Diese Arbeit untersucht statistisch in konfirmatorischen Analysen wie sich Personen, die die CDU/CSU präferieren, von anderen Personen in Bezug auf die Einstellung zur Verteilung der Geschlechterrollen unterscheiden. Es wird mit dem Datensatz ALLBUScompact 2016 gearbeitet, einer Befragung von 3490 Personen zu unterschiedlichen Themen, wie Familie und Geschlechterrollen, Politische Einstellung, Nationalstolz, Persönlichkeit, Staat und Regierung. Die folgenden Hypothesen wurden untersucht. Die Hypothese 1 dient hierbei als übergeordnete Hypothese. Es wurde versucht anhand der Überprüfung der Hypothesen 1a, 1b und 1c eine Aussage über diese übergeordnete Hypothese zu treffen.
H1: Die Einstellung zur Verteilung der Geschlechterrollen bzw. eine konservative Haltung diesbezüglich hängt (linear) von der Wahlentscheidung ab. H1a: Die Meinung, dass die Frau Zuhause bleiben sollte, während der Mann für den Unterhalt zuständig ist, ist abhängig davon, ob die CDU/CSU oder eine andere Partei gewählt wird bzw. nicht gewählt wird. H1b: Die Präferenz dafür, dass die Frau den Haushalt übernimmt, selbst wenn beide Partner berufstätig sind, ist abhängig davon, ob die CDU/CSU oder eine andere Partei gewählt wird bzw. nicht gewählt wird. H1c: Die Einstellung, dass die Frau lieber ihren Mann bei seinem Berufserfolg unterstützen sollte, ist abhängig davon, ob die CDU/CSU oder eine andere Partei gewählt wird bzw. nicht gewählt wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Datensatz
1.1 Beschreibung des Datensatzes
1.2 Variablendeskription
1.3 Transformation des Datensatzes und der Variablen
2. Deduktive Analysen
2.1 Hypothesen
2.2 Deskriptive Statistiken
2.3 Diagramme
2.4 Signifikanztests
3. Explorative Analysen
3.1 Ergebnisse der Wahl 2013
3.2 Einfluss des Alters
4. Diskussion
4.1 Zentrale Ergebnisse
4.2 Diskussion der Ergebnisse
4.3 Grenzen der Analyse
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den statistischen Zusammenhang zwischen der Wahlentscheidung (insbesondere der Präferenz für CDU/CSU) und der Einstellung zu traditionellen Geschlechterrollen. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, ob konservative Ansichten zur Arbeitsteilung in der Familie linear von der Parteipräferenz abhängen, wobei methodisch lineare Regressionen und deskriptive Statistiken auf Basis des ALLBUScompact 2016 Datensatzes genutzt werden.
- Strukturelle Analyse von Einstellungen zur Geschlechterrollenverteilung
- Vergleich von CDU/CSU-Wählern und anderen Wählergruppen/Nichtwählern
- Statistische Überprüfung der Hypothesen mittels linearer Regression
- Explorative Untersuchung der Wahlentscheidung von 2013
- Analyse des Einflusses der Kovariable Alter auf die Einstellungsprägung
Auszug aus dem Buch
4.1 Zentrale Ergebnisse
Dieser Bericht befasst sich damit, wie sich Personen mit einer Präferenz für die CDU/CSU von anderen Personen bezüglich der Einstellung zur Verteilung der Geschlechterrollen unterscheiden. Im Speziellen ging es darum, ob die Einstellung zur Verteilung der Geschlechterrollen, bzw. eine konservative Haltung diesbezüglich, von der Wahlentscheidung abhängt.
In der Hypothese 1a wurde davon ausgegangen, dass die Meinung, dass die Frau Zuhause bleiben sollte, während der Mann für den Unterhalt zuständig ist, davon abhängig ist, ob die CDU/CSU oder eine andere Partei gewählt wird bzw. nicht gewählt wird. Auf Basis der Testergebnisse kann an dieser Vermutung festgehalten werden, da sich die lineare Regression dazu als signifikant erwies. Der positive Wert des Steigungsparameter für die Referenzgruppe der Personen, welche die CDU/CSU nicht wählen bzw. nicht an der Wahl teilnehmen, ermöglicht eine Aussage über die Art des linearen Zusammenhangs zwischen der Wahlentscheidung und dieser konservativen Einstellung bezüglich der Verteilung der Geschlechterrollen: Personen, die andere Parteien der CDU/CSU vorziehen bzw. Nichtwähler sind, scheinen eher dieser Meinung zu sein als CDU/CSU-Wähler.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Datensatz: Vorstellung des ALLBUScompact 2016 Datensatzes sowie der Auswahl und Transformation der für die Untersuchung relevanten Variablen.
2. Deduktive Analysen: Aufstellung der Hypothesen sowie Durchführung deskriptiver Statistiken und Signifikanztests mittels linearer Regression.
3. Explorative Analysen: Erweiterte Untersuchung der Ergebnisse unter Einbeziehung der Wahlentscheidung von 2013 und der Kovariable Alter.
4. Diskussion: Interpretation der statistischen Ergebnisse, kritische Reflexion der Resultate sowie Erläuterung der Limitationen der durchgeführten Analyse.
Schlüsselwörter
Wahlentscheidung, CDU/CSU, Geschlechterrollen, Konservative Haltung, ALLBUScompact 2016, Lineare Regression, Statistische Analyse, Geschlechterrollenverteilung, Parteipräferenz, Bundestagswahl 2013, Altersstruktur, Signifikanztests, Sozialforschung, Datenanalyse, Effektstärke.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob es statistisch signifikante Unterschiede in den Ansichten zur traditionellen Verteilung von Geschlechterrollen zwischen Wählern der CDU/CSU und Wählern anderer Parteien gibt.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf politischer Soziologie, der Einstellung zur familiären Arbeitsteilung und der statistischen Datenanalyse von Umfragedaten.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Es wird erforscht, ob eine konservative Einstellung zur Rollenverteilung zwischen Mann und Frau linear von der Wahlentscheidung abhängt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin nutzt deskriptive Statistiken sowie lineare Regressionsmodelle, um die Hypothesen auf Basis des ALLBUS-Datensatzes konfirmatorisch zu prüfen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufbereitung des Datensatzes, die statistische Überprüfung der aufgestellten Hypothesen sowie explorative Erweiterungen bezüglich früherer Wahlergebnisse und dem Einfluss des Alters.
Welche Keywords charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit lässt sich am besten über Begriffe wie Wahlentscheidung, Geschlechterrollen, CDU/CSU, lineare Regression und Sozialwissenschaftliche Datenanalyse beschreiben.
Wie unterscheidet sich die Gruppe der CDU/CSU-Wähler von anderen?
Interessanterweise zeigen die Analysen, dass die CDU/CSU-Wähler entgegen einer populären Vermutung im Vergleich zu Wählern anderer Parteien bzw. Nichtwählern eine tendenziell weniger konservative Einstellung zu traditionellen Rollenbildern aufweisen.
Welchen Einfluss hat das Alter auf die Ergebnisse?
Die explorativen Analysen verdeutlichen, dass die Ausprägung einer konservativen Einstellung bei den Probanden mit zunehmendem Alter abnimmt, wobei dieser Effekt jedoch als gering eingestuft wird.
- Arbeit zitieren
- Simon Rettenberger (Autor:in), 2020, Einstellung von CDU/CSU-Wählenden zur Verteilung von Geschlechterrollen. Vergleich mit Nichtwählenden, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1181205