In der vorliegenden Arbeit wird es um die Frage gehen, wie und nach welchen Kriterien man ein humanistisches KI-basiertes Assistenzsystem in der Arbeitswelt integriert – unter Anleitung von fünf denkbaren Gestaltungskriterien: Schutz der interagierenden Person; Zentrierung des KI-basierten Assistenzsystems; Usability & Humanismus; Transparenz & Nachvollziehbarkeit sowie Anpassung & Innovation.
Es wird nicht darum gehen, wie eine autonome, für sich arbeitende KI sein sollte, sondern wie man eine sinnvolle Kollaboration der beiden Instanzen – Mensch und Maschine – instituiert. Die Zusammenarbeit zwischen Menschen und Maschine wird höchstwahrscheinlich in der Zukunft eine zentrale Rolle in Unternehmen wie auch in der Wirtschaft spielen.
KI-basierte Assistenzsysteme können rationalisiert komplexe Prozesse bzw. Entscheidungen anführen und übernehmen, von anstrengenden und gefährlichen Tätigkeiten entlasten oder auch – wie wir im sich hier abbildenden Beispiel CIMON feststellen werden: ein Arbeitskollege, welcher emotionale Unterstützung gewährt, sein. Allumfassend verbirgt sich hinter den vielen Möglichkeiten, die uns die Künstliche Intelligenz bietet, ebenso viel Verantwortung, welche wir als Menschen für die KI – und dessen Interakteure – übernehmen müssen.
Im Nachfolgenden wird zunächst ein Kriterienkatalog für eine vertrauenswürdige KI vorgestellt, welcher von einer hochrangigen Expertengruppe für KI eruiert wurde. Im weiteren Verlauf wird eine Zusammenführung dieses Ansatzes mit humanistischen bzw. sozio-kognitiven Überlegungen stattfinden, um daraus einen KI- Kodex für eine effiziente, humanistische und menschenwürdige Zusammenarbeit mit KI-basierten Systemen zu elaborieren.
Inhaltsverzeichnis
Einführung und Abgrenzung: Humanistische Kollaboration mit KI-basierten Assistenzsystemen
Ethik Leitlinien für eine vertrauenswürdige KI: Unabhängige hochrangige Expertengruppe für künstliche Intelligenz
Denkbarer Kodex für eine humanistische Kollaboration mit multimodalen KI-basierten Assistenzsystemen
Fallbeispiel: Multimodaler KI-basierter Astronautenassistent - CIMON
Anwendung am Fallbeispiel
Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht, unter welchen ethischen Kriterien eine sinnvolle und humanistische Kollaboration zwischen Mensch und KI-basierten Assistenzsystemen in der Arbeitswelt gestaltet werden kann, um eine effiziente Zusammenarbeit zu ermöglichen, ohne den Menschen durch die Technologie zu verdrängen.
- Grundlagen der Mensch-Maschine-Kollaboration
- Ethische Leitlinien für vertrauenswürdige Künstliche Intelligenz
- Entwicklung eines Kriterienkatalogs für humanistische KI-Systeme
- Analyse des KI-Assistenzsystems CIMON als praktisches Fallbeispiel
- Optimierungspotenziale an der Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine
Auszug aus dem Buch
Denkbarer Kodex für eine humanistische Kollaboration mit multimodalen KI-basierten Assistenzsystemen
Die Zusammenarbeit mit intelligenten KI-basierten Systemen wird unsere Möglichkeiten maßgeblich potenzieren und gegebene Defizite weitestgehend ausgleichen. Um eine menschenwürdige und vor allem effektive Kollaboration zwischen Mensch und Maschine zu ermöglichen, erfordert es ein hohes Maß an Sensibilität gegenüber den menschlichen Bedürfnissen nach Benutzerfreundlichkeit, als auch einer Reorganisierung des Arbeitsplatzes.
KI-basierte Assistenzsysteme sollen den Menschen weitestgehend von anstrengenden und gefährlichen Tätigkeiten entlasten und bewahren, sowie bei komplexen Entscheidungen durch rationalisierte Berechnungen helfen. Wichtig an dieser Stelle ist eine sinnvolle Aufgabenteilung, da sich Menschen und KI-Systeme in ihren Kernkompetenzen unterscheiden.
Maschinen können durch adäquat programmierte Programme und Algorithmen rationale Ergebnisse liefern und basierend auf Datensätzen eine rechnerische Entscheidung treffen. Darüber hinaus können derart umfangreiche Datensammlungen – wie etwa Arbeits- und Bedienungsanleitungen – im System gespeichert und vom Benutzer abgerufen werden. Menschen hingegen sind den Maschinen insbesondere was die Interpretation und Kontextualisierung von Ergebnissen angeht maßgeblich überlegen. Auch die Entwicklung und Planung von neuen Zielen – angesichts Kreativität und Ideenreichtum – sind klare Kernkompetenzen des Menschen. Grundlegend ist also zu differenzieren, welche Ressourcen der Mensch für die Bewältigung seiner Aufgabe mobilisieren kann und an welchen Stellen eine Optimierung durch den Einsatz eines KI-basierten Assistenzsystems sinnvoll wäre.
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung und Abgrenzung: Humanistische Kollaboration mit KI-basierten Assistenzsystemen: Es wird die Forschungsfrage definiert, wie eine menschenwürdige Kooperation mit KI-Systemen in der Arbeitswelt durch spezifische Gestaltungs- und Schutzkriterien erreicht werden kann.
Ethik Leitlinien für eine vertrauenswürdige KI: Unabhängige hochrangige Expertengruppe für künstliche Intelligenz: Das Kapitel erläutert die ethischen Grundsätze wie Autonomie, Schadensverhütung und Transparenz, die für eine vertrauenswürdige KI essenziell sind.
Denkbarer Kodex für eine humanistische Kollaboration mit multimodalen KI-basierten Assistenzsystemen: Hier werden fünf konkrete Kriterien für eine humanistische Interaktion, wie etwa Usability und Transparenz, hergeleitet und begründet.
Fallbeispiel: Multimodaler KI-basierter Astronautenassistent - CIMON: Das Kapitel stellt das intelligente System CIMON vor, das Astronauten bei der täglichen Arbeit im All als emotionaler und fachlicher Begleiter unterstützt.
Anwendung am Fallbeispiel: Das zuvor entwickelte Kriterienmodell wird auf CIMON angewendet, um zu prüfen, inwieweit das System die Anforderungen an eine humanistische Assistenz erfüllt.
Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass KI eine notwendige Erweiterung menschlicher Fähigkeiten darstellt, sofern die Gestaltung der Schnittstelle stets den Menschen in den Mittelpunkt stellt.
Schlüsselwörter
Künstliche Intelligenz, KI-basierte Assistenzsysteme, Humanistische Kollaboration, Mensch-Maschine-Interaktion, Ethik, CIMON, Usability, Vertrauenswürdigkeit, Transparenz, Astronautenassistent, Datensicherheit, Soziale Interaktion, Arbeitswelt, Technologiegestaltung, Algorithmen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der ethischen Gestaltung der Zusammenarbeit zwischen Menschen und Künstlicher Intelligenz in der modernen Arbeitswelt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Mensch-Maschine-Interaktion, der Anwendung ethischer KI-Leitlinien und der Analyse von Assistenzsystemen in hochspezialisierten Umgebungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erstellung eines Kriterienkatalogs, der sicherstellt, dass KI-Systeme den Menschen unterstützen, anstatt ihn zu ersetzen oder zu gefährden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine theoretische Analyse ethischer Grundlagen, die in einem Kriterienmodell mündet, welches anschließend durch eine Fallstudie (CIMON) verifiziert wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erarbeitet fünf Gestaltungskriterien und untersucht anhand des Astronauten-Roboters CIMON, wie diese in der Praxis umgesetzt werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Humanistische Kollaboration, KI-basierte Assistenzsysteme, Vertrauenswürdigkeit, Mensch-Maschine-Interaktion und Usability.
Warum ist CIMON ein relevantes Beispiel für diese Untersuchung?
CIMON operiert in einer extremen Umgebung (Weltraum), in der eine effiziente und gleichzeitig sensible Interaktion zwischen Mensch und Maschine über Erfolg oder Misserfolg entscheiden kann.
Welche Rolle spielt die "menschliche Komponente" laut der Autorin?
Die Autorin betont, dass trotz der KI-Leistung menschliche Fähigkeiten wie Interpretation, Kontextualisierung und Kreativität zentrale Ressourcen bleiben, die durch die KI lediglich optimal ergänzt werden sollen.
- Quote paper
- Alena Wetter (Author), 2021, Kodex für eine humanistische Kollaboration mit multimodalen KI-basierten Assistenzsystemen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1156948