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Die Objektivität in der Geschichte und der erzählende Satz

Zu Dantos Geschichtsbegriff in "Analytische Philsophie der Geschichte"

Titel: Die Objektivität in der Geschichte und der erzählende Satz

Seminararbeit , 2007 , 18 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Malte Dreyer (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen historischen Erkennens gibt uns über unser gegenwärtiges Selbstverständnis Auskunft. In der Diskussion, welche Bilder unserer eigenen zeitlichen Herkunft wir zulassen oder ablehnen, artikulieren sich immer auch bestimmte Selbstentwürfe. Andererseits ist die Geschichtsschreibung, sofern sie als Wissenschaft den akzeptierten Kriterien der Geltung entsprechen möchte, in einem bestimmten Sinne immer an einer überprüfbaren historischen Datenlage zu orientieren. Zwischen diesen beiden Polen, der Möglichkeit zur inhaltlichen Gestaltung der Geschichte nach frei wählbaren Zwecken auf der einen Seite und der Notwendigkeit einer an historischen Fakten orientierten Geschichte auf der anderen Seite, verorten sich die vielfältigen geschichtsphilosophischen Positionen.
Die Stärke der Ausarbeitung Dantos liegt meines Erachtens darin, dass er, anstatt sich innerhalb dieses Schemas zu positionieren, vorerst die Möglichkeitsbedingungen seiner entlegensten Koordinaten untersucht. Zunächst geht es ihm nicht darum, einen historischen Substantialismus gegen den temporalen Skeptizismus zu verteidigen, sondern die jeweiligen Geschichtsauffassungen auf ihre innere Konsistenz hin zu überprüfen. Seine Untersuchung führt dabei in das Herz jeder geschichtsphilosophischen Fragestellung. Ist es möglich „wahre Aussagen über Dinge in ihrer Vergangenheit zu machen? Die Frage ist, ob wir dazu berechtigt sind, dies anzunehmen.“ Diese grundsätzliche Überlegung betrifft die Bedingung der Möglichkeit von Geschichtswissenschaften überhaupt. Dantos Untersuchung ist daher auch als Verteidigung geschichtswissenschaftlicher Forschung vor den verschiedenen Formen des temporalen Skeptizismus zu verstehen. Mehr noch als auf die Widerlegung des temporalen Skeptizismus kommt es Danto aber darauf an, durch die differenzierte Analyse seiner Argumentation Hinweise auf einen sinnvollen Geschichtsbegriff zu erhalten. Dabei stößt er auf die erzählenden Sätze, die in der vorliegenden Arbeit insofern von besonderem Interesse sind, als sie Dantos einzige explizite Antwort auf die Frage nach den Konstruktionsbedingungen der Geschichte darstellen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hauptteil

2.1 Temporaler Skeptizismus vs. Geschichte als Wissenschaft

2.2 Erzählende Sätze

2.2.1 Die ideale Chronik

2.2.1.1 Die Bedeutung des gegenwärtigen Ereignisses in der I. C.

2.2.1.2 Die Bedeutung der Handlungsprädikatoren in der I. C.

2.2.1.3 Schlussfolgerungen aus der I. C. Ihre Bedeutung für die Geschichtswissenschaft

2.3 Objekte der Geschichte oder Referenten historischer Sätze

3 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die philosophischen Grundlagen der Geschichtsschreibung anhand von Arthur C. Dantos „Analytische Philosophie der Geschichte“. Das primäre Ziel ist es, die spezifische Form der „erzählenden Sätze“ zu analysieren und zu prüfen, ob Geschichte als Wissenschaft oder Konstruktion zu verstehen ist, um so Dantos Geschichtsbegriff vor dem Hintergrund des temporalen Skeptizismus und des Anspruchs auf Objektivität zu erschließen.

  • Analyse des temporalen Skeptizismus und dessen Widerlegung durch eine differenzierte Sprachphilosophie.
  • Untersuchung der „idealen Chronik“ als Gedankenexperiment zur vollständigen historischen Beschreibung.
  • Charakterisierung des „erzählenden Satzes“ als notwendiges Instrument historischer Erkenntnis.
  • Diskussion des Verhältnisses von historischen Ereignissen, Signifikanz und der Zwecksetzung des Historikers.
  • Hinterfragung des positivistischen Objektivitätsbegriffs in der Geschichtswissenschaft.

Auszug aus dem Buch

2.2 Erzählende Sätze

Die zentrale Frage ist zunächst nicht, wo Geschichte vorfindbar ist, welchen ontischen Status sie hat oder nach welchen Gesetzmäßigkeiten sie verläuft, sondern vielmehr, welche Form die Sätze haben, in denen Geschichtserzählungen angefertigt werden. „Ihr allgemeinstes Merkmal besteht darin, dass sie sich auf mindestens zwei zeitlich voneinander getrennte Ereignisse beziehen, obwohl sie nur das frühere der beiden beschreiben (oder Aussagen darüber machen), auf die sie sich beziehen.“ Diese Form des Satzes nennt Danto den erzählenden Satz. Da erzählende Sätze unmittelbar mit unserem Geschichtsbegriff verknüpft sind, führt ihre Analyse zur Formulierung bezeichnender Merkmale des Geschichtsbegriffes. Laut Danto gibt die Analyse dieser Satzklasse darüber hinaus Auskunft über den wissenschaftlichen Status der Geschichte bzw. der Geschichtsschreibung. Danto kommt durch seine Analyse der erzählenden Sätze zu dem Fazit, dass Geschichte weder Kunst noch Wissenschaft sei. Die Bezeichnung der spezifisch historischen Satzform als erzählender Satz scheint eine gewisse Nähe zu einer narrativistischen Geschichtskonzeption anzudeuten, wie sie z.B. Roland Barthes nachgesagt werden kann. Aber Danto strebt mitnichten die Identifizierung des „ästhetischen“ Erzählens mit dem Erzählen in den Geschichtswissenschaften an. Vielmehr ermöglicht er, indem er die geschichtswissenschaftlichen Formen des Erzählens präzise untersucht, die Differenz zu ästhetischen Formen des Erzählens zu konturieren. Damit bezieht er eine Position, die zwischen Narrativismus und Geschichtspositivismus situiert ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Spannung zwischen inhaltlicher Gestaltung von Geschichte und der notwendigen Orientierung an historischen Fakten und führt in Dantos Ansatz ein.

2 Hauptteil: Der Hauptteil analysiert Dantos Verteidigung der Geschichtswissenschaft gegen Skeptizismus, untersucht den erzählenden Satz sowie das Konstrukt der idealen Chronik und diskutiert den ontologischen Status historischer Objekte.

2.1 Temporaler Skeptizismus vs. Geschichte als Wissenschaft: Dieses Kapitel zeigt auf, dass Danto skeptische Argumente durch den Nachweis ihrer Begründungsdefizite und die Analyse sprachlicher Asymmetrien zwischen Vergangenheit und Zukunft entkräftet.

2.2 Erzählende Sätze: Es wird die zentrale Bedeutung der erzählenden Sätze definiert, die sich auf zwei zeitlich getrennte Ereignisse beziehen und als konstitutiv für den historischen Erkenntnisprozess angesehen werden.

2.2.1 Die ideale Chronik: Das Kapitel führt die „ideale Chronik“ als ein Gedankenexperiment ein, um die Unmöglichkeit einer vollständig objektiven, beschreibungsinvarianten Geschichtsschreibung zu verdeutlichen.

2.2.1.1 Die Bedeutung des gegenwärtigen Ereignisses in der I. C.: Hier wird erläutert, warum die ideale Chronik bei der Erfassung von Ereignissen scheitert, da zur Bestimmung der Bedeutung eines Ereignisses Wissen über dessen zukünftige Konsequenzen erforderlich ist.

2.2.1.2 Die Bedeutung der Handlungsprädikatoren in der I. C.: Dieses Unterkapitel untersucht die Problematik von Handlungsbegriffen (Projektverben und Aktionsprädikate), deren Bedeutung über den Moment der Ausführung hinausgeht und auf zukünftige Ergebnisse verweist.

2.2.1.3 Schlussfolgerungen aus der I. C. Ihre Bedeutung für die Geschichtswissenschaft: Hier wird festgehalten, dass die ideale Chronik keine Erleichterung für Historiker bietet und dass Objektivität nicht in einer Faktenreproduktion, sondern in Konstruktionsprinzipien gesucht werden muss.

2.3 Objekte der Geschichte oder Referenten historischer Sätze: Das Kapitel erörtert, dass das historische Objekt nicht in der Vergangenheit „liegt“, sondern durch das Verhältnis von Ereignissen und die gewählten Konstruktionsprinzipien erst konstituiert wird.

3 Ausblick: Der Ausblick mahnt, dass die Neuorganisation der Vergangenheit eine gesellschaftlich relevante Orientierungsleistung darstellt und nicht zur leugnenden Willkür verkommen darf.

Schlüsselwörter

Arthur C. Danto, Geschichtsphilosophie, erzählender Satz, temporaler Skeptizismus, ideale Chronik, Geschichtswissenschaft, Konstruktionsprinzip, Historiker, Signifikanz, Objektivität, ontologischer Status, Handlung, Projektverben, Aktionsprädikate, Narrativismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen des historischen Erkennens im Kontext von Arthur C. Dantos analytischer Geschichtsphilosophie.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Objektivität und Konstruktion in der Geschichte, der temporale Skeptizismus und die sprachliche Form der Geschichtsschreibung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, durch die Analyse der „erzählenden Sätze“ zu klären, wie historische Erkenntnis möglich ist, ohne in den Extremen des reinen Positivismus oder des subjektiven Relativismus zu verharren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt die analytische Philosophie, insbesondere Dantos methodische Vorgehensweise, um Begriffe und Argumentationen der Geschichtstheorie auf ihre innere Konsistenz zu prüfen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Widerlegung des temporalen Skeptizismus, der Konstruktion der „idealen Chronik“, der Analyse erzählender Sätze und der Frage nach dem ontologischen Status historischer Objekte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Danto, ideale Chronik, erzählender Satz, Signifikanz, Geschichtswissenschaft und Konstruktionsprinzip.

Was versteht man bei Danto unter der „idealen Chronik“?

Die ideale Chronik ist ein gedankliches Konstrukt einer vollständigen, instantanen Aufzeichnung aller Ereignisse, die dazu dient, die Grenzen des historischen Wissens und die Notwendigkeit von Interpretationen aufzuzeigen.

Warum sind „erzählende Sätze“ für die Geschichtswissenschaft so wichtig?

Sie ermöglichen es Historikern, Ereignisse in einen zeitlichen Zusammenhang zu bringen, indem sie auf zwei zeitlich getrennte Ereignisse Bezug nehmen, was die Voraussetzung für eine sinnvolle historische Erzählung ist.

Welches Fazit zieht die Arbeit bezüglich der Objektivität?

Das Fazit lautet, dass Objektivität nicht in einer „neutralen“ Faktenwiedergabe liegt, sondern in der transparenten Anwendung von Konstruktionsprinzipien und der gesellschaftlichen Verantwortung des Historikers.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Objektivität in der Geschichte und der erzählende Satz
Untertitel
Zu Dantos Geschichtsbegriff in "Analytische Philsophie der Geschichte"
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Institut für Philosophie)
Veranstaltung
Grundprobleme von Geschichtstheorien
Note
1,3
Autor
Malte Dreyer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
18
Katalognummer
V115439
ISBN (eBook)
9783640174713
ISBN (Buch)
9783640175000
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Objektivität Geschichte Satz Grundprobleme Geschichtstheorien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Malte Dreyer (Autor:in), 2007, Die Objektivität in der Geschichte und der erzählende Satz, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/115439
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