Was ist guter Unterricht? – Eine zentrale Frage, die schon seit
Generationen die Gemüter von Lehrern, Eltern und nicht zuletzt Schülern erhitzt.
Um dieser auf den Grund zu gehen führt kein Weg an der Unterrichtsmethodik
vorbei, mit der es sich zuvor aufgrund ihrer tragenden und nicht zu
unterschätzenden Rolle im Schulalltag konstruktiv auseinanderzusetzen gilt.
Insofern kann diese Arbeit erst nach der Darstellung letzterer einen Beitrag zu
der soeben gestellten Frage leisten, auf die im Fazit zurückgekommen wird.
Um sich dem eigentlichen Gegenstand anzunähern, ist es zunächst
hilfreich, wenn man sich erneut die Erkenntnisse der PISA Studie
vergegenwärtigt. Diese konnte zweifelsfrei den Nachweis erbringen, dass sich
das zeitgenössische, internationale Verständnis von Bildung grundlegend
gewandelt hat: Im Vordergrund steht somit nicht primär das – oft konzeptlose –
Auswendiglernen von fachspezifischen Wissen, sondern vielmehr wichtige, nicht
nur im Erwachsenenalter benötigte, Befähigungen, Fertigkeiten,
Schlüsselqualifikationen und Kompetenzen1. Die Ergebnisse sind alarmierend:
Eine Vielzahl deutscher Schülerinnen und Schüler mangelt es an Cleverness,
Kreativität und der grundlegenden Fähigkeit zu problemlösenden Denken und
Handeln, was sich wiederum in der Tatsache widerspiegelt, dass sie u. a. unfähig
sind elementare Informationen aus einem Text herauszufiltern, geschweige denn
diesen überhaupt ausreichend zu begreifen (vgl. Mattes 2002: 11). Doch das ist
nur die Spitze des Eisbergs: Völlig unabhängig von diesem attestierten, dürftigen
Leseverständnis beklagen sich obendrein viele Lehrerinnen und Lehrer tagtäglich
über die mangelnde Eigeninitiative, Lernmotivation, Sprachkompetenz sowie die
geringe Konzentrationsfähigkeit, die von ihren Schülern regelmäßig an den Tag
gelegt wird (vgl. Klippert 2006: 24).
[...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Fragestellung
2. Was ist eine Unterrichtsmethode?
2.2 Ihr Inhaltsbezug
2.3 Ihr Zielbezug
3. Lernen lehren
3.1 Chancen und Konsequenzen
4. Der erweiterte Lernbegriff
4.1 Das Planspiel
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, wie durch den Einsatz vielfältiger Unterrichtsmethoden, insbesondere handlungsorientierter Ansätze, die Methodenkompetenz von Schülern gesteigert werden kann, um den heutigen Bildungsanforderungen gerecht zu werden. Dabei steht die Überwindung des lehrerzentrierten Frontalunterrichts im Zentrum, um Schüler zu eigenverantwortlichem Handeln und Lernen in einer demokratischen Gesellschaft zu befähigen.
- Kritische Analyse des traditionellen, lehrerzentrierten Lehr- und Lernverständnisses
- Bedeutung von Methodenkompetenz und Schlüsselqualifikationen im modernen Bildungsbegriff
- Wechselverhältnis zwischen inhaltlichem Lernen und methodischer Kompetenzaneignung
- Praktische Anwendung und Funktionen handlungsorientierter Unterrichtsmethoden am Beispiel des Planspiels
Auszug aus dem Buch
4.1 Das Planspiel
„Planspiele sind komplex gemachte Rollenspiele mit klaren Interessensgegensätzen und hohem Entscheidungsdruck.“ (Meyer, zitiert nach Massing 2007: 164)
Sie simulieren dabei immer ein Stück Wirklichkeit, wodurch ein vereinfachtes Modell der Realität entsteht, in dem aber alle grundlegenden Eigenschaften erhalten bleiben. Folglich erhalten die Schüler im Planspiel die Möglichkeit als handelnde Subjekte innerhalb verschiedener Organisationen, Institutionen oder Interessensgruppen aufzutreten, um komplexe politische Zusammenhänge transparenter und überschaubarer für sie zu machen (vgl. Massing 2007:164f.).
Das Handlungsziel der Schüler ist hierbei klar: Sie wollen das „Spiel“ gewinnen. Aus diesem Grund fordert das Planspiel sie regelrecht heraus, die eigenen Interessen sowohl innerhalb als auch unter den jeweiligen Gruppen durchzusetzen (vgl. Meyer 2002: 89ff.). Das schaffen sie allerdings nur, wenn sie sich auf eine Konfliktaustragung einlassen, die hauptsächlich Kommunikations und Interaktionsprozesse notwendig macht. Somit liegt der Lehrzielschwerpunkt des Planspiels in erster Linie auf den Ebenen des sozialen und kommunikativen Lernens! Obendrein wird ein nicht zu vernachlässigendes Maß an methodischer Fähigkeit vorausgesetzt, damit die Spieldurchführung reibungslos verlaufen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung hinterfragt das Verständnis von gutem Unterricht angesichts aktueller PISA-Ergebnisse und führt in die Notwendigkeit von Methodentraining ein.
1.1 Fragestellung: In diesem Abschnitt werden die zentralen Themenkomplexe der Arbeit definiert: die Kritik am klassischen Unterricht und die Funktionen des Methodenlernens sowie der Kompetenzbildung.
2. Was ist eine Unterrichtsmethode?: Das Kapitel erörtert verschiedene Definitionsansätze und plädiert für ein Verständnis, das Schüler als aktive, methodisch handelnde Subjekte begreift.
2.2 Ihr Inhaltsbezug: Dieser Teil beleuchtet das wechselseitige Abhängigkeitsverhältnis zwischen inhaltlichem Fachwissen und der methodischen Art und Weise der Stoffvermittlung.
2.3 Ihr Zielbezug: Hier wird der Fokus auf die verschiedenen Lern- und Handlungsziele auf Schüler- und Lehrerseite sowie das übergeordnete Erziehungsziel der Mündigkeit gelegt.
3. Lernen lehren: Das Kapitel analysiert psychologische Erkenntnisse über effektives Lernen und begründet, warum lehrerzentrierter Frontalunterricht zur Förderung von Methodenkompetenz ungeeignet ist.
3.1 Chancen und Konsequenzen: Dieser Abschnitt beschreibt die Vorteile des Methodentrainings für Motivation und Lernerfolge bei Schülern sowie die Rollenveränderung der Lehrkraft.
4. Der erweiterte Lernbegriff: Das Kapitel führt den erweiterten Lernbegriff ein, der neben fachlichem Wissen auch kommunikative und soziale Kompetenzen als Bildungsziele umfasst.
4.1 Das Planspiel: Diese Vertiefung erläutert das Planspiel als handlungsorientierte Methode, die den Erwerb von Schlüsselqualifikationen durch Simulation komplexer politischer Realität fördert.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Methodenkompetenz essenziell für die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler ist und durch handlungsorientierten Unterricht gestärkt werden muss.
Schlüsselwörter
Methodenkompetenz, Politikunterricht, Unterrichtsmethodik, Handlungsorientierung, Planspiel, Schlüsselqualifikationen, Lernbegriff, Mündigkeit, Schüleraktivierung, Frontalunterricht, Sozialkompetenz, Kommunikation, Selbstbildung, Lehren des Lernens
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von Methodenkompetenz im heutigen Politikunterricht und untersucht, wie Unterrichtsmethoden eingesetzt werden können, um Schüler zu selbstständigem Lernen zu befähigen.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?
Zentrale Themen sind die Kritik am lehrerzentrierten Unterricht, der erweiterte Bildungsbegriff, die Förderung von Schlüsselqualifikationen und die praktische Umsetzung handlungsorientierter Methoden.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, warum ein verstärktes Methodentraining notwendig ist, um Schüler aktiv in Lernprozesse einzubinden und sie auf das Leben in einer demokratischen Gesellschaft vorzubereiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf fachdidaktischer Literatur basiert und diese analysiert, um eine fundierte Argumentation für moderne Unterrichtsmethoden zu entwickeln.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Begrifflichkeiten von Unterrichtsmethoden geklärt, der erweiterte Lernbegriff erläutert und die methodische Umsetzung, insbesondere am Beispiel des Planspiels, praxisnah dargestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Methodenkompetenz, Handlungsorientierung, Mündigkeit, Schüleraktivierung, Planspiel und Schlüsselqualifikationen.
Warum ist das Planspiel für den Politikunterricht besonders wertvoll?
Das Planspiel simuliert politische Realität, fördert durch den Entscheidungsdruck soziale und kommunikative Kompetenzen und verbindet fachliches Lernen mit der Anwendung von Arbeitstechniken.
Welches Fazit zieht der Autor bezüglich der Rolle der Lehrkraft?
Die Lehrkraft wandelt sich vom reinen Wissensvermittler zum Moderator und Methodentrainer, wobei dieser Wandel für die Förderung der Selbstständigkeit der Schüler unerlässlich ist.
- Arbeit zitieren
- Alexander Schneider (Autor:in), 2008, Bildungsanspruch heute - Methodenkompetenz als Ziel des Politikunterrichts, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/118247