Diese Arbeit befasst sich mit dem Ansatz und der Bewertung von latenten Steuern, Vorratsvermögen und dem Jahresabschluss nach IAS/IFRS.
Laufende Steuern sind Beträge, die durch steuerliche Gewinnermittlungen zu erbringen sind, und die am Ende einer Periode durch Rückstellungen oder über bereits geleistete Vorauszahlungen als Steueraufwand enthalten sind. Sie müssen im IFRS-Abschluss als Aufwendungen in der GuV erfasst werden. Generell bekleidet die Steuerbilanz die Funktion der Zahlungsbemessung, mit dem Fiskus als Adressat. IFRS-Abschlüsse erfüllen in erster Linie eine Informationsfunktion, insbesondere für Investoren. Daher weicht die steuerliche von der Gewinnermittlung nach IFRS ab.
Die Problematik der Abgrenzung von latenten Steuern ergibt sich, wenn die Steuerschuld (Basis ist hierfür der steuerliche Gewinn) und die fiktive Steuerschuld (Basis ist hierfür ein nicht durch steuerlichen Bilanzierungsvorschriften geprägter IFRS-Gewinn) unterschiedlich sind. Somit stehen die aus dem steuerlichen Ergebnis ermittelten Ertragssteuerverbindlichkeiten in keinem adäquaten Zusammenhang zum öffentlichen Ergebnis. Daher verfolgt die Bilanzierung latenter Steuern das Ziel, diese Unterschiede zu beseitigen und die Steuerwirkungen dem passenden zeitlichen Kontext zuzuordnen.
Die Vorräte, die in der Bilanz auf der Aktiva stehen, sind sowohl für produzierende als auch für Handelsunternehmen sehr relevant, da sie einen der größten Posten der kurzfristigen Vermögenswerte bekleiden und die Basis des Umsatzes sind. Aus diesem Grund ist ihre Höhe auch für die Bilanzanalyse interessant, da sie finanziert werden müssen und somit während ihres Verbleibs Kapitalkosten für das Unternehmen verursachen. Dabei ist die Herausforderung der Bilanzierung, alle Auszahlungen, die mit der Produktion und dem Kauf von Vorräten in Verbindung stehen, zu erfassen und sie den Vorratsgegenständen als Anschaffungs- oder Herstellungskosten zuzuschreiben. Die Position der Vorräte, die neben den entsprechenden Positionen in der GuV zur Einschätzung der wirtschaftlichen Lage eine exponierte Stellung hat, setzt sich laut dem HGB wie folgt zusammen, unfertige Erzeugnisse und Leistungen, fertige Erzeugnisse und Waren sowie geleistete Anzahlungen.
Inhaltsverzeichnis
1. Ansatz und Bewertung von latenten Steuern nach IAS/IFRS
1.1 Definition der latenten Steuern und deren Problematik
1.2 Ansatz latenter Steuern
1.3 Arten von Differenzen
1.4 Konzepte zur Ermittlung von latenten Steuern
2. Ansatz und Bewertung des Vorratsvermögens nach IAS/IFRS
2.1 Die Rolle des Vorratsvermögens und dessen Definition
2.2 Vorratsvermögen nach IAS/IFRS
2.2.1 Definition und Ansatz von Vorratsvermögen nach IAS/IFRS
2.2.2 Bewertung des Vorratsvermögens nach IAS/IFRS
3. Jahresabschluss nach IFRS
3.1 Zweck, Bestandteile und Anforderungen des IFRS-Jahresabschlusses
3.2 Jahresabschlusspositionen nach IFRS
3.2.1 Vermögenswerte
3.2.2 Schulden
3.2.3 Eigenkapital
3.2.4 Erträge und Aufwendungen
3.3 Bewertungsmethoden von IFRS-Jahresabschlusspositionen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bilanzierung und Bewertung von latenten Steuern sowie des Vorratsvermögens im Kontext der internationalen Rechnungslegung nach IFRS. Das primäre Ziel besteht darin, die konzeptionellen Unterschiede zur steuerlichen Gewinnermittlung aufzuzeigen und die Herausforderungen bei der korrekten Erfassung dieser Bilanzpositionen darzulegen.
- Grundlagen und Problematik latenter Steuern nach IAS 12
- Methodik zur Ermittlung temporärer Differenzen
- Ansatz und Bewertung von Vorratsvermögen gemäß IAS 2
- Struktur und Anforderungen des IFRS-Jahresabschlusses
- Bewertungsmethoden für IFRS-Jahresabschlusspositionen
Auszug aus dem Buch
1.2 Ansatz latenter Steuern
Temporäre Unterschiede zw. Steuer- und IFRS-Bilanz können vielseitige Gründe haben und sich aus Wertunterschieden sowohl der Vermögenswerte als auch der Schulden ergeben.9
Diese Differenzen lassen sich danach unterscheiden, ob sie zukünftig zu einer Steuerbelastung (IAS 12.15-23) oder Steuerentlastung (sog. abzugsfähige temporäre Differenz nach IAS 12.24-33) führen. In beiden Fällen besteht allerdings eine generelle Ansatzpflicht der latenten Steuern in der IFRS-Bilanz.10
Allerdings ist die Voraussetzung für eine Aktivierung, dass der latente Steueranspruch zukünftig wahrscheinlich zu einer Zahlung führt, was wiederum zukünftige positive steuerliche Ergebnisse erforderlich macht.11
Hiernach sind nicht angesetzte aktive latente Steuern in den Folgejahren auf ihre Aktivierbarkeit zu prüfen (IAS 12.37). Es gibt aber auch gem. IAS 12.15 und 12.21 ff. Ausnahmen.12
Zusammenfassung der Kapitel
1. Ansatz und Bewertung von latenten Steuern nach IAS/IFRS: Dieses Kapitel erläutert die Notwendigkeit der Steuerabgrenzung, um Unterschiede zwischen steuerlichem Ergebnis und IFRS-Gewinn auszugleichen und Steuerwirkungen zeitlich korrekt zuzuordnen.
2. Ansatz und Bewertung des Vorratsvermögens nach IAS/IFRS: Hier wird die bilanzielle Behandlung von Vorräten detailliert beschrieben, wobei der Fokus auf den Anschaffungs- und Herstellungskosten sowie verschiedenen Bewertungsmethoden bei der Folgebewertung liegt.
3. Jahresabschluss nach IFRS: Dieses Kapitel behandelt den Zweck und die Bestandteile des IFRS-Abschlusses sowie die spezifischen Anforderungen an die Bilanzierung von Vermögenswerten, Schulden, Eigenkapital sowie Erträgen und Aufwendungen.
Schlüsselwörter
IFRS, IAS, Bilanzierung, Latente Steuern, Vorratsvermögen, Jahresabschluss, Steuerabgrenzung, Bewertungsmethoden, Anschaffungskosten, Herstellungskosten, IAS 12, IAS 2, Temporäre Differenzen, Rechnungslegung, Vermögenswerte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit zentralen Themen der internationalen Rechnungslegung nach IFRS, insbesondere mit der Behandlung von latenten Steuern und dem Vorratsvermögen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Hauptthemenfelder sind die Bilanzierung latenter Steuern (IAS 12), die Bewertung von Vorräten (IAS 2) und die allgemeinen Anforderungen an den Jahresabschluss nach IFRS.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Unterschiede zwischen Steuerbilanz und IFRS-Bilanz verständlich zu machen und die Methoden zur korrekten Ermittlung und Bewertung dieser Positionen zu erläutern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deduktive Herangehensweise, die auf der Analyse der einschlägigen IFRS-Standards (IAS 12, IAS 2, IAS 1) und der entsprechenden Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in drei Kapitel: die systematische Erfassung latenter Steuern, die Bewertung von Vorratsvermögen unter Berücksichtigung von Anschaffungs- und Herstellungskosten sowie die allgemeine Struktur und Anforderungen des IFRS-Jahresabschlusses.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie IFRS, Latente Steuern, Vorratsvermögen, IAS 12, IAS 2 und Rechnungslegung charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die Bilanzierung latenter Steuern nach IFRS vom HGB?
Die Arbeit verdeutlicht, dass IFRS-Abschlüsse primär eine Informationsfunktion für Investoren erfüllen, weshalb die steuerliche Gewinnermittlung von der IFRS-Gewinnermittlung abweicht, was die Bildung latenter Steuern notwendig macht.
Warum ist bei der Vorratsbewertung eine "doppelte Maßgeblichkeit" relevant?
Bei Handelswaren müssen sowohl beschaffungs- als auch absatzmarktorientierte Werte berücksichtigt werden, wobei zur Vermeidung einer Überbewertung das Niederstwertprinzip anzuwenden ist.
- Quote paper
- Moritz Kleforn (Author), 2020, Rechnungslegung nach IAS/IFRS. Latente Steuern, Vorräte und Jahresabschlusspositionen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1163955