Diese Hausarbeit befasst sich mit den Herausforderungen, welche ein Nachhaltigkeitsmanagementsystem für Unternehmen mit sich bringt. Durch die gesellschaftspolitischen Entwicklungen der letzten Jahre in Bezug auf das Thema Nachhaltigkeit wird für Unternehmen die Rücksichtnahme auf soziale und ökologische Belange ihrer Stakeholder zunehmend zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor. Dabei wird durch Tatsachen wie etwa den Klimawandel, die wachsenden sozialen Unterschiede zwischen der „ersten“ und der „dritten“ Welt, aber auch die zunehmende Kluft zwischen Arm und Reich in den Industrienationen der Ruf nach einem verantwortungsvollen Umgang mit (Human-) Ressourcen immer lauter. Dem müssen Unternehmen, wollen sie am zunehmend nachhaltig orientierten Markt bestehen, mit auf die neuen Kundenbedürfnisse ausgerichteten Managementsystemen begegnen. Doch kann eine Integration solcher Ziele dem obersten Unternehmenszweck, der Rentabilität, gerecht werden? Oder stellt eine Verbindung der konventionellen Management-aufgaben mit den neuen Herausforderungen eine zu große strukturelle und damit auch finanzielle Belastung dar? Diese Fragen sollen in der vorliegenden Arbeit anhand des 3-Säulen-Modells zum Nachhaltigkeitsmanagement sowie der umfassenden Beschreibung des Nachhaltigkeitsbegriffs erläutert werden. Darauf folgt eine exemplarische Erläuterung der Ansprüche eines entsprechenden Managementsystems an jeweils drei Instrumenten und Konzepten zur Integration ökologischer und sozialer Ziele. Die Auswahl wurde zum einen anhand der bisher im Studium behandelten Methoden getroffen, zum anderen an den verschiedenen Foki der Instrumente und Konzepte, um die Problematik der Integration umfassend zu beschreiben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Dimensionen des Nachhaltigkeitsmanagements
2.1 Definition des Begriffs Nachhaltigkeit
2.2 Die vier Dimensionen des Nachhaltigkeitsmanagements
2.3 Abgrenzung Instrument zu Konzept
3. Drei ausgewählte Instrumente
3.1 Leitbilder
3.2 Kennzahlen
3.3 Berichte
4. Drei ausgewählte Konzepte
4.1 Controlling
4.2 Sustainability Balanced Scorecard
4.3 Total Quality Environmental Management
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Herausforderungen bei der Integration eines Nachhaltigkeitsmanagementsystems in bestehende Unternehmensstrukturen. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob eine solche Integration lediglich eine finanzielle Belastung darstellt oder eine strategische Chance bietet, um im wettbewerbsintensiven Markt zu bestehen.
- Analyse des 3-Säulen-Modells der Nachhaltigkeit
- Untersuchung verschiedener Instrumente (Leitbilder, Kennzahlen, Berichte)
- Bewertung von Managementkonzepten (Controlling, SBSC, TQEM)
- Abwägung von Rentabilität und ökologisch-sozialer Verantwortung
Auszug aus dem Buch
3.2 Kennzahlen
Anders als Leitbilder stellen Kennzahlen eine komprimierte Fassung von Sachverhalten dar. Sie haben nicht die Funktion eines Orientierungsrahmens, sondern dienen der Planung, Kontrolle und Steuerung von unternehmerischer Tätigkeit. Vor allem im Controlling wird auf Kennzahlen zurückgegriffen, um einen umfassenden Überblick über das Unternehmen zu bekommen (s. u.). Sie können unterschieden werden in absolute (z. B. Öko- bzw. Sozial-Effektivität) sowie relative (z. B. Öko- bzw. Sozial-Effizienz) Zahlen. In diesem Zusammenhang werden Zielvorgaben (letztendlich aus Leitbildern) in einem top-down Prozess herunter gebrochen und somit viele kleine Teilziele festgelegt.
Im sozialen Bereich sind Kennzahlen wenig verbreitet; dies hängt vor allem mit der schwierigen Quantifizierbarkeit sozialer Sachverhalte zusammen. Mitarbeiterzufriedenheit, Erfüllung der Kundenbedürfnisse usw. sind zwar messbar, allerdings weitgehend nur in Form von Befragungen. Diese sind mit einem relativ hohen Aufwand und dementsprechend auch mit Kosten verbunden. Andererseits sind Umstände wie etwa Arbeitssicherheit (bzw. Anzahl der Arbeitsunfälle) oder Anfall von Bestechungen wiederum sehr gut quantitativ erfassbar und können mit monetären Größen ins Verhältnis gesetzt werden, so dass sich Maßnahmen zur Steigerung der Sozial-Effizienz anhand von Kennzahlen teilweise bewerten lassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den wachsenden Druck auf Unternehmen, ökologische und soziale Verantwortung in ihre Managementsysteme zu integrieren, und stellt die Kernfrage nach der Wirtschaftlichkeit dieses Unterfangens.
2. Dimensionen des Nachhaltigkeitsmanagements: Dieses Kapitel definiert den Nachhaltigkeitsbegriff, erläutert das 3-Säulen-Modell und definiert die notwendige begriffliche Abgrenzung zwischen Instrumenten und Konzepten.
3. Drei ausgewählte Instrumente: Hier werden Leitbilder, Kennzahlen und Berichte als spezifische Werkzeuge analysiert, die zur Kommunikation und Messbarkeit von Nachhaltigkeitsbemühungen dienen.
4. Drei ausgewählte Konzepte: Dieser Abschnitt untersucht Controlling, Sustainability Balanced Scorecard und Total Quality Environmental Management hinsichtlich ihrer Eignung zur systematischen Integration ökologischer und sozialer Ziele.
5. Fazit: Das Fazit resümiert, dass Nachhaltigkeitsmanagement zwar komplex ist, jedoch durch gezielten Instrumenteneinsatz als Wettbewerbsvorteil und Chance zur langfristigen Sicherung des Unternehmenserfolgs begriffen werden kann.
Schlüsselwörter
Nachhaltigkeitsmanagement, 3-Säulen-Modell, Öko-Effektivität, Sozial-Effizienz, Instrumente, Konzepte, Leitbilder, Kennzahlen, Berichterstattung, Controlling, Sustainability Balanced Scorecard, TQEM, Unternehmensstrategie, Integration, Stakeholder
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Integration von Nachhaltigkeitsmanagement in Unternehmen und prüft, ob dieser Prozess eher eine Belastung für die Rentabilität oder eine strategische Chance darstellt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Nachhaltigkeit, die praktische Anwendung spezifischer Instrumente sowie die Implementierung ganzheitlicher Managementkonzepte.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, wie sich konventionelle Managementaufgaben mit neuen, nachhaltigkeitsbezogenen Herausforderungen verbinden lassen, ohne die ökonomische Leistungsfähigkeit zu gefährden.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?
Die Autorin/der Autor wählt eine Auswahl an Instrumenten und Konzepten, die zum einen durch das Studium bekannt sind und zum anderen verschiedene Foki abdecken, um die Problematik der Integration umfassend zu beschreiben.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Nachhaltigkeitsdimensionen, die detaillierte Vorstellung der Instrumente (Leitbilder, Kennzahlen, Berichte) und die Analyse von Konzepten (Controlling, SBSC, TQEM).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Nachhaltigkeitsmanagement, Instrumente, Konzepte, Öko-Effektivität, Sozial-Effizienz und Unternehmensstrategie charakterisiert.
Warum sind Kennzahlen im sozialen Bereich oft schwieriger anzuwenden als im ökologischen?
Soziale Sachverhalte, wie beispielsweise Mitarbeiterzufriedenheit, sind schwieriger zu quantifizieren und erfordern oft aufwendige Befragungen, während ökologische Daten wie der CO2-Ausstoß leichter messbar sind.
Was unterscheidet ein Instrument von einem Konzept?
Ein Instrument dient der Erfüllung einer spezifischen Aufgabe, während ein Konzept eine Kombination aus mehreren, systematisch aufeinander abgestimmten Instrumenten darstellt, um komplexe Zielbündel zu erreichen.
Inwiefern kann die Sustainability Balanced Scorecard bei der Integration helfen?
Die SBSC erlaubt es, qualitative Elemente (besonders in der sozialen Dimension) in den Managementprozess einzubeziehen und kausale Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Dimensionen sichtbar zu machen.
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- B.A. Erik Silge (Author), 2008, Stellt die Integration des Nachhaltigkeitsmanagements eine Chance oder Belastung für Unternehmen dar?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/116882