Angestellter von Handelskompanien oder im Kriegsdienst tätig zu sein bedeutet, seine Heimat verlassen zu müssen. Welche Faktoren sind für eine gelungene Rückkehr entscheidend und wie wirken sich diese auf die Wiedereingliederung Betroffener in ihre Heimatgesellschaft aus?
Die vorliegende Hausarbeit setzt sich mit den Gegebenheiten auseinander, die Einfluss auf die Reintegration in die Heimatgesellschaft von Handelskompanien- und Kriegsrückkehrern nehmen konnten. Anhand eines Vergleiches zwischen obigen beiden Gruppierungen sollen jene Gegebenheiten gegenübergestellt und so die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Wiedereingliederung herausgearbeitet werden. Wenn in der Hausarbeit die Begriffe "Kompanierückkehrer", "Angestellter einer Kompanie" oder ähnliche genannt werden, sind stets im Dienst gestandene Personen der Niederländischen Ostindien-Kompanie (VOC), Niederländischen Westindien-Kompanie (WIC), Britischen Ostindien-Kompanie (EIC) und Britischen Ostindien-Kompanie (BEIC) gemeint. Kommen Begriffe wie "Kriegsrückkehrer", "Kriegsveteran", "Soldaten" und "Söldner" zur Sprache, handelt es sich bei der Analyse um Angehörige des dreißigjährigen Krieges. Zudem wird in Kapitel 4.0 zwischen den Wiedereingliederungsaussichten von Kompanierückkehrern und Soldaten des ersten und zweiten Weltkrieges verglichen.
Inhaltsverzeichnis
1.0 – Einleitung
2.0 – Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Nahrungsversorgung und Wiedereingliederung im Vergleich
3.0 – Ökonomische und soziale Faktoren im Vergleich
3.1 – Vermögensbesitz als Vor- und Nachteil für die Wiedereingliederung
3.2 – Die Auswirkung sozialer und gesundheitlicher Gegebenheiten auf die Wiedereingliederung
4.0 – Die Chancen auf eine Wiedereingliederung in die Heimatgesellschaft im Vergleich
5.0 – Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Faktoren, die eine gelungene Reintegration von Rückkehrern aus Handelskompanien sowie Kriegen in ihre jeweilige Heimatgesellschaft beeinflussten, und stellt diese durch einen vergleichenden Ansatz gegenüber.
- Vergleich der Auswirkungen von Nahrungsmittelversorgung und Ernährungszustand auf die Reintegration.
- Analyse des Einflusses von finanziellem Wohlstand auf die soziale Wiedereingliederung.
- Untersuchung der Rolle psychischer Belastungen und traumatischer Kriegserfahrungen.
- Bedeutung von familiären Strukturen und des Ehestandes für die Rückkehr.
- Effekte der Kommunikation mit der Heimat auf die Identität und Rückkehrbereitschaft.
Auszug aus dem Buch
3.1 – Vermögensbesitz als Vor- und Nachteil für die Wiedereingliederung
Im Folgenden gilt es herauszufinden, ob und falls ja, in welchem Ausmaß Geld die Wiedereingliederung in die Heimatgesellschaft beeinflussen konnte. Es soll analysiert werden, ob finanzielle Vorteile ausschlaggebend für ein gutes Einfinden in den Alltag gewesen sind oder ob es zu Problemen bei der Eingliederung gekommen sein könnte.
Wird das überlegte Vorgehen der britischen „East-India-Company“ betrachtet, geschah die Anhäufung von Vermögen zum Beispiel durch die Herrschaft über und die Enteignung zahlreicher indischer Staaten. Dass die persönliche Bereicherung mit wertvollen Gegenständen der Unterdrückten sowie der hohe Sold, welcher von der Kompanie gezahlt wurde, dabei helfen konnten, zu Hause Fuß zu fassen, kann durchaus möglich gewesen sein. „[Kompanierückkehrer] hatten damit oft den vielfachen Jahreslohn eines gelernten Handwerkers verdient.“ Sie waren durch ihren Verdienst wahrscheinlich dazu in der Lage, sich in der Heimat zur Ruhe zu setzen und im Gegensatz zu Soldaten und Söldnern nicht weiter nach beruflichen Engagements suchen zu müssen. Hierdurch ist anzunehmen, dass ein Kriegsveteran größere Schwierigkeiten gehabt haben musste, sich zu Hause wieder einzuleben, wenn Geld bei der Eingliederung eine wichtige Rolle gespielt haben soll und sein Sold „in der Regel bescheiden [ausgefallen] [war]“. Der bloße Soldatensold war demnach nicht ausreichend genug.
Zusammenfassung der Kapitel
1.0 – Einleitung: Die Einleitung definiert die Zielsetzung der Arbeit, die Reintegration von Kompanierückkehrern und Kriegsveteranen anhand spezifischer Faktoren zu vergleichen.
2.0 – Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Nahrungsversorgung und Wiedereingliederung im Vergleich: Dieses Kapitel analysiert, wie Mangelernährung und die damit verbundenen gesundheitlichen Folgen die Chancen auf eine erfolgreiche Reintegration beeinträchtigten.
3.0 – Ökonomische und soziale Faktoren im Vergleich: Es wird untersucht, welche Rolle finanzieller Wohlstand und soziale Bedingungen bei der Wiedereingliederung spielten.
3.1 – Vermögensbesitz als Vor- und Nachteil für die Wiedereingliederung: Dieser Abschnitt beleuchtet, ob Geld als Integrationshilfe fungierte oder ob durch Reichtum soziale Neidgefühle und Konflikte entstanden.
3.2 – Die Auswirkung sozialer und gesundheitlicher Gegebenheiten auf die Wiedereingliederung: Hier werden psychische Traumata und die Bedeutung familiärer Unterstützung, insbesondere durch eine Ehefrau, thematisiert.
4.0 – Die Chancen auf eine Wiedereingliederung in die Heimatgesellschaft im Vergleich: Das Kapitel vergleicht die Bedeutung der Kommunikationswege zur Heimat für die Aufrechterhaltung der Bindung an die Herkunftsgesellschaft.
5.0 – Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass sowohl materielle als auch psychische Faktoren die Reintegration maßgeblich beeinflussten.
Schlüsselwörter
Wiedereingliederung, Reintegration, Kompanierückkehrer, Kriegsveteranen, Dreißigjähriger Krieg, Handelskompanien, Nahrungsmittelversorgung, Skorbut, Vermögensbesitz, soziale Isolation, Trauma, Kommunikation, Heimatgesellschaft, Sozialgeschichte, Fernhandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Faktoren, die eine erfolgreiche Wiedereingliederung von Personen, die in Handelskompanien oder im Kriegsdienst tätig waren, in ihre Heimatgesellschaft beeinflussten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Lebensmittelversorgung an Bord oder im Krieg, der Einfluss von materiellem Reichtum, psychische Gesundheit sowie die Aufrechterhaltung von sozialen Kontakten zur Heimat.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei der Reintegration von Kompanieangehörigen und Kriegsteilnehmern herauszuarbeiten, um zu verstehen, warum manche erfolgreich heimkehrten und andere nicht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um einen vergleichenden historischen Ansatz, der zeitgenössische Quellen, Reiseberichte und militärhistorische Studien nutzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zur Verpflegung, ökonomische Aspekte wie Vermögensbildung, soziale Herausforderungen durch Trauma sowie die Bedeutung der Kommunikation für die Rückkehrbereitschaft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Reintegration, Kompanierückkehrer, Kriegsveteranen, soziale Isolation, Vermögensbesitz und Kommunikationswege.
Warum war der Ehestand ein wichtiger Faktor für die Wiedereingliederung?
Eine Ehefrau sorgte während der Abwesenheit des Mannes für den Erhalt des Hausstandes und der Lebensmittelversorgung, was die Rückkehr in ein geordnetes soziales Umfeld nach dem Dienst deutlich erleichterte.
Warum war es für Kompanieangehörige oft klug, ihren Reichtum zu verheimlichen?
Aufgrund des Neides im Heimatbürgertum und moralischer Vorbehalte gegenüber „exotischem“ Reichtum konnte ein offenes Zurschaustellen des Vermögens die soziale Integration und die Suche nach einer Anstellung erschweren.
- Arbeit zitieren
- Christoph Rothemund (Autor:in), 2021, Ein Vergleich zwischen Kompanie- und Kriegsrückkehrern bei der Wiedereingliederung in ihre Heimatgesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1182249