk „Essay über die Ungleichheit der Menschenrassen“ die Theorie, dass die Menschheit in Rassen aufteilbar ist, wobei die weiße bzw. arische Rasse als geschichts- und kulturtragende Kraft benannt wurde. Er begründete damit zugleich die Vorherrschaft des Adels gegenüber der restlichen Bevölkerung, da unterschiedliche Anteile des „arischen Blutes“ vorliegen und die Überlegenheit von Geburt an feststeht. Niedere Rassen, wie Slawen oder Schwarze, können in seiner Vorstellung nur bei Vermischung mit weißem Blut kulturschaffend wirken. Insbesondere in dieser Mischung des Blutes sieht er aber zugleich die Gefahr, dass Gleichheit und damit Mittelmaß über die Menschheit gebracht werden und das Ende der Geschichte durch Mangel an schöpferischer Kraft eingeläutet wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Vorbemerkung: Einführung in die Problematik des Gemeinsinns innerhalb der NS-Ideologie und Darlegung der methodischen Vorgehensweise.

2 Geistige Grundlagen und prägende Diskurse: Analyse der rassistischen und völkischen Theorien des 19. Jahrhunderts sowie der politischen Traumata nach 1918.

3 Nationalsozialismus als handlungsleitende Situationsdefinition: Untersuchung der konkreten Ideologiebausteine, die den Nationalsozialismus als Antwort auf gesellschaftliche Krisen positionierten.

4 Zusammenführung der Ideologie: Synthese der Kerngedanken in einem Modell, das die Wirksamkeit der NS-Ideologie als Heilslehre verdeutlicht.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Gemeinsinn, Volksgemeinschaft, Rassenlehre, Antisemitismus, Führermythos, Erste Weltkrieg, Weimarer Republik, Ideengeschichte, Totalitarismus, Lebensraum, Antikapitalismus, Antibolschewismus, Propaganda, Eliten

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die ideologischen Grundlagen des Nationalsozialismus und deren spezifische Verknüpfung mit dem Begriff des Gemeinsinns, um die Breitenwirkung der Bewegung zu erklären.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen rassistische Theorien, die Wirkung des Ersten Weltkrieges, der Führerkult sowie die strategische Nutzung von Feindbildern wie dem Judentum und dem Marxismus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den integrativen Charakter der nationalsozialistischen Weltanschauung zu dekonstruieren und aufzuzeigen, wie diese disparate Elemente zu einem System verband.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt einen ideengeschichtlichen Ansatz und analysiert führende Standardwerke sowie Primärtexte der NS-Ideologie, um deren Struktur und Zielsetzung zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung geistiger Grundlagen (Rassenlehre, Boden-Mythos) und die Analyse des Nationalsozialismus als Antwort auf Zeitfragen (Antikapitalismus, Führerkult).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind insbesondere Volksgemeinschaft, Erlösungsantisemitismus, völkisches Denken, Machtergreifung und der Mythos des Führers.

Welche Rolle spielt der Erste Weltkrieg für die Argumentation des Autors?

Der Autor stellt den Ersten Weltkrieg als prägendes Erlebnis dar, das durch das Augusterlebnis und die Dolchstoßlegende eine einigende, sinnstiftende Wirkung für die spätere NS-Ideologie entfaltete.

Warum wird der Begriff "Erlösungsantisemitismus" als Bindeglied bezeichnet?

Der Autor argumentiert, dass der Antisemitismus die konkurrierenden und teils widersprüchlichen Strömungen der Partei durch ein universales Feindbild zusammenhielt.

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Details

Title
Nationalsozialismus und Gemeinsinn
Subtitle
Die prägenden Diskurse und ihre Umsetzung in der Weltanschauung des Nationalsozialismus
College
Dresden Technical University  (Institut für Politikwissenschaft )
Course
Politische Ordnung und Gemeinsinn
Grade
1,7
Author
cand. phil. Martin J. Gräßler (Author)
Publication Year
2008
Pages
45
Catalog Number
V119695
ISBN (eBook)
9783640236329
ISBN (Book)
9783640238385
Language
German
Tags
Nationalsozialismus Gemeinsinn Politische Ordnung Gemeinsinn
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
cand. phil. Martin J. Gräßler (Author), 2008, Nationalsozialismus und Gemeinsinn, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/119695
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