Eine Weiterbildungsmaßnahme für weibliche Führungskräfte wird in der vorliegenden Projektarbeit Plus dargestellt. Da die Betroffenheit von Frauen signifikant höher ist und die geschlechterspezifische Ausübung von Mobbing differiert, ist das Seminar auf weibliche Führungskräfte ausgerichtet. Der Lehrgang wird als Blended Learning Maßnahme realisiert und beinhaltet neben autodidaktischen Methoden, den Frontalunterricht, Gruppendiskussionen, Rollenspiele und Fallbesprechungen. Dies gewährleistet ein effektives Lernen auf mehreren Ebenen.
Neben dem Familienleben und der Freizeit ist der Arbeitsplatz die dritte wichtige Säule im Leben eines Menschen. Seit jeher entstehen dort, wo Menschen aufeinandertreffen, Konflikte. Durch die gesellschaftlichen Veränderungen, gerade in der Arbeitswelt, ist der Nährboden für zusätzliche Auseinandersetzungen geschaffen. Digitalisierung, das Aufeinandertreffen verschiedener Generationen und der damit einhergehende ansteigende Leistungsdruck führen zwangsläufig zu Stress. Unter anderem ist berufliche Belastung ein Grund für Mobbinghandlungen. Aber auch Neid, Personalmangel, unklare Verteilung von Zuständigkeiten können Gründe für ein destruktives Verhalten gegenüber Kollegen sein. In Deutschland liegt die Prävalenz für von Mobbing Betroffenen Berufstätigen bei drei Prozent. Frauen sind hierbei 75mal mehr von Mobbing betroffen als ihre männlichen Kollegen. Zudem agieren weibliche Täter eher auf der emotionalen Ebene, wohingegen männliche Täter ihre Opfer eher auf der rationalen Ebene schikanieren. Opfer von Mobbing haben oftmals mit psychischen als auch physischen Folgeerscheinungen zu kämpfen und büßen an Leistungsfähigkeit ein. Ebenfalls das Unternehmen, in dem Mobbinghandlungen realisiert werden, kann negative Auswirkungen erleiden. Nicht zuletzt können betriebswirtschaftliche Folgeschäden durch Leistungseinbußen der Mitarbeiter angeführt werden. Auch Betriebsklima und Image des Unternehmens leiden durch Mobbing am Arbeitsplatz. Für die Prävention und Intervention von Mobbing im Betrieb ist die Führungskraft eine wichtige Schlüsselfunktion. Durch sie wird das Klima im Team maßgeblich beeinflusst. Präventive und intervenierende Maßnahmen werden durch sie gesteuert. Um erste Anzeichen von Mobbing zu erkennen, richtig zu deuten und mit Maßnahmen entgegenzusteuern ist eine Sensibilisierung für die Thematik fundamental. Dies kann mithilfe einer Weiterbildungsmaßnahme realisiert werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Relevanz der Thematik
1.2 Zielsetzung
1.3 Zielgruppe
1.4 Ziel der Weiterbildung
1.5 Setting der Maßnahme
1.6 Lehrvoraussetzung der Seminarleitung
1.7 Rahmenbedingungen der Weiterbildung
1.7.1 Organisatorisches
1.7.2 Anmeldung
1.7.3 Seminarort
1.7.4 Besonderheiten
2 Planung der Maßnahme
2.1 Strukturverlaufsplan
2.2 Öffentlichkeitsarbeit und Networking
2.2.1 Öffentlichkeitsarbeit
2.2.2 Networking
3 Weiterbildungsmaßnahme
3.1 Planung der konkreten Maßnahme
3.2 Nachbereitung
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, in die Thematik Mobbing am Arbeitsplatz einzuführen und die Rolle der Führungskraft bei präventiven und intervenierenden Maßnahmen hervorzuheben. Hierfür wird eine spezifische Weiterbildungsmaßnahme für weibliche Führungskräfte entwickelt, deren strukturelle und didaktische Konzeption detailliert dargelegt und evaluiert wird.
- Grundlagen von Mobbing und dessen Auswirkungen auf das Individuum und Unternehmen
- Die Rolle der Führungskraft bei Prävention und Intervention
- Geschlechterspezifische Aspekte bei Mobbing und Führung
- Konzeption eines Blended-Learning-Seminars
- Methodik der Qualitätssicherung durch Nachbereitung und Evaluation
Auszug aus dem Buch
1.5 Setting der Maßnahme
Bei dem ausgewählten Setting handelt es sich um die Arbeitswelt. Das Alter spielt in der Auswahl der Gruppenzusammensetzung keine Rolle. Jedoch ist das geplante Seminar ausschließlich für Frauen. Grund für eine geschlechterspezifische Trennung ist, dass Frauen anders führen als Männer. Zudem müssen sie sich nach wie vor in traditionellen Hierarchien und männerdominierten Strukturen einfinden. Dies gilt besonders bei Frauen, die als Führungskraft tätig sind. Weiterhin bekommen Frauen weniger Unterstützung als männliche Kollegen und sehen andere Frauen eher als Konkurrentin denn als Kollegin. Zudem kommt die Koordinierung von Familie und Beruf, welche immer noch oftmals durch die Frau erfolgt, hinzu. Nicht zuletzt ist das Mobbingrisiko bei Frauen höher als das ihrer männlichen Kollegen (vgl. Köllner, 2017, S. 121 ff.). Unabhängig von der Geschlechterneutralität ist Vielfalt erwünscht, da somit eine Sensibilisierung der Teilnehmer für andere Altersgruppen erfolgen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Problemfeld Mobbing ein, erläutert die Relevanz für Führungskräfte und definiert die Zielgruppe sowie das Ziel der Projektarbeit.
2 Planung der Maßnahme: Dieses Kapitel widmet sich der methodischen Planung des Workshops, inklusive der Strukturplanung sowie Strategien der Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung.
3 Weiterbildungsmaßnahme: Dieser Hauptteil beschreibt die konkrete dreistufige Durchführung des Seminars von der Vorab-Broschüre über das Präsenzseminar bis hin zur Online-Nachbereitung.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und reflektiert kritisch die gewählte Seminarmethodik, das Setting und die spezifische Ausrichtung auf weibliche Führungskräfte.
Schlüsselwörter
Mobbing, Arbeitsplatz, Weiterbildung, Führungskräfte, Prävention, Intervention, Blended Learning, Geschlechterspezifik, Konfliktmanagement, Personalmanagement, Unternehmenskultur, Rollenspiel, Seminardidaktik, psychosoziale Belastung, Betriebsklima
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption einer Weiterbildungsmaßnahme zum Thema Mobbing am Arbeitsplatz, die spezifisch auf weibliche Führungskräfte zugeschnitten ist.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten gehören die theoretischen Grundlagen von Mobbing, geschlechterspezifische Unterschiede im Mobbing-Verhalten sowie praktische Präventions- und Interventionsstrategien für Führungskräfte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Führungskräften ein Verständnis für Mobbing-Prozesse zu vermitteln und sie durch ein Blended-Learning-Konzept in ihrer Rolle als präventiv handelnde Instanz zu stärken.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird ein didaktisch-methodisches Konzept für eine Weiterbildung entwickelt, das sich auf theoretische Modelle stützt und durch tabellarische Verlaufspläne operationalisiert wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Planung der Maßnahme inklusive Marketing-Aspekte sowie die detaillierte Darstellung des dreistufigen Seminarablaufs (Homeoffice, Präsenz, Online-Nachbereitung).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Mobbing, Prävention, Intervention, Führung, Blended Learning und geschlechterspezifische Kommunikation.
Warum wurde das Seminar ausschließlich für Frauen konzipiert?
Da Frauen statistisch häufiger von Mobbing betroffen sind und weibliche Führungskräfte oft vor spezifischen Herausforderungen in traditionellen Strukturen stehen, ermöglicht eine homogene Gruppe einen geschützten Raum und zielgruppenspezifische Lerneffekte.
Was umfasst die "dritte Etappe" der Weiterbildung?
Die dritte Etappe ist eine webbasierte Online-Veranstaltung, die zeitlich nach dem Präsenzseminar stattfindet, um Erfahrungen aus der Praxis zu reflektieren und offene Fragen zu klären.
Wie gehen Führungskräfte mit der "Sandwich-Position" bei Mobbing um?
Die Arbeit sensibilisiert Führungskräfte dafür, trotz ihrer eigenen Einbindung in Hierarchien professionell zwischen Betroffenen und Tätern zu vermitteln und ein gesundes Betriebsklima aktiv zu steuern.
Welchen Zweck erfüllt der in der Arbeit vorgestellte Strukturplan?
Der Strukturplan dient als methodisches Grundgerüst, um die zeitlichen Phasen, Lernziele, eingesetzten Medien und Interaktionsformen des Seminars übersichtlich und strukturiert darzustellen.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2022, Mobbing am Arbeitsplatz. Grundlagen, Prävention und Intervention. Eine Weiterbildungsmaßnahme für weibliche Führungskräfte, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1182835