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Wenn eingangs gesagt worden ist, daß Hartmann eine sehr detaillierte Beschreibung erreicht, so sollte dies am Text bewiesen werden. Um dabei möglichst viele der von Hartmann verwendeten Darstellungsweisen zu veranschaulichen, sei in einem ersten Teil der Hausarbeit auf die zentrale Erscheinung der Dichtung eingegangen, durch die die Vergänglichkeits- und Todesproblematik ausführlich beschrieben wird: Die Krankheit Heinrichs. Es wird in diesem Zusammenhang (in einem Exkurs) auch um die in der Forschung häufig zitierte Frage der Schuld Heinrichs an seiner Krankheit gehen, denn um die Funktion der Krankheit darzustellen, ist dies zwar nicht unumgänglich, mag aber dennoch gewinnbringend sein. In einem weiteren Teil seien dann beispielhaft zwei Metaphern angesprochen, die sich auf die Vergänglichkeit und den Tod beziehen. Dabei wird (in einem zweiten Exkurs) auch kurz von der Rechtfertigung der Metaphernverwendung zu sprechen sein, um zu beweisen, daß Metaphern zwar nicht unbedingt notwendige, aber überaus elegante und hilfreiche Veranschaulichungen der Thematik sind. Abschließend soll dargestellt werden, welche Funktion dem Tod und seiner Darstellung zukommt, denn er darf wohl mit recht als beeindruckenste Erscheinung der Vergänglichkeit bezeichnet werden.
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Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Heinrichs Krankheit
2.1 Heinrichs Umgang mit der Krankheit
2.2 Art und Funktion der Krankheit
2.3 Exkurs 1: Heinrichs Schuld an der Krankheit
3 Die Metaphern
3.1 Einleitung
3.2 Exkurs 2: Necessitas- und Ornatus - Funktion
3.3 Das grüne Gras und die Kerze
3.3.1 Intratextueller Kontext
3.3.2 Intertextueller Kontext
4 Der Tod
4.1 Körperlicher vs. seelischer Tod
5 Heinrich und die maget – Weltbilder auf dem Prüfstand
6 Fazit
7 Literaturverzeichnis
7.1 Primärliteratur
7.2 Sekundärliteratur
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert die Darstellung von Tod und Vergänglichkeit in Hartmann von Aues „Armen Heinrich“. Ziel ist es zu untersuchen, wie die Krankheit Heinrichs und die Verwendung von Metaphern dazu dienen, die weltliche Lebenshaltung des Ritters und das Leben des Mädchens (maget) gegenüber der göttlichen Ewigkeit kritisch auf den Prüfstand zu stellen und eine Neuausrichtung hin zum Gottvertrauen zu fordern.
- Die Funktion der Krankheit Heinrichs als notwendiges Korrektiv seiner Weltsicht.
- Die Analyse zentraler Metaphern (Kerze, grünes Gras) als Instrumente der Sinnstiftung.
- Die Differenzierung zwischen körperlichem und seelischem Tod sowie deren Bedeutung für die Protagonisten.
- Der Vergleich der Lebensanschauungen von Heinrich und der maget vor dem Hintergrund ihrer jeweiligen moralischen Wandlung.
Auszug aus dem Buch
3.3 Das grüne Gras und die Kerze
Zwei der eindrücklichsten Metaphern des Armen Heinrich finden sich schon zu Anfang der Dichtung, nämlich zum einen in den Versen 101 – 105, wo es heißt:
„Des muge wir an der kerzen sehen
Ein warez bild geschehen,
daz si zeiner aschen wirt
iemitten daz si lieht birt.“ (AH, Vers 101 ff.)
Zum anderen heißt es : „ze heuwe wart sin grünez gras“ (AH, Vers 126 a). Um diese beiden Metaphern soll es im folgenden gehen.
Wenn eingangs gesagt worden ist, daß Metaphern dazu dienen, ihre sprachliche Umgebung semantisch zusammenzufassen und zu akzentuieren, dann ist die Betrachtung von Metaphern ohne gleichzeitige Berücksichtigung ihrer sprachlichen Umgebung nur halb so gewinnbringend, wie sie es potentiell sein könnte. Deshalb sei zunächst einmal auf den näheren Kontext eingegangen, in dem die beiden ausgewählten Metaphern stehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die zentrale Problematik von Tod und Vergänglichkeit im „Armen Heinrich“ vor und skizziert das methodische Vorgehen der Arbeit.
2 Heinrichs Krankheit: In diesem Kapitel wird Heinrichs Reaktion auf seine Erkrankung untersucht, wobei insbesondere seine anfängliche Fixierung auf weltliche Heilung und die Frage nach seiner moralischen Schuld analysiert werden.
3 Die Metaphern: Hier werden die rhetorischen und inhaltlichen Funktionen der Metaphorik im Werk erörtert, mit Fokus auf die Kerze und das grüne Gras als Symbole der Vergänglichkeit.
4 Der Tod: Dieses Kapitel widmet sich der Unterscheidung zwischen dem körperlichen und seelischen Sterben und wie die Figuren Heinrich und maget den Tod jeweils wahrnehmen.
5 Heinrich und die maget – Weltbilder auf dem Prüfstand: Hier werden die gegensätzlichen Weltbilder der beiden Hauptfiguren konfrontiert und vor dem Hintergrund eines nötigen Gottvertrauens bewertet.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass Hartmann von Aue das Leben in der Welt nicht ablehnt, sondern eine Distanz durch göttliche Orientierung fordert.
7 Literaturverzeichnis: Dies enthält die Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.
Schlüsselwörter
Armer Heinrich, Hartmann von Aue, Tod, Vergänglichkeit, Metaphorik, Krankheit, Gottvertrauen, Weltbild, mittelalterliche Literatur, Schuld, Superbia, Erlösung, Seelenheil, Necessitas, Ornatus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Hartmann von Aue in seiner Dichtung „Der arme Heinrich“ die Themen Tod und Vergänglichkeit literarisch gestaltet und welche Funktion sie für die Entwicklung der Protagonisten haben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Mittelpunkt stehen das Verhältnis zwischen weltlichem Leben und göttlicher Ewigkeit, die Bedeutung von Krankheit als Läuterung sowie die symbolische Darstellung der Vergänglichkeit durch Metaphern.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Hartmann durch den Einsatz von Metaphern und die Gegenüberstellung der Weltansichten von Heinrich und der maget den Leser zur Reflexion über ein gottgefälliges Leben anregt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die literaturwissenschaftliche Analyse, insbesondere die metaphorologische Untersuchung und die kontextuelle Auslegung des Textes unter Einbeziehung theologischer und philosophiegeschichtlicher Aspekte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Heinrichs Krankheit, die Deutung der zentralen Metaphern (Kerze, Gras), die Differenzierung von körperlichem und seelischem Tod sowie eine kritische Prüfung der Weltbilder beider Hauptfiguren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie "Armer Heinrich", "Metaphorik", "Vergänglichkeit", "Gottvertrauen" und "mittelalterliche Weltbilder" definieren.
Warum ist die Krankheit Heinrichs für das Verständnis der Dichtung so zentral?
Die Krankheit fungiert als notwendiges Instrument Gottes, das Heinrich aus seiner anfänglichen Selbstüberzeugung und Fixierung auf weltliche Güter reißt und ihn zur Einsicht in seine menschliche Endlichkeit zwingt.
Wie verändert sich das Verhältnis der maget zum Tod?
Die maget betrachtet den irdischen Tod aufgrund ihrer extremen Jenseitsorientierung zunächst als Erlösung, wird jedoch durch Hartmanns Erzählweise in ihrer einseitigen Weltabkehr hinterfragt, da auch sie lernen muss, die ihr auferlegte Welt zu bestehen.
- Arbeit zitieren
- Hanno Frey (Autor:in), 1999, Über die Bildlichkeit von Tod und Vergänglichkeit im 'Armen Heinrich' von Hartmann von Aue, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/11818