Am 17. Februar 2008 erklärte das Kosovo seine Unabhängigkeit. Diese Nachricht löste in der
ganzen Welt Diskussionen aus. Die großen Mächte streiten darüber, ob dieser Schritt eine
rechtliche Grundlage hat und ob das Kosovo als Staat anerkannt werden kann.
Wir möchten in dieser Hausarbeit herausarbeiten wie es dazu gekommen ist, welche
geschichtlichen Hintergründe zur Unabhängigkeitserklärung geführt haben, welche Parteien
in die Statusfrage des Kosovo involviert sind und wie die Zukunft der Region aussehen
könnte.
Um all diesen Leitfragen auf den Grund zu gehen, möchten wir zunächst einen Einblick in die
Geschichte des Kosovo und in den Konflikt zwischen Serben und Albanern in dieser Region
geben. Daraufhin werden wir die politischen Umstände im Kosovo nach den NATOLuftangriffen
von 1999 bis heute erläutern. Zum Abschluss der Arbeit wollen wir dann einen
Ausblick in die mögliche Zukunft des Kosovo geben und somit unser Fazit ziehen. In der Mitte des 14. Jahrhunderts bildete das Kosovo das Herz des mittelalterlichen
Großserbischen Reichs. Dieses erstreckte sich von Belgrad bis in Gebiete des heutigen
Griechenlands. Zu jener Zeit entstanden im Kosovo eine Reihe von Klöstern der serbischorthodoxen
Kirche. Einige von ihnen bestehen heute noch immer. 1346 wird Pec (im West-
Kosovo) zum Sitz des Patriarchen der serbisch-orthodoxen Kirche.
1389 kommt es zu der berühmten Schlacht auf dem Amselfeld (eine Region nahe Pristina).
Hier kämpfen vorwiegend serbische Truppen, angeführt von Fürst Lazar, gegen die Osmanen
unter Sultan Murat I. Die osmanischen Streitkräfte setzen sich in dieser Schlacht durch,
obwohl beide Feldherren ihr Leben lassen.
Die serbisch-orthodoxe Kirche spricht Lazar trotz seiner Niederlage als Märtyrer heilig. Dies
begründen sie damit, dass er heldenhaft für sein Volk und den christlichen Glauben gegen den
Vormarsch des Islam gekämpft hätte. Der Mythos „Amselfeldschlacht“ bewirkt, dass viele
Serben das Kosovo als ihr Heiliges Land betrachten. 1459 wird der Serbische Staat endgültig durch das Osmanische Reich unterworfen. Im
Kosovo ist die serbische Bevölkerung zwar noch in der klaren Mehrheit, doch der Anteil der
albanischen Bevölkerung steigt stetig an. Sie bringen ihre eigene Sprache und eine völlig
eigene Kultur mit.
Darüber hinaus konvertieren die meisten im Kosovo lebenden Albaner (die
zuvor der autokephalen orthodoxen Kirche von Albanien angehörten) zum islamischen
Glauben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Geschichte des Kosovo
2.1 Das „Heilige Land der Serben“
2.2 Umkehrung der Machtverhältnisse
2.3 In Tito's Jugoslawien
2.4 Nach Tito’s Tod
2.5 Das Parallele System
2.6 Das Ende des gewaltfreien Widerstands
2.7 Die NATO-Luftangriffe
3 Das Kosovo nach dem Krieg 1999
3.1 Der Fischer-Plan
3.2 Die UN-Resolution 1244 und ihre Folgen
3.3 Die internationalen Akteure und Institutionen im Kosovo
3.3.1 Die UNMIK
3.3.2 Die Kosovo Force (KFOR)
3.3.3 Die UNHCR
3.3.4 Die OSCE
3.3.5 Die Europäische Union
3.3.6 Der Europarat
3.3.7 Die NGO's
3.4 Versäumnisse der internationalen Gemeinschaft
3.5 Der Weg zur Unabhängigkeitserklärung
4 Perspektiven /Fazit
4.1 Internationale Positionen
4.2 Die kommenden Probleme mit der Unabhängigkeit
4.3 Zukunftsperspektiven
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die geschichtlichen Hintergründe, die zur Unabhängigkeitserklärung des Kosovo im Jahr 2008 geführt haben, analysiert die Rolle internationaler Akteure in der Zeit nach 1999 und erörtert die zukünftigen Herausforderungen der Region.
- Historische Entwicklung des Kosovo-Konflikts
- Rolle der UNMIK und der internationalen Friedenstruppen
- Struktur und Aufgaben internationaler Organisationen im Kosovo
- Bewertung der UN-Resolution 1244 und deren praktische Umsetzung
- Herausforderungen der neuen Unabhängigkeit und Zukunftsperspektiven
Auszug aus dem Buch
2.1 Das „Heilige Land der Serben“
In der Mitte des 14. Jahrhunderts bildete das Kosovo das Herz des mittelalterlichen Großserbischen Reichs. Dieses erstreckte sich von Belgrad bis in Gebiete des heutigen Griechenlands. Zu jener Zeit entstanden im Kosovo eine Reihe von Klöstern der serbisch-orthodoxen Kirche. Einige von ihnen bestehen heute noch immer. 1346 wird Pec (im West-Kosovo) zum Sitz des Patriarchen der serbisch-orthodoxen Kirche.
1389 kommt es zu der berühmten Schlacht auf dem Amselfeld (eine Region nahe Pristina). Hier kämpfen vorwiegend serbische Truppen, angeführt von Fürst Lazar, gegen die Osmanen unter Sultan Murat I. Die osmanischen Streitkräfte setzen sich in dieser Schlacht durch, obwohl beide Feldherren ihr Leben lassen.
Die serbisch-orthodoxe Kirche spricht Lazar trotz seiner Niederlage als Märtyrer heilig. Dies begründen sie damit, dass er heldenhaft für sein Volk und den christlichen Glauben gegen den Vormarsch des Islam gekämpft hätte. Der Mythos „Amselfeldschlacht“ bewirkt, dass viele Serben das Kosovo als ihr Heiliges Land betrachten.
1459 wird der Serbische Staat endgültig durch das Osmanische Reich unterworfen. Im Kosovo ist die serbische Bevölkerung zwar noch in der klaren Mehrheit, doch der Anteil der albanischen Bevölkerung steigt stetig an. Sie bringen ihre eigene Sprache und eine völlig eigene Kultur mit. Darüber hinaus konvertieren die meisten im Kosovo lebenden Albaner (die zuvor der autokephalen orthodoxen Kirche von Albanien angehörten) zum islamischen Glauben.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung umreißt den historischen Anlass der Unabhängigkeitserklärung vom 17. Februar 2008 und stellt die zentralen Forschungsfragen der Arbeit vor.
2 Die Geschichte des Kosovo: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die historischen Entwicklungen im Kosovo von der Zeit des Großserbischen Reichs bis hin zum Ende des gewaltfreien Widerstands und den NATO-Luftangriffen.
3 Das Kosovo nach dem Krieg 1999: Hier werden der Aufbau der internationalen Verwaltung (UNMIK), die Rolle verschiedener Akteure wie KFOR und EU sowie der schwierige Prozess hin zur Unabhängigkeitserklärung detailliert analysiert.
4 Perspektiven /Fazit: Das Fazit bewertet die internationale Positionierung zur Unabhängigkeit und diskutiert die sozioökonomischen sowie politischen Probleme, mit denen das Kosovo als neuer Staat konfrontiert ist.
Schlüsselwörter
Kosovo, Unabhängigkeit, UNMIK, KFOR, Serbien, Albaner, Konflikt, Geschichte, Internationale Gemeinschaft, Rechtsstaatlichkeit, Politik, Stabilisierung, Ethnische Spannungen, Wiederaufbau, Souveränität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Weg des Kosovo zur staatlichen Unabhängigkeit und den damit verbundenen historischen sowie politischen Hintergründen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Geschichte des Kosovo-Konflikts, die internationale Intervention nach 1999 und die politische Zukunft des neuen Staates.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die geschichtlichen Hintergründe der Unabhängigkeitserklärung herauszuarbeiten und die beteiligten Parteien sowie Zukunftsaussichten der Region zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse und der Auswertung politikwissenschaftlicher Literatur und Berichte zur Situation im Kosovo.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung bis 1999 und die anschließende Phase der internationalen Verwaltung unter der UNMIK und weiteren Organisationen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Unabhängigkeit, ethnische Konflikte, internationale Verwaltung, UNMIK, KFOR, Balkan und Souveränität.
Welche Rolle spielte die "Amselfeldschlacht" für das serbische Selbstverständnis?
Die Schlacht gilt als Gründungsmythos, durch den das Kosovo für viele Serben zu ihrem "Heiligen Land" wurde, da Fürst Lazar für den christlichen Glauben kämpfte.
Warum war das "Parallele System" der 1990er Jahre notwendig?
Es entstand als Reaktion auf die "Serbisierung" und den Ausschluss der albanischen Bevölkerung aus staatlichen Diensten und Bildungseinrichtungen durch die serbische Regierung.
Welches Dilemma wird bei der internationalen Intervention beschrieben?
Es wird das Dilemma einer "Demokratie von außen" diskutiert, bei der die lokale Bevölkerung oft zu wenig Mitspracherecht hat, was zu Vertrauensverlust führt.
- Arbeit zitieren
- Jan-Hendrik Schott (Autor:in), Ramona Will (Autor:in), 2008, Der Weg zur Unabhängigkeitserklärung des Kosovo, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/117244