Diese Arbeit hat eine Analyse und Überprüfung der Mood-Management-Theorie zum Ziel. Es soll geprüft werden, ob diese Theorie das Phänomen „Unterhaltung“ aus motivationaler Sicht erklären kann und somit gerechtfertigt ist, dass sie einen so zentralen und prominenten Stellenwert in der Kommunikationswissenschaft, beziehungsweise in der Unterhaltungsforschung, einnimmt. Hierzu wird zunächst der Begriff „Unterhaltung“ aus Zillmanns Sicht erläutert. Bevor die Theorie kritisch überprüft werden kann, muss geklärt werden, was Zillmann überhaupt erklären wollte, welche Fragestellung seiner Theorie zugrunde liegt. Erst wenn seine Vorstellung von unterhaltenden Medieninhalten deutlich geworden ist, kann in einem zweiten Schritt mit der Analyse der Theorie begonnen werden. Hierzu werden in Kapitel 3 sowohl die ursprüngliche Mood-Management-Theorie von 1986, als auch die Erweiterungen und Neuerungen, die Zillmann im Laufe der Jahre hinzugefügt hat, erläutert werden. Ist diese Grundlage geschaffen, kann mit der kritischen Überprüfung der Theorie begonnen werden. Zu diesem Zweck werden in Kapitel 4 einige Experimente analysiert, die die empirischen Belege und somit aus Zillmanns Sicht die Bestätigungen der These darstellen. Es muss geprüft werden, ob die Ergebnisse die Theorie wirklich bestätigen, oder ob sich eventuell Widersprüchlichkeiten ergeben. Ziel dieses ersten Analyseschrittes ist es, herauszufinden, ob Zillmann dahingehend erfolgreich war, dass es ihm gelungen ist, seine eigene Fragestellung zufrieden stellend zu beantworten. In Kapitel 5 sollen abschließend in einem zweiten Analyseschritt die Grenzen der Theorie aufgezeigt werden. An dieser Stelle soll geprüft werden, welche offenen Fragen vielleicht bleiben und welche Art der Unterhaltung die Theorie eventuell nicht vollständig erklären kann, wenn man beispielsweise den Unterhaltungsbegriff unterschiedlich auffasst.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Der Unterhaltungsbegriff nach Zillmann
- Gute versus schlechte Unterhaltung
- Eigenschaften von Unterhaltungsinhalten
- Mood-Management-Theorie
- Ursprüngliche Theorie
- Zusatz a: Überprüfung der hedonistischen Prämisse
- Zusatz b: Information versus Unterhaltung
- Analyseschritt 1: Überprüfung der Theorie
- Langeweile-Stress-Experiment
- Experiment zur Stimmungsregulierung durch Musik
- Analyseschritt 2: Grenzen der Theorie
- Abschließende Betrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Mood-Management-Theorie von Dolf Zillmann und untersucht, ob diese Theorie das Phänomen „Unterhaltung“ aus motivationaler Sicht erklären kann. Ziel ist es, die Theorie kritisch zu analysieren und ihren Stellenwert in der Kommunikationswissenschaft und Unterhaltungsforschung zu bewerten.
- Der Begriff „Unterhaltung“ nach Zillmann
- Die Mood-Management-Theorie und ihre Grundannahmen
- Empirische Überprüfung der Theorie
- Grenzen der Mood-Management-Theorie
- Die Bedeutung von Unterhaltung in der Medienlandschaft
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema „Unterhaltung“ ein und erläutert die Bedeutung des Begriffs in der Medienlandschaft. Anschließend wird die Theorie von Dolf Zillmann vorgestellt und ihre zentralen Annahmen erläutert. In Kapitel 2 wird Zillmanns Vorstellung von „Unterhaltung“ genauer betrachtet, wobei die Unterscheidung zwischen „guter“ und „schlechter“ Unterhaltung im Vordergrund steht. Kapitel 3 befasst sich mit der Mood-Management-Theorie selbst, wobei sowohl die ursprüngliche Theorie als auch ihre Erweiterungen und Neuerungen beleuchtet werden. In Kapitel 4 werden Experimente analysiert, die als empirische Belege für die Theorie gelten. Kapitel 5 schließlich zeigt die Grenzen der Theorie auf und untersucht, welche offenen Fragen bestehen.
Schlüsselwörter
Die Arbeit fokussiert auf die Themen „Unterhaltung“, „Mood-Management-Theorie“, „Stimmungsregulation“, „Mediennutzung“, „psychologische Unterhaltungstheorien“, „Motivation“, „Emotion“, „empirische Forschung“ und „Medienrezeption“.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Kern der Mood-Management-Theorie?
Die Theorie besagt, dass Menschen Medieninhalte gezielt auswählen, um ihre Stimmung zu regulieren – Unlust zu vermeiden und positive Gefühle zu verstärken (hedonistische Prämisse).
Wer entwickelte die Mood-Management-Theorie?
Die Theorie wurde maßgeblich von Dolf Zillmann begründet und im Laufe der Jahre durch verschiedene Studien und Zusätze erweitert.
Wie funktioniert Stimmungsregulation durch Musik oder Filme?
Menschen wählen beispielsweise bei Stress beruhigende Inhalte oder bei Langeweile anregende Inhalte, um einen optimalen Erregungszustand zu erreichen.
Gibt es empirische Belege für Zillmanns Theorie?
Ja, das „Langeweile-Stress-Experiment“ zeigt beispielsweise, dass Probanden je nach Erregungsniveau unterschiedliche Unterhaltungsangebote bevorzugen.
Wo liegen die Grenzen der Mood-Management-Theorie?
Die Theorie kann schwer erklären, warum Menschen manchmal traurige oder belastende Inhalte wählen (z.B. Dramen), die keine unmittelbare positive Stimmung erzeugen.
- Arbeit zitieren
- Anna Mölle (Autor:in), 2008, Stimmungsregulierung durch Unterhaltung?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/116856