Die österreichische Tageszeitung Presse berichtete vor einigen Wochen von einem neuen „Affenprozess“, diesmal in Kansas. Der gegnerische Anwalt vertritt „Intelligentes Design“. Die Anklage wird zwar nicht von einem richtigen Gericht bearbeitet, sondern von einem Forum, das Unterrichtsrichtlinien erarbeitet, doch organisiert ist es wie ein Gericht. Laut Umfragen halten nur 37 % der amerikanischen Jugendlichen Darwins Lehre für bewiesen. Auch 1999 lief in Kansas bereits ein ähnliches Verfahren. Anscheinend ist dieses Thema in den USA noch lange nicht gegessen. (vgl. Langenbach 2005) Doch warum ist das so? Warum ist es möglich, dass Menschen eine für uns längst selbstverständliche Theorie immer noch anzweifeln? Um zu verstehen, was Kreationismus ist und was solche Gerichtsprozesse so interessant macht, muss man sich als Außenstehender zuerst damit beschäftigen, was Kreationismus eigentlich ist und welches Denken seine Anhänger haben.
2. Kreationismus
Bereits seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts treiben in den Vereinigten Staaten von Amerika sogenannte Kreationisten ihr Unwesen. Sie sind ein Teil des protestantischen Fundamentalismus der USA, die Antwort auf den damaligen Wissenschaftsglauben. Die Anhänger dieser Richtung sahen ihren Glauben dadurch in Gefahr, den sie bis heute versuchen zu verteidigen. (vgl. Hemminger 2004)
Aufgrund dessen halten sie an einer wörtlichen Auslegung der Bibel, insbesondere der biblischen Schöpfungsgeschichte fest. Gleichzeitig wird die Lehre Darwins strikt abgelehnt. Deshalb wird auch der Schöpfungszeitpunkt oder das Alter von Erde und Weltall anders berechnet als es Wissenschaftler tun. Der Kreationismus ist in den USA entstanden und dort bis heute am meisten verbreitet. (vgl. Brockhaus 1990)
Immer wieder versuchten die Kreationisten ihre Lehre in den Schulen zu verbreiten. Sie setzten sich dafür ein, den Darwinismus zu verbieten.
Der Höhepunkt dieser Auseinandersetzung zwischen Wissenschaft und Fundamentalismus war der Affenprozess in Tennessee. Ein Lehrer wurde 1925 angeklagt das Verbot Darwin zu lehren umgangen zu haben. Nur knapp kam er an einer größeren Strafe vorbei.
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Inhaltsverzeichnis
1. Evolution gegen Schöpfung
2. Kreationismus
3. Anhänger des Kreationismus
3.1 Berühmte Kreationisten
3.2 Zwielichtige Kreationisten
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Konflikt zwischen der evolutionären Wissenschaftslehre und dem Kreationismus in den Vereinigten Staaten. Ziel ist es, die Beweggründe der kreationistischen Anhängerschaft zu durchleuchten und den gesellschaftlichen sowie wissenschaftstheoretischen Hintergrund dieser Auseinandersetzung zu beleuchten.
- Historische und gesellschaftliche Entwicklung des Kreationismus in den USA
- Gegenüberstellung von Evolutionstheorie und Schöpfungslehre
- Analyse der Argumentationsmuster fundamentalistischer Gruppierungen
- Untersuchung von Einflussnahmen auf das Bildungssystem
- Vorstellung bekannter und radikaler Akteure der Anti-Darwin-Bewegung
Auszug aus dem Buch
2. Kreationismus
Bereits seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts treiben in den Vereinigten Staaten von Amerika sogenannte Kreationisten ihr Unwesen. Sie sind ein Teil des protestantischen Fundamentalismus der USA, die Antwort auf den damaligen Wissenschaftsglauben. Die Anhänger dieser Richtung sahen ihren Glauben dadurch in Gefahr, den sie bis heute versuchen zu verteidigen. (vgl. Hemminger 2004)
Aufgrund dessen halten sie an einer wörtlichen Auslegung der Bibel, insbesondere der biblischen Schöpfungsgeschichte fest. Gleichzeitig wird die Lehre Darwins strikt abgelehnt. Deshalb wird auch der Schöpfungszeitpunkt oder das Alter von Erde und Weltall anders berechnet als es Wissenschaftler tun. Der Kreationismus ist in den USA entstanden und dort bis heute am meisten verbreitet. (vgl. Brockhaus 1990)
Immer wieder versuchten die Kreationisten ihre Lehre in den Schulen zu verbreiten. Sie setzten sich dafür ein, den Darwinismus zu verbieten.
Der Höhepunkt dieser Auseinandersetzung zwischen Wissenschaft und Fundamentalismus war der Affenprozess in Tennessee. Ein Lehrer wurde 1925 angeklagt das Verbot Darwin zu lehren umgangen zu haben. Nur knapp kam er an einer größeren Strafe vorbei.
Neuen Aufschwung erhielt die Bewegung 1970 durch die Gründung des Institute for Creation research (ICR) in San Diego durch John D. Morris. Dieses Institut für Genesisforschung ist bis heute das Zentrum der Bewegung. Als die Verbote in den Schulen auf Dauer nicht gelangen, versuchten sie zumindest ihre Lehre auf gleiche Stufe mit Darwins zu stellen, indem sie sie als Wissenschaft ausgaben. (vgl. Hemminger 2004)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Evolution gegen Schöpfung: Das Kapitel führt in die aktuelle Kontroverse um den Unterricht der Evolutionstheorie in den USA ein und stellt die Relevanz der Thematik anhand moderner Gerichtsprozesse dar.
2. Kreationismus: Hier wird der historische Ursprung des amerikanischen Kreationismus als Teil des protestantischen Fundamentalismus und dessen Ablehnung der wissenschaftlichen Lehre Darwins erläutert.
3. Anhänger des Kreationismus: In diesem Kapitel werden einflussreiche politische Akteure sowie verschiedene religiöse Gruppierungen vorgestellt, die die Anti-Darwin-Bewegung aktiv unterstützen.
4. Fazit: Das Fazit resümiert die Stärke der kreationistischen Bewegung trotz mangelnder wissenschaftlicher Basis und plädiert für den Sieg der Vernunft in diesem anhaltenden gesellschaftlichen Diskurs.
Schlüsselwörter
Kreationismus, Evolutionstheorie, Darwinismus, Fundamentalismus, Schöpfungsgeschichte, Intelligentes Design, USA, Affenprozess, Wissenschaftsglaube, Institut for Creation Research, religiöse Bildung, biblische Auslegung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem langjährigen Konflikt zwischen wissenschaftlich fundierter Evolutionstheorie und der kreationistischen Weltanschauung, insbesondere im US-amerikanischen Kontext.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Fokus stehen die historische Entwicklung der Bewegung, die inhaltlichen Argumente der Kreationisten, der Einfluss auf das Bildungssystem sowie die gesellschaftliche Rolle prominenter Anhänger.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, das Denken der Kreationisten zu verstehen und die Gründe für die anhaltende gesellschaftliche Ablehnung der Evolutionstheorie zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die aktuelle Berichterstattung und fachwissenschaftliche Quellen zur Geschichte und Soziologie der kreationistischen Bewegung aufarbeitet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Definition und Geschichte des Kreationismus, die Rolle politischer Entscheidungsträger wie William J. Bryan sowie die Aktivitäten spezifischer Organisationen und Sekten.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlagworte sind Kreationismus, Evolutionstheorie, Fundamentalismus, Intelligentes Design und der Affenprozess.
Wie bewertet die Autorin die "intelligente Designtheorie"?
Sie ordnet diese als einen Ableger des Kreationismus ein, der lediglich versucht, sich durch eine wissenschaftlichere Rhetorik ohne expliziten Gottesbezug als ernstzunehmende Theorie zu etablieren.
Welche Rolle spielen Organisationen wie das ICR?
Das Institute for Creation Research fungiert seit 1970 als ein zentraler Knotenpunkt der Bewegung, der maßgeblich zur Institutionalisierung und Verbreitung kreationistischen Gedankenguts beigetragen hat.
- Arbeit zitieren
- Sigrid Lang (Autor:in), 2005, Darwin gegen Gott, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/114824