In dieser wissenschaftlichen Hausarbeit wird der Rechtsgüterschutz anhand der Rechtsgutstheorien erörtert sowie die Ausgestaltung des Umweltstrafrechts durch überwiegend Gefährdungsdelikte beschrieben. Insgesamt wird die Problematik der Legitimität des "modernen Präventionsstrafrechts" aufgezeigt.
Gliederung
I. Rechtsgüter und Rechtsgüterschutz im Umweltstrafrecht
II. Die Rechtsgüter
1. Rechtsgutstheorien
a) Anthropozentrische Theorie
b) Ökologische Theorie
c) Ökologisch-anthropozentrische Theorie
d) Administrative Theorie
2. Gegenüberstellung der Rechtsgutstheorien
a) Anthropozentrische Rechtsgüter
b) Ökologische Rechtsgüter
c) Ökologisch-anthropozentrische Rechtsgüter
d) Administrative Rechtsgüter
e) Differenzierende Betrachtung
3. Fazit
III. Die Deliktstypen
1. Effektivität
2. Funktionalität
3. Legitimität
a) Abstrakte Gefährdungsdelikte
b) Eignungsdelikte
4. Fazit
IV. Gesamtfazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegende Frage, welche Rechtsgüter durch das Umweltstrafrecht geschützt werden und inwieweit die aktuelle Ausgestaltung der Deliktstypen – insbesondere im Hinblick auf Vorverlagerungen der Strafbarkeit – vor dem Hintergrund der Risikogesellschaft legitimiert ist.
- Analyse der verschiedenen Rechtsgutstheorien (anthropozentrisch, ökologisch, administrativ).
- Kritische Gegenüberstellung und Bewertung der theoretischen Ansätze für den Umweltschutz.
- Untersuchung der Effektivität und Funktionalität von Gefährdungsdelikten und Eignungsdelikten.
- Erörterung der Legitimität von Vorverlagerungen der Strafbarkeit in der modernen Risikogesellschaft.
Auszug aus dem Buch
1. Rechtsgutstheorien
Die Rechtsgutstheorien sollen zur Beantwortung der Frage dienen, welches Rechtsgut bzw. welche Rechtsgüter durch die Straftatbestände des Umweltstrafrechts geschützt werden sollen bzw. legitimerweise geschützt werden können.20
Die Rechtsgutstheorien im Umweltstrafrecht stützen sich auf drei Elemente: die körperliche Integrität des Menschen, die Beeinträchtigung bestimmter Umweltmedien sowie der Verstoß gegen Verwaltungsvorschriften.21 Es lassen sich im Wesentlichen vier Begründungsmodelle unterscheiden.22
a) Anthropozentrische Theorie
Nach der anthropozentrischen Theorie geht es um den Schutz des menschlichen Lebens und der menschlichen Gesundheit vor den Gefahren der Umwelt.23 Rechtsgüter sind somit Individualrechtsgüter des Menschen.24 Die Umwelt wird nur mittelbar geschützt.25
Zusammenfassung der Kapitel
I. Rechtsgüter und Rechtsgüterschutz im Umweltstrafrecht: Dieses Kapitel führt in die Problematik des Umweltschutzes als Lebensfrage ein und legt den Fokus auf die Schutzrichtung des Umweltstrafrechts sowie die Bedeutung von Kollektivrechtsgütern.
II. Die Rechtsgüter: Hier werden die verschiedenen theoretischen Ansätze zur Bestimmung des Schutzgutes im Umweltstrafrecht (anthropozentrisch, ökologisch, administrativ etc.) analysiert und kritisch gegenübergestellt.
III. Die Deliktstypen: Dieser Abschnitt befasst sich mit der Wirksamkeit und Legitimation der eingesetzten Straftatbestände, insbesondere der Gefährdungs- und Eignungsdelikte, in der modernen Risikogesellschaft.
IV. Gesamtfazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer sachgerechten Angleichung der Deliktstypen zum Schutz der Umweltmedien als Kollektivrechtsgüter.
Schlüsselwörter
Umweltstrafrecht, Rechtsgüter, anthropozentrische Theorie, ökologische Theorie, Gefährdungsdelikte, Eignungsdelikte, Risikogesellschaft, Vorverlagerung der Strafbarkeit, Kollektivrechtsgüter, Legitimität, Effektivität, Funktionalität, Umweltmedien, Verwaltungsakzessorietät, Umweltdelikte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der dogmatischen Herleitung und Legitimation des Umweltstrafrechts, wobei der Schwerpunkt auf der Identifizierung der geschützten Rechtsgüter und der Bewertung der verwendeten Deliktstypen liegt.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Untersuchung behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die Rechtsgutstheorien im Umweltstrafrecht, die Auseinandersetzung mit der Risikogesellschaft sowie die Effektivität und Legitimität der spezifischen Tatbestandsformen wie Gefährdungs- und Eignungsdelikte.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, zu klären, welche Rechtsgüter das Umweltstrafrecht legitim schützt und ob die aktuelle Ausgestaltung der Straftatbestände, insbesondere die Vorverlagerung der Strafbarkeit, einer kritischen Prüfung standhält.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?
Es handelt sich um eine rechtswissenschaftliche Untersuchung, die auf einer umfassenden Analyse von Rechtsgutstheorien sowie einer kritischen Auseinandersetzung mit der herrschenden Dogmatik und Rechtsprechung basiert.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Erörterung der Rechtsgutstheorien und eine anschließende Prüfung der Deliktstypen, insbesondere der Eignungs- und abstrakten Gefährdungsdelikte, hinsichtlich ihrer Funktionalität und Legitimität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Umweltstrafrecht, Rechtsgüter, Gefährdungsdelikte, Risikogesellschaft und Kollektivrechtsgüter geprägt.
Wie bewertet der Autor das Verhältnis von Verwaltung und Strafrecht?
Der Autor hinterfragt kritisch die Verwaltungsakzessorietät und betont, dass das Strafrecht idealerweise eigene Grundsätze zur Bestimmung des Rechtsgutes entwickeln sollte, anstatt sich vollständig von verwaltungsrechtlichen Vorentscheidungen abhängig zu machen.
Warum hält der Autor die Vorverlagerung der Strafbarkeit für vertretbar?
Aufgrund des hohen Schadenspotentials und der Komplexität moderner Umweltgefahren sieht der Autor in der Vorverlagerung der Strafbarkeit durch Eignungs- und Gefährdungsdelikte ein notwendiges Instrument, um den Schutz der Umwelt als kollektives Rechtsgut sicherzustellen.
- Arbeit zitieren
- Rebecca Schweizer (Autor:in), 2021, Rechtsgüter und Deliktstypen im Umweltstrafrecht, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1190661