In dieser Hausarbeit erörtere ich das Stück "Christ lag in Todes Banden" von Johann Sebastian Bach anhand der Fragestellungen: "Stellt Christ lag in Todes Banden einen Sonderfall unter J.S. Bachs Frühwerken dar?" und "Wie wurde er beim Schreiben dieses Stückes beeinflusst?".
Zunächst ordne ich das Werk in den historischen Kontext der Zeit, um es mit der Biographie Bachs zu verbinden. Das heißt konkret, welche zeitlich bedingten Einflüsse haben auf ihn gewirkt, beeinflusst und wie hat ihn seine biografische Situation in seinem musikalischen Schaffen geprägt. Desweiteren setze ich mich kritisch mit dem Begriff der Kantate auseinander, erkläre warum dieser einige Probleme mit sich bringt und wie dieser auf Bachs Frühwerke anwendbar ist. Der dritte Punkt meiner Hausarbeit beschäftigt sich mit der Analyse des Werkes. Hierbei geht es darum, ein Fundament an Wissen zu erarbeiten, um das Stück "Christ lag in Todes Banden" im weiteren Verlauf mit anderen Frühwerken Bachs zu vergleichen. Hierzu gehe ich hauptsächlich auf die einzelnen Bestandteile des Stückes ein. Vorab jedoch werde ich mich mit zwei seiner wichtigsten Einflüsse beschäftigen, Johann Pachelbel und Dietrich Buxtehude.
Um ein besseres Verständnis des Stückes und generell seiner frühen Werke zu erhalten, ist es absolut notwendig, sich den Einfluss dieser beiden Musiker auf Bach vor Augen zu führen. Wie bereits angedeutet, wird es einen Vergleich der Frühwerke Bachs geben.
Dafür werde ich seine frühen Kantaten unter Berücksichtigung verschiedener Gesichtspunkte miteinander vergleichen. Ich stelle die instrumentalen Einleitungssätze, die Chöre, Arien/Ariosi und die Choralbearbeitungen gegenüber und kläre abschließend in einem zusammenfassenden Fazit, ob das Werk "Christ lag in Todes Banden" tatsächlich einen Sonderfall unter Bachs Frühwerken darstellt. Hier wird es dann um Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Werkes "Christ lag in Todes Banden" mit den anderen Frühwerken gehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Entstehungskontext
2.1 Mühlhausen und Arnstadt
2.2 Musikhistorischer Kontext des Stückes
2.2 Der Begriff der Kantate
3. Analyse: Christ lag in Todes Banden
4. Einflüsse
4.1 Dietrich Buxtehude
4.1 Johann Pachelbel
5. Vergleich mit anderen Frühwerken Bachs
5.1 Die Frühwerke Bachs - Authentizität
5.2 Die Frühwerke Bachs – Form und Kompositionstechnik
5.3 Die Frühwerke Bachs – Form und Kompositionstechnik
5.4 Die Frühwerke Bachs – Form und Kompositionstechnik
5.5 Die Frühwerke Bachs – Form und Kompositionstechnik
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht das Werk "Christ lag in Todes Banden" (BWV 4) von Johann Sebastian Bach, um zu klären, ob es sich dabei um einen Sonderfall innerhalb seines Frühwerks handelt und wie es durch biographische sowie musikhistorische Einflüsse geprägt wurde.
- Analyse des historischen Entstehungskontexts und der Bach-Biographie
- Kritische Auseinandersetzung mit der Gattungsbezeichnung "Kantate"
- Vergleichende Untersuchung der musikalischen Struktur und Einflüsse (Buxtehude, Pachelbel)
- Strukturelle Gegenüberstellung mit anderen Frühwerken Bachs
Auszug aus dem Buch
3. Analyse: Christ lag in Todes Banden
"Christ lag in Todes Banden" besteht aus sieben Strophen, von denen jede einzelne auf eine andere Weise musikalisch bearbeitet wird. Die Instrumentalbesetzung setzt sich zusammen aus zwei Violinen, zwei Violen, Basso continuo und die Gesangsstimmen aus Sopran, Alt, Tenor und Bass. Eine Besetzung, so wie man sie aus der Organistenmusik Norddeutschland sehr gut kennt. Zu Beginn steht, wie in fast allen Frühwerken Bachs, eine einleitende Instrumental - Sinfonia, welche 14 Takte umfasst.
Bereits in den ersten Anfangstakten des instrumentalen Einleitungssatzes wird die Melodie der ersten Liedzeile erkennbar. Sinn und Zweck dieser Einleitung ist allerdings nicht nur die allgemeine Einstimmung auf das, was darauf folgt. Die Einleitung wirkt mit ihren zwei Zeilen – Zitaten wie eine Art vorgeschalteter Stollen, da der Choral in Barform geschrieben ist. Die einleitende Sinfonia besitzt Choralbestandteile, welche nicht zufällig ausgewählt wurden: Es wird also in diesem Werk nicht nur um den Choral selbst gehen, sondern vor allem darum, wie er sich in dieser musikalisch frei gestalteten Umgebung, künstlerisch fortentwickeln lässt. Da die Instrumentalbesetzung im Wechsel von Sinfonia zum ersten Versus nicht wechselt (2 Violinen, 2 Violen, Basso continuo) können die Gesangsstimmen ohne Weiteres einsteigen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Fragestellung und der methodischen Vorgehensweise zur Untersuchung des Werks "Christ lag in Todes Banden".
2. Entstehungskontext: Einordnung des Werks in die Mühlhausener Zeit Bachs und Betrachtung des musikhistorischen Umfelds der Gattung.
3. Analyse: Christ lag in Todes Banden: Detaillierte musiktheoretische Untersuchung der Strophenstruktur und der Instrumentation.
4. Einflüsse: Darstellung der prägenden Wirkung von Dietrich Buxtehude und Johann Pachelbel auf das musikalische Schaffen Bachs.
5. Vergleich mit anderen Frühwerken Bachs: Systematischer Vergleich der Kompositionstechniken und Formkonzepte innerhalb der frühen Kantaten.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung, ob BWV 4 eine Ausnahmeerscheinung unter den Frühwerken darstellt.
Schlüsselwörter
Johann Sebastian Bach, Christ lag in Todes Banden, BWV 4, Kantate, Choralkantate, Frühwerk, Dietrich Buxtehude, Johann Pachelbel, Choralvariation, Musikgeschichte, Barock, Kompositionstechnik, Musikanalyse, Musikwissenschaft, Vokalmusik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit Johann Sebastian Bachs Kantate "Christ lag in Todes Banden" (BWV 4) und ihrer Einordnung in das Gesamtschaffen seiner Frühwerke.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind der biographische und historische Kontext, die musiktheoretische Analyse des Werks sowie die Einflüsse norddeutscher und mitteldeutscher Musiktraditionen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, ob BWV 4 aufgrund seiner Struktur und Komposition als Sonderfall unter Bachs Frühwerken angesehen werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine deskriptive und vergleichende Analyse vorgenommen, bei der das Werk zunächst in seinem historischen Kontext betrachtet und anschließend formal mit anderen Frühwerken Bachs gegenübergestellt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Entstehung, eine eingehende Untersuchung des Werks "Christ lag in Todes Banden", die Diskussion musikalischer Einflüsse durch Buxtehude und Pachelbel sowie einen formalen Vergleich der Frühwerke.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Bach, Kantate, BWV 4, Frühwerk, Choralvariation, Buxtehude, Pachelbel, Kompositionstechnik und Musikgeschichte.
Welche Rolle spielt die "Achsensymmetrie" in der Analyse des Werks?
Die Achsensymmetrie beschreibt die Anordnung der Sätze (Chor|Duett|Solo|Chor|Solo|Duett|Chor), bei der die vierte Strophe als Spiegelachse des gesamten Werks fungiert.
Warum wird im Fazit auf das Prinzip "per omnes versus" verwiesen?
Dieses Prinzip ist ein entscheidendes Unterscheidungsmerkmal, da Bach in BWV 4 jede einzelne Strophe des Chorals unterschiedlich bearbeitet, was in dieser Konsequenz in keinem anderen Frühwerk zu finden ist.
Inwiefern hat die Reise nach Lübeck Bach beeinflusst?
Der Besuch bei Dietrich Buxtehude beeinflusste Bach maßgeblich in der Verwendung chromatischer Elemente, innovativer Satztechniken und der Entwicklung hin zur Vokalmusik.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2017, "Christ lag in Todes Banden" von Johann Sebastian Bach. Ist das Stück ein Sonderfall unter seinen Frühwerken?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1151985